Der kranke Wald
Val'sharah galt lange als einer der Orte, an denen Azeroth dem Smaragdgrünen Traum besonders nahekam. Druiden lernten hier unter Cenarius, und die Wälder bewahrten Erinnerungen an die früheste Geschichte der Kaldorei. Doch an den Wurzeln von Shala'nir wuchs eine Verderbnis, die nicht aus gewöhnlicher Krankheit entstand.
Der Smaragdgrüne Alptraum verdrehte den Traum zu einem Reich aus Furcht, Zorn und unstillbarem Hunger. Was dort erkrankte, spiegelte sich in der wachen Welt. Bäume wurden aggressiv, Tiere verwandelten sich und Druiden verloren sich in Visionen, die ihre tiefsten Ängste gegen sie wandten.
Xavius und die alte Rache
Hinter der Ausbreitung stand Xavius, einst Berater Königin Azsharas und später der erste Satyr. Seit dem Krieg der Ahnen trug er seinen Hass auf Malfurion und die Druiden in sich. Im Dienst N'Zoths hatte er gelernt, den Smaragdgrünen Traum nicht nur zu betreten, sondern von innen zu vergiften.
Sein Ziel war größer als die Zerstörung eines Waldes. Er wollte die Verbindung zwischen Azeroth und dem Traum in eine offene Wunde verwandeln. Gelang ihm das, würden die Orte, an denen Leben und Natur ihre Kraft erneuerten, zu Toren für den Alptraum werden.
Cenarius versuchte, die Verderbnis aufzuhalten, wurde jedoch selbst von ihr erfasst. Der Halbgott, der Malfurion einst den Weg des Druiden gelehrt hatte, erschien nun als rasendes Werkzeug des Alptraums. Für die Bewohner Val'sharahs war das ein besonders schwerer Schlag: Wenn selbst Cenarius fallen konnte, schien kein Hüter des Waldes sicher.
Malfurion folgte Xavius in das Dickicht und geriet in dessen Gefangenschaft. Tyrande musste zwischen der Suche nach ihrem Gefährten und der Verteidigung ihres Volkes entscheiden. Der Konflikt wurde damit persönlich, ohne seine größere Bedeutung zu verlieren.
Hinab in das Dickicht
Der Weg führte durch verdorbene Dryaden, uralte Bäume und gefallene Druiden. Erzdruide Glaidalis hatte dem Alptraum nachgegeben, Dresaron bewachte die erkrankten Höhlen und Xavius' Schatten lag über jeder Lichtung. Die Angreifer mussten nicht nur Feinde überwinden, sondern ein Ökosystem, dessen natürliche Ordnung gegen sich selbst gekehrt worden war.
Im tiefsten Teil wartete der Schatten von Xavius. Sein Sturz schwächte die unmittelbare Ausbreitung, doch er war nur ein Abbild des Satyrs. Der wahre Xavius hielt sich im Alptraum verborgen und bereitete dort die nächste Phase seines Angriffs vor.
Die Suche nach den Säulen der Schöpfung führte ebenfalls nach Val'sharah. Die Träne Elunes hätte helfen können, das Grabmal des Sargeras zu versiegeln. Xavius machte sie jedoch zum Mittelpunkt seiner Erpressung und zwang Tyrande, unter Zeitdruck zu handeln.
Ysera wurde bei dem Versuch, die Verderbnis aufzuhalten, von Xavius getroffen und selbst in einen Alptraumdrachen verwandelt. Tyrande musste die einstige Hüterin des Traums töten. Erst danach konnte die Träne zurückgewonnen werden, doch ihr Besitz war mit einem Verlust verbunden, der Val'sharah dauerhaft prägte.
Eine Wunde, die weiterführt
Das Finsterherzdickicht endete nicht mit dem Tod eines einzelnen Gegners. Es war der sichtbare Eingang zu einem Krieg, der im Smaragdgrünen Alptraum fortgesetzt wurde. Cenarius konnte später gereinigt werden, Xavius wurde gestellt, und dennoch blieb die Erkenntnis, dass selbst die natürlichsten Orte Azeroths von innen angegriffen werden konnten.
Der Wald erzählt damit von einer Gefahr, die vertraute Bindungen benutzt. Xavius gewann Macht, indem er Lehrer gegen Schüler, Geliebte gegen Geliebte und den Traum gegen die Welt stellte. Die Rettung Val'sharahs gelang nur, weil seine Opfer diese Bindungen nicht aufgaben.