Ein Meer für die verlorenen Toten
Unter Sturmheims Klippen liegt Helheim, ein düsteres Reich aus schwarzem Wasser, Nebel und den Seelen gefallener Vrykul. Helya herrscht dort über jene, die Odyns Val'kyr nicht in die Hallen der Tapferkeit tragen. Ihre Kvaldir segeln zwischen den Welten und holen sich die Toten oft mit Gewalt.
Der Seelenschlund ist der Weg in dieses Reich. Er beginnt an Bord der Naglfar, eines gewaltigen Totenschiffs, dessen Besatzung aus Verdammten und Seelenräubern besteht.
Helyas Rache
Helya war nicht immer Herrscherin der Unterwelt. Odyn zwang sie einst zur ersten Val'kyr, als sie sich seinem Plan widersetzte. Nach ihrer Befreiung schuf sie Helheim als Gegenreich zu seinen Hallen und machte den Kampf um die Seelen zum Kern ihrer Rache.
Ihre Wut richtet sich gegen Odyn, trifft aber zahllose Sterbliche. Wer in ihren Einfluss gerät, wird Teil eines Krieges, der lange vor seiner Geburt begann. Helya wiederholt damit an anderen denselben Entzug von Freiheit, den sie selbst erlitten hat.
Ymiron, einst König der Vrykul in Nordend, dient nach seinem Tod auf der Naglfar. Harbaron führt das Schiff tiefer in Helyas Reich und sammelt die Seelen der Besiegten. Der Weg über das Deck zeigt, wie Helya frühere Herrscher und Krieger in ihre Mannschaft einfügt.
Die Reisenden kämpfen nicht um Beute, sondern um ihre eigene Freiheit. Solange die Naglfar Helheim erreicht, sind auch ihre Seelen in Gefahr. Jeder gefallene Gegner kann als weiterer Diener Helyas zurückkehren.
Helheim und Helya
Am Ende der Fahrt erhebt sich Helya selbst aus den Fluten. Sie ist zu diesem Zeitpunkt mächtig genug, Odyns Zugriff auf die Welt zu beschränken, und arbeitet zugleich mit Sylvanas Windläufer zusammen. Sylvanas erhofft sich von Helyas Laterne Kontrolle über Eyir und damit über neue Val'kyr.
Die Begegnung im Seelenschlund beendet Helyas Herrschaft nicht. Sie zieht sich zurück und bereitet den Kampf in der Prüfung der Tapferkeit vor. Der Sieg auf der Naglfar ist daher eine Rettung aus ihrem Reich, nicht dessen endgültige Befreiung.
Für Sylvanas sind Val'kyr die einzige Möglichkeit, neue Verlassene zu erschaffen und ihrem eigenen endgültigen Tod zu entgehen. Helyas Angebot trifft deshalb einen empfindlichen Punkt. Beide Frauen kennen Gefangenschaft und den Verlust des eigenen Körpers, doch ihr Bündnis beruht auf gegenseitigem Nutzen, nicht auf Vertrauen.
Genn Graumähne verfolgt Sylvanas nach Sturmheim und zerstört die Laterne, mit der sie Eyir binden will. Damit scheitert ein Plan, der Helyas Macht weit über Helheim hinaus vergrößert hätte.
Der Schlund zwischen zwei Herrschaften
Der Seelenschlund verbindet persönliche Schuld mit der Ordnung des Jenseits. Odyn und Helya sprechen beide von würdigen oder verlorenen Seelen, behandeln die Toten aber als Teil ihrer Armeen. Die Vrykul geraten zwischen zwei Mächte, die über ihr Schicksal verfügen.
Später fällt Helya in der Prüfung der Tapferkeit, doch ihre Geschichte endet nicht vollständig. Die Schattenlande zeigen, dass sie weiterhin Bündnisse schließt. Der Nebel Helheims bleibt eine Erinnerung daran, dass alte Gewalt selten verschwindet, wenn nur der Sieger wechselt.