Ehre und StärkeBlackmoore
Blutschrei
Gegenstand

Blutschrei

Blutschrei trägt die Herzen erschlagener Gronn und singt beim Hieb. Grommash tötete damit Mannoroth; Garrosh erbte die Axt, befleckte sie in Cairnes vergiftetem Mak'gora und ließ sie für eine Waffe Y'Shaarjs zurück.

Eine Axt, die ihren Namen ruft

Blutschrei wurde drei Generationen vor Grommash Höllschrei geschmiedet. Sein Urgroßvater erschlug mit der Axt sechs berühmte Gronn und ließ ihre Herzen in die Klinge einarbeiten. Löcher und Kerben im gebogenen Blatt fangen beim Schwung die Luft, bis der Stahl über dem Schlachtfeld zu heulen scheint. Der Name beschreibt deshalb keinen dichterischen Ruhm, den spätere Sänger erfanden. Die Waffe kündigt sich selbst an, noch bevor ihr Hieb fällt.

Grommashs Vater Golmash trug sie gegen einen gewaltigen Gronn. Als dessen Kiefer ihn bereits gepackt hatten, stieß er Blutschrei in das Auge der Bestie und tötete sie noch im eigenen Sterben. Die Axt gelangte dadurch nicht als sauberes Schmuckstück an seinen Sohn. Altes Blut färbte ihre Schneide, und jedes Familienglied wusste, dass ein Höllschrei mit dieser Waffe vielleicht siegen, aber ebenso gut seinen letzten Atem in den Sieg legen konnte.

Grommash zwischen Fluch und Befreiung

In Grommashs Hand wurde Blutschrei zum Zeichen des Kriegshymnenklans. Er führte sie in den Kriegen der alten Horde und später unter Thrall. In Eschental trank Grommash erneut Mannoroths Blut, um Cenarius überwinden zu können. Mit der teuflischen Kraft erschlug er den Halbgott und fiel wieder unter den Fluch, von dem Thralls neue Horde sich hatte lösen wollen. Blutschreis berühmteste Geschichte beginnt deshalb nicht bei Erlösung, sondern bei einer Schuld, die ihr Träger aus Stolz wiederholte.

Thrall half ihm, den Bann zu brechen, und stellte sich mit ihm Mannoroth entgegen. Der Grubenlord verspottete die Orcs als sein Eigentum und schlug Thrall bewusstlos. Grommash sprang durch das Feuer, zerbrach Mannoroths Waffe mit Blutschrei und trieb die Axt in seinen Leib. Die Explosion tötete den Orc, doch sein Schlag löste den dämonischen Fluch über sein Volk. Blutschrei wurde dadurch zum Symbol der Befreiung, ohne aufzuhören, die vorausgehende Verfehlung zu tragen. Grommash konnte den ersten Handel nicht ungeschehen machen; er konnte nur verhindern, dass dessen Kette die Zukunft aller Orcs blieb.

Das Erbe des Sohnes

Thrall barg die Axt und überreichte sie Garrosh nach dessen Feldzug in Nordend. Für den Sohn war Blutschrei mehr als das Erbstück eines Vaters, den er kaum gekannt hatte. Sie schien zu beweisen, dass Grommash nicht als Verderber, sondern als Retter erinnert wurde. Garrosh nahm diese letzte Tat als Maß für sein eigenes Leben, verstand aber lange nicht, dass die Größe seines Vaters gerade im Eingeständnis einer selbst mitverschuldeten Knechtschaft lag.

Als Cairne Bluthuf den neuen Kriegshäuptling zum Mak'gora forderte, führte Garrosh Blutschrei. Magatha Grimmtotem hatte die Klinge heimlich vergiftet. Ein kleiner Schnitt schwächte Cairne, sein Runenspeer zerbrach, und Garrosh tötete ihn mit dem nächsten Hieb. Garrosh hatte von dem Gift nichts gewusst und verachtete Magathas Betrug. Dennoch blieb Cairnes Blut an seinem Sieg. Blutschrei lehrte ihn an diesem Tag, dass auch ein regelgerechter Kampf entehrt werden kann, wenn der Träger nicht weiß, was andere auf seine Klinge gelegt haben.

Vom Erbstück zum dunklen Abbild

Garrosh trug Blutschrei als Kriegshäuptling weiter. In Pandaria besiegte er Taran Zhu und spießte ihn auf die Axt. Als er später das Herz Y'Shaarjs ausgraben ließ, blieb die ursprüngliche Blutschrei im Gewölbe zurück. Jaina Prachtmeer und Lor'themar Theron fanden sie dort; was danach mit dieser Waffe der Hauptzeitlinie geschah, ist nicht sicher überliefert. Garrosh ersetzte sie durch Xal'atoh, ein von der Macht des Alten Gottes entstelltes Abbild.

Der Austausch machte sichtbar, was längst in seiner Herrschaft geschehen war. Eine geerbte Waffe hatte Garrosh noch mit der ganzen widersprüchlichen Geschichte seines Vaters verbunden. Das dunkle Abbild verlangte keine solche Erinnerung. Es gab seinem Zorn eine Form, in der Macht selbst zur Rechtfertigung wurde. Der Sohn legte nicht nur eine ältere Axt beiseite; er trennte sich von dem Teil des Erbes, der besagte, dass selbst ein Höllschrei irren, bereuen und für die Freiheit anderer sterben konnte.

Zwei Klingen, zwei Zeitlinien

Auch Grommash des alternativen Draenor besaß eine Blutschrei. Mit ihr tötete er Mannoroth bereits bei der verweigerten Blutgabe und bewahrte seine Orcs zunächst vor dem Fluch. Später führte Garrosh diese Fassung der Axt in seinem letzten Mak'gora gegen Thrall; nach seinem Tod gelangte sie wieder zu Grommash. Sie ist nicht die verschollene ursprüngliche Blutschrei. Ebenso gilt die in Karazhan erbeutbare Waffe aus Prinz Malchezaars Besitz nicht als verlässlich belegter Teil der Geschichte des Originals.

Blutschrei besitzt keinen eigenen Willen, aber sie ist auch kein bedeutungsloser Stahl. Sechs Gronnherzen, Golmashs Tod, Cenarius' Fall, Mannoroths Ende und Cairnes vergiftete Wunde liegen in demselben Namen. Ein Erbstück kann seinem Träger keine Tugend geben. Es stellt ihn vielmehr in eine Reihe von Entscheidungen, die er verstehen oder für den eigenen Ruhm verkürzen kann. Grommash machte die Axt im letzten Augenblick zu einem Werkzeug der Befreiung. Garrosh liebte diesen Klang, bis er eine Waffe fand, die nur noch seine eigene Stimme zurückwarf. Darin liegt Blutschreis Warnung: Wer ein Erbe bloß schwingt, ohne seine Schuld mitzunehmen, trägt am Ende nur das Gewicht, nicht seine Wahrheit.