Der Weg nach Das Finsterherzdickicht
Unter Shaladrassils Wurzeln fraß sich der Smaragdgrüne Alptraum in Val'sharahs heiligste Orte. Xavius verdarb Druiden, Urtume und grüne Drachen und hielt Malfurion im ausgehöhlten Herzen des Weltenbaums gefangen. Der Weg durch das Finsterherzdickicht war deshalb kein Marsch gegen fremde Eroberer, sondern durch eine vertraute Natur, deren Träume in Angst und Hass umgeschrieben worden waren. In Eichenherz nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Eichenherz entstand nicht irgendwo im Wald, sondern aus einem Ableger des großen Weltenbaums. In seinem Holz floss dieselbe tiefe Lebenskraft, die Val'sharahs Druiden seit Zeitaltern verehrten. Er war Baum und handelndes Wesen zugleich, langsam im Urteil und von einer Erinnerung erfüllt, die weiter zurückreichte als die meisten Reiche der Sterblichen.
Zeitalter im gleichen Stamm
Die Zerschlagung veränderte die Welt, der Kataklysmus riss ihre Oberfläche erneut auf, und dazwischen kamen Feuer, Krankheit und Krieg. Eichenherz überstand all dies. Seine Stärke lag nicht in Unbeweglichkeit. Er zog immer neue Kraft aus dem Traum und erneuerte, was jede Krise an seinem Körper beschädigt hatte. Dauer war für ihn ein fortgesetzter Austausch mit einer lebendigen Quelle.
Als der Smaragdgrüne Alptraum in Shaladrassil eindrang, konnte Eichenherz die Verbindung nicht einfach lösen. Sie war kein äußerer Zauber, sondern Teil seines Wesens. Die verdorbene Kraft floss denselben Weg, auf dem früher Heilung gekommen war. Ein Schutz, der über Jahrtausende zuverlässig gewesen war, machte ihn nun zum Gefäß für Xavius' Einfluss.
Wurzeln halten nicht nur Erde
Eichenherz packte Gegner mit gewaltigen Ästen, zerquetschte sie und warf sie zu Boden. Würgewurzeln brachen hervor und banden weitere Körper fest. Der Alptraum hatte seine natürliche Aufgabe verdreht: Wurzeln, die Halt geben und Nahrung suchen sollten, wurden zu Fesseln, und ein Stamm, der Schatten gespendet hatte, zur Keule.
Aus seinem Inneren strömte kein Duft von Erde und Blättern, sondern ein Atem des Alptraums. Wer vor ihm stand, wurde von der verdorbenen Essenz getroffen, die in seinem Holz zirkulierte. Die Gruppe musste den großen Körper so ausrichten, dass nicht alle dieselbe Last trugen. Selbst im Kampf blieb Eichenherz ein Teil der Landschaft, dessen Stellung über Leben und Tod entschied.
Ein Zeitalter endet im Dickicht
Eichenherz fiel nach einem Leben, das mehrere Weltkrisen überdauert hatte. Sein Ende bewies nicht, dass jene früheren Siege bedeutungslos waren. Es zeigte, dass kein einmaliger Triumph eine lebendige Verbindung für immer schützt. Val'sharah verlor einen uralten Zeugen, und die Verfolger gingen weiter zu der Quelle, die selbst solches Holz gegen seine Natur gewandt hatte.