Der Weg nach Uldaman: Vermächtnis von Tyr
Tief in Uldaman lag eine Scheibe mit den Erinnerungen des Hüters Tyr. Alexstrasza hoffte, darin einen Weg zur erneuten Ermächtigung der Aspekte zu finden. Zwischen den Suchenden und diesem Vermächtnis standen jedoch Troggs, titanengeschmiedete Wächter und der Ewige Drachenschwarm. Die Reise durch das Gewölbe wurde damit zu einem Wettlauf um die Frage, wer Tyrs Vergangenheit für die Zukunft der Drachen deuten durfte. In Chronolord Deios nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Deios gehörte zum Ewigen Drachenschwarm und betrachtete Murozond nicht als Unfall, der vermieden werden musste. Für ihn war der verdorbene Nozdormu der eine wahre Aspekt, dessen Herrschaft über die Zeit ohne Ende währen sollte. Wo der bronzene Schwarm eine wahre Zeitlinie bewahren wollte, sah Deios unzählige Möglichkeiten, die erst unter ewiger Kontrolle ihre vermeintliche Vollkommenheit erreichten.
Alexstrasza suchte in Uldaman eine Scheibe mit Tyrs Erinnerungen. Sie hoffte, darin den Weg zur Wiederherstellung der Aspektmächte zu finden. Deios erkannte dieselbe Hoffnung als Gefahr. Stärkere Aspekte konnten den Ewigen Drachenschwarm aufhalten und Nozdormus Sturz erschweren. Deshalb drang er mit seinen Gefolgsleuten in das Gewölbe ein und wartete dort, wo Vergangenheit unmittelbar zur Macht der Zukunft werden konnte.
Verloren in einer anderen Zeit
Als die Gefährten das Gewölbe Tyrs erreichten, bannte Deios sie für einen Augenblick außerhalb des normalen Zeitflusses. Vor ihren Augen richtete er seine Magie auf die Scheibe und ließ sie verschwinden. Ihr Ziel war nicht zerstört, aber in eine andere Zeit entrissen. Deios hatte den Kampf bereits gewonnen, bevor er seine Drachengestalt annahm: Selbst sein Tod hätte den Aufenthaltsort der Erinnerungen nicht einfach zurückgegeben.
Deios ließ Ewigkeitskugeln herabfallen, deren Zonen den Menschen Zeit entzogen und jede Bewegung verlangsamten. Wenn seine eigene Kraft versiegte, kehrte er den Fluss um. Kugeln stiegen wieder empor, und zeitliche Zonen gaben den Gefährten verlorene Sekunden als plötzliche Geschwindigkeit zurück. Der Kampf fand nicht nur in einem Raum statt. Er wurde darum geführt, wer die Dauer eines Atemzugs besitzen durfte.
Die Gruppe überstand den zurücklaufenden Zeitstrom und zwang Deios in seine sterbliche Gestalt. Er starb jedoch nicht. Der Chronolord entkam und erklärte, die Zeitlinien würden sich annähern; am Ende werde nur ein Aspekt bleiben, und Murozond werde unendlich sein. Uldaman hatte damit eine Warnung statt eines Abschlusses geliefert. Die gestohlene Scheibe blieb verloren, und der Feind kannte bereits den nächsten Weg zu seinem Ziel.
Der Handel mit Iridikron
Später schloss der Ewige Drachenschwarm einen Handel mit Iridikron. Deios und seine Verbündeten brachten den Inkarnationsdrachen in die Zeit von Galakronds Untergang. Iridikron sollte Chromie und ihre Gefährten binden, während Deios an anderer Stelle Nozdormus Vergangenheit angriff. Beide Seiten wussten, dass der andere eigene Ziele verfolgte. Ihr Bündnis brauchte kein Vertrauen, nur genügend gemeinsame Gegner.
Während Chromie Iridikron verfolgte, stellte Deios sich den jungen Protoaspekten entgegen und verdarb den damaligen Nozdormu zu Murozond. Mit einer einzigen Änderung entstand eine Zukunft, in der selbst Tyr nicht wie erinnert starb, sondern als ewiger Hüter eine verzerrte Zeitlinie verteidigte. Die Helden hatten Deios' Erfolg bereits gesehen, bevor sie zum zweiten Versuch antraten. Scheitern war nun keine Drohung mehr, sondern die Welt, in der sie standen.
Chromie führte ihre Verbündeten durch die veränderte Zeit und sammelte jede Möglichkeit, Deios' Eingriff rückgängig zu machen. Vergangenheiten lagen übereinander, vertraute Menschen erschienen in fremden Rollen, und Morchie verteidigte die Zukunft Murozonds. Erst nach dem Durchbruch durch den Ewigen Konflux erreichten sie den Chronolord erneut, diesmal dort, wo Nozdormus Schicksal unmittelbar entschieden wurde.
Die Protoaspekte kämpfen für ihre Zukunft
Deios öffnete stabile Risse und rief Verstärkung aus anderen Zeitlinien. Als er sich in die Luft erhob, mussten die Gefährten seine ewigen Hüter töten, damit die Portale zusammenbrachen und ihn zu Boden zwangen. Schließlich griff er Nozdormu direkt mit verdorbener Bronzemagie an. Alexstrasza, Neltharion, Malygos und Ysera standen ihrem Gefährten bei und kämpften für eine Zukunft, die keiner von ihnen bereits kennen konnte.
Als Deios fast besiegt war, landeten die Protoaspekte und befreiten Nozdormu. Der Chronolord fiel mit der Hoffnung, seine unendliche Vision werde eines Tages dennoch wahr. Für Nozdormu veränderte der Sieg mehr als eine Zeitlinie. Er hatte seine Verwandlung lange als unausweichliches Schicksal betrachtet; nun besaß er den Beweis, dass Murozonds Aufstieg verhindert werden konnte, auch wenn niemand wusste, ob die Gefahr für immer gebannt war.
Während alle Deios aufhielten, vollendete Iridikron seinen eigenen Plan. Er nahm Galakronds verderbte Essenz in das Dunkle Herz auf und übergab die Macht später Xal'atath. Der Ewige Drachenschwarm verlor seinen Chronolord, doch der Handel hatte dem anderen Vertragspartner genügt. Die wahre Zeitlinie war gerettet und zugleich eine neue Bedrohung in ihre Zukunft entlassen worden.
Artefakte eines geschlagenen Chronolords
Deios hinterließ Geräte, die Zeit gewaltsam zurückdrehen konnten. Eines gelangte zu Nozdormu, ein weiteres half Eternus später dabei, Schäden aus Deios' Wirken zu beheben. Nicht jeder Ewige teilte seine Vision; Eternus stellte sich schließlich an Nozdormus Seite. So überdauerte Deios nicht nur in den Wunden der Zeit, sondern auch in Werkzeugen, die andere gegen das von ihm geschaffene Chaos richteten.