Ehre und StärkeBlackmoore
Dresaron
Bosse

Dresaron

Dresaron war einst ein junger grüner Drache, der im Schatten Shaladrassils über Welpen wachte. Der Alptraum hüllte ihn in Hass und Furcht, bis er blind alles angriff, was sich seinem Gelege näherte. Seine mächtigen Flügel schützten die Eier nicht mehr, sondern trieben Eindringlinge geradewegs in die verdorbene Brut.

Der Weg nach Das Finsterherzdickicht

Unter Shaladrassils Wurzeln fraß sich der Smaragdgrüne Alptraum in Val'sharahs heiligste Orte. Xavius verdarb Druiden, Urtume und grüne Drachen und hielt Malfurion im ausgehöhlten Herzen des Weltenbaums gefangen. Der Weg durch das Finsterherzdickicht war deshalb kein Marsch gegen fremde Eroberer, sondern durch eine vertraute Natur, deren Träume in Angst und Hass umgeschrieben worden waren. In Dresaron nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Als junger grüner Drache hatte Dresaron eine Aufgabe, die Geduld statt Ruhm verlangte. Unter Shaladrassils Ästen kümmerte er sich um Eier und Welpen des Schwarms. Jeder bewachte Atemzug diente einer Zukunft, die erst noch fliegen lernen musste. In der Nähe des Smaragdgrünen Traums schien dieser Ort wie geschaffen für Wachstum und Schutz.

Furcht wird zum einzigen Nebel

Der Alptraum griff Dresaron nicht nur mit fremder Energie an. Er umgab seinen Geist mit Bildern von Gefahr, Verrat und Verlust. Aus Sorge um die Brut wurde panische Wachsamkeit, aus Wachsamkeit Hass gegen alles, was sich bewegte. Schließlich konnte der Drache nicht mehr unterscheiden, ob jemand die Eier retten, stehlen oder überhaupt berühren wollte.

Auch das Gelege blieb nicht unberührt. In den Eiern warteten alptraumverdorbene Welpen. Der Ort, den Dresaron verteidigte, war damit bereits jener Zukunft beraubt, für die er einst gewacht hatte. Trotzdem hielt ihn sein Instinkt an der Aufgabe fest. Der Alptraum musste keine völlig neue Pflicht erfinden; er ließ den Drachen nur eine verlorene Pflicht bis zur Selbstzerstörung erfüllen.

Die Schwingen treiben zum Gelege

Dresaron schlug so heftig mit den Flügeln, dass alle Körper rückwärts über den Boden rutschten. Wer den Eiern zu nahe kam, ließ die verdorbene Brut schlüpfen und füllte die Höhle mit weiteren Angreifern. Der Atem des Drachen nahm zugleich jeden geraden Fluchtweg. Die Gruppe musste gegen den Wind laufen, ohne das zu zertreten, was sie eigentlich vermeiden wollte.

Dresaron griff blind und ohne Zögern an. Es gab keinen Augenblick, in dem ein Zeichen friedlicher Absicht ihn erreichte. Genau darin lag Xavius' Sieg über ihn. Ein Hüter braucht die Fähigkeit, Gefahr von Hilfe zu unterscheiden. Der Alptraum nahm Dresaron dieses Vertrauen und ließ nur die Stärke zurück, mit der er nun jede mögliche Rettung vernichtete.

Stille über dem verdorbenen Nest

Mit Dresarons Tod legte sich der Wind in der Höhle. Die Brut war dadurch nicht geheilt, doch ihr mächtigster Wächter stand dem Weg nicht länger entgegen. Der grüne Drachenschwarm verlor einen jungen Beschützer an die gleiche Macht, die seinen Traum verdarb. Tiefer im Dickicht wartete bereits Xavius' Schemen, der diese Angst bewusst geformt hatte.