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Satyrn
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Satyrn

Die durch Xavius' Fluch aus Nachtelfen und anderen Sterblichen geschaffenen Dämonen, deren Verführung das alte Kaldoreireich, den Satyrkrieg und den Smaragdgrünen Alptraum verbindet.

Der erste Satyr

Xavius war Azsharas oberster Berater und einer der mächtigsten Hochgeborenen. Im Krieg der Ahnen half er, das Portal für die Brennende Legion zu öffnen. Als Malfurion seine Pläne vereitelte und Xavius starb, belohnte Sargeras den gescheiterten Diener mit einer grausamen neuen Gestalt. Hörner, Hufe, Klauen und dichtes Fell machten aus dem Elfen den ersten Satyr.

Xavius verstand die Verwandlung nicht als Strafe. Er sah darin Erhöhung und erhielt die Macht, den Fluch weiterzugeben. Damit wurde seine neue Gestalt zum Versprechen an alle, die sich von elfischer Ordnung, persönlicher Kränkung oder dem Wunsch nach Macht lösen wollten. Der Fluch verwandelte Körper, aber er fand seinen Eingang meist in einem bereits vorhandenen Begehren.

Die Verführung der Vertrauten

Die ersten Satyrn warben unter Nachtelfen. Manche nahmen das Angebot freiwillig an, andere wurden durch Fluch und Gewalt verändert. Ehemalige Nachbarn kehrten mit dämonischer Macht gegen ihre Wälder zurück. Diese Nähe machte sie gefährlicher als viele fremde Dämonen. Sie kannten Wege, Namen, Streitigkeiten und die Stellen, an denen ein leises Wort mehr Schaden anrichtete als ein Frontalangriff.

Satyrn bildeten kleine Sekten, dienten der Legion oder folgten Xavius. Ihre Sprache der Freiheit bedeutete meist Freiheit von Verantwortung, nicht Freiheit für andere. Wer jede Bindung als Schwäche verspottet, kann Verrat leicht als Selbstverwirklichung verkaufen.

Der Satyrkrieg

Etwa siebenhundert Jahre nach dem Krieg der Ahnen griffen Satyrn und verbliebene Dämonen die Nachtelfen erneut an. Der Satyrkrieg verwüstete Eschental und forderte hohe Verluste. Malfurion, Tyrande und Shandris führten den Widerstand gegen Feinde, die aus den eigenen Reihen hervorgegangen waren.

In dieser Not versuchten Druiden, die mächtige Rudelgestalt zu beherrschen. Aus der Verbindung mit der Sense der Elune entstanden die ersten Worgen. Die neue Waffe wandte sich ebenfalls gegen ihre Schöpfer. So hinterließ der Satyrkrieg zwei Flüche: den der Angreifer und jenen, den Verteidiger aus Verzweiflung entfesselten. Der Sieg beendete die zentrale Führung der Satyrn, nicht aber ihre Sekten.

Vom Teufelsgrün zum Alptraumrot

Viele Satyrn blieben der Legion verbunden und verdarben Wälder in Kalimdor. Andere dienten den Alten Göttern und dem Smaragdgrünen Alptraum. Xavius selbst wurde zum Alptraumlord. Seine Begabung, Zweifel und Begierde zu verdrehen, passte zu einer Macht, die nicht nur Körper, sondern Träume befällt.

In Val'sharah griffen Satyrn Shaladrassil und den Smaragdgrünen Traum an. Sie nutzten Trauer, Misstrauen und persönliche Bindungen gegen ihre Gegner. Der Wald wurde nicht bloß krank; vertraute Gestalten und Erinnerungen wurden zu Fallen. Xavius' älteste Waffe blieb die Überzeugung, ein Opfer habe seinen Verrat eigentlich selbst gewählt.

Die Erinnerung unter dem Fell

Satyrn sind Dämonen, doch viele tragen den Ursprung sterblicher Völker in sich. Die Verwandlung löscht Wissen und Vergangenheit nicht zwingend aus. Gerade das befähigt sie, Kulturen von innen zu treffen. Ein Satyr kennt die heiligen Worte, die er verhöhnt, und die Verwandtschaft, die er gegen andere wendet.

Dennoch erklärt Herkunft keine Unvermeidlichkeit. Dath'Remar lehnte Xavius' Angebot ab, andere widerstanden ebenfalls. Der Fluch ist mächtig, aber Verführung braucht einen Augenblick der Zustimmung oder eine Gewalt, die als solche benannt werden muss. Die Satyrn verkörpern nicht die Behauptung, in jedem Nachtelfen stecke heimlich ein Dämon. Sie zeigen, wie Macht den Wunsch nach Freiheit verdreht, bis am Ende nur noch die Freiheit bleibt, das zu zerstören, was einen früher gehalten hat.