Ehre und StärkeBlackmoore
Krokul
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Krokul

Die Krokul, von anderen Draenei lange die Gebrochenen genannt, verloren durch die rote Seuche Körper und Verbindung zum Licht. Akama, Nobundo und Hatuun zeigen drei Wege, auf Ausgrenzung zu antworten: Widerstand, neue Spiritualität und vorsichtiges Erinnern.

Der Nebel nach dem Genozid

Als die Orcs Draenors unter dämonischem Einfluss über die Draenei herfielen, bestand ihre Waffe nicht nur aus Äxten und Feuer. Ein roter Nebel, aus der roten Pockenkrankheit und verderbter Magie geschaffen, legte sich über Siedlungen und Schlachtfelder. Wer ihm ausgesetzt war und überlebte, sah den eigenen Körper verfallen. Hörner brachen, Glieder verformten sich, Haut und Haltung veränderten sich. Noch schwerer wog für viele, dass das Heilige Licht nicht mehr auf ihren Ruf antwortete.

Die Betroffenen nannten sich Krokul. Andere Draenei sprachen von den Gebrochenen und machten aus einer erlittenen Verwundung eine gesellschaftliche Grenze. Dabei waren die Krokul weder freiwillig vom Licht abgefallen noch plötzlich zu einem anderen Volk geworden. Sie waren Überlebende desselben Vernichtungsfeldzuges. Doch in einer Kultur, die Schönheit und Licht als Zeichen innerer Reinheit gelesen hatte, wurde ihr veränderter Körper fälschlich zum Urteil über ihre Seele.

Vom eigenen Volk nicht erkannt

Manche gesunden Draenei wichen vor ihren früheren Verwandten zurück, selbst im vermeintlich sicheren Shattrath. Für Krokul bedeutete die Rettung aus der Hand der Orcs daher nicht automatisch Heimkehr. Sie mussten erleben, wie vertraute Augen in ihnen zuerst Krankheit, Gefahr oder Schande sahen. Einzelne zerbrachen an dieser Ablehnung. Andere schlossen sich zu eigenen Gemeinschaften zusammen, weil nur dort niemand verlangte, dass sie ihre Wunden verbergen sollten.

Nicht alle Gebrochenen gingen denselben Weg. Einige verloren unter Verderbnis und Verzweiflung immer mehr von sich und wurden als Verlorene bekannt; diese Bezeichnung darf jedoch nicht wahllos auf alle Krokul übertragen werden. Viele bewahrten Vernunft, Loyalität und Erinnerung. Ihre verschiedenen Antworten reichten von stillem Überleben bis zu bewaffnetem Widerstand. Gerade diese Vielfalt widerlegt die alte Vorstellung, der rote Nebel habe aus Personen eine einzige, verdorbene Masse gemacht.

Akama und der Preis von Illidans Schutz

Akama hatte einst als Vindiktor gedient. Nach seiner Verwandlung führte er Krokul in Draenor und suchte einen Weg, sie vor Orcs und Dämonen zu schützen. Als Illidan Sturmgrimm Magtheridon stürzte, verbündete Akama sich mit ihm. Die neue Macht versprach Freiheit von einem alten Tyrannen, verlangte aber bald Gehorsam. Aus den Aschenzungen wurde ein Werkzeug Illidans, und Akama begriff, dass Schutz unter einem Herrn leicht in eine andere Form von Gefangenschaft übergeht.

Er schloss sich Maiev an und half beim Angriff auf den Schwarzen Tempel. Seine Geschichte ist deshalb weder die eines makellosen Befreiers noch die eines bloßen Verräters. Akama traf Entscheidungen in einer Welt, die den Krokul nur selten eine gute Wahl ließ. Er trug Verantwortung für Bündnisse und Opfer, doch sein Widerstand machte sichtbar, dass die Gebrochenen nicht als dankbare Diener jeder Macht leben mussten, die ihnen vorübergehend einen Platz gewährte.

Nobundo hört den Wind

Nobundo verlor im roten Nebel ebenfalls seine Verbindung zum Licht. Jahrelang betete er um eine Antwort und erhielt Schweigen. Erst als er aufhörte, nur auf die vertraute Stimme zu warten, hörte er den Wind. Die Elemente verlangten keine unversehrte Gestalt und keine Rückkehr zu dem Mann, der er vor dem Krieg gewesen war. Sie lehrten ihn eine andere Beziehung zur Welt, gegründet auf Zuhören, Ausgleich und gegenseitige Bitte.

Als erster Schamane der Draenei brachte Nobundo dieses Wissen zu Velen. Nicht jeder nahm ihn bereitwillig an, doch der Prophet hörte zu und ließ ihn auf die Exodar kommen. Ausgerechnet ein Krokul erweiterte damit die geistige Sprache seines Volkes. Nobundos Weg heilte seinen Körper nicht und machte die Ablehnung nicht ungeschehen. Er zeigte etwas Anspruchsvolleres: Verlust kann eine neue Fähigkeit des Hörens öffnen, ohne dass der erlittene Schmerz deshalb notwendig oder gut genannt werden muss.

Argus und eine vorsichtige Heimkehr

Auf Argus trugen ebenfalls Krokul den Namen der Gebrochenen. Sie waren zurückgeblieben, als Velen mit einem Teil der Eredar floh, und hatten unter der Legion Jahrtausende des Widerstands überlebt. Hatuun führte die Argusweite und begegnete Velens Rückkehr nicht mit rascher Versöhnung. Für ihn war der Prophet auch jener Anführer, der entkommen war, während andere den Preis seines Aufbruchs bezahlten. Gemeinsames Blut konnte diese Erinnerung nicht mit einem Gruß auslöschen.

Später begegneten sich Krokul aus Argus und Draenor bei Feierlichkeiten auf der Exodar. Nobundo, Akama und Hatuun brachten Erfahrungen mit, die einander ähnelten, aber nicht austauschbar waren. Hatuun erlaubte sich vorsichtige Hoffnung, als Velen sogar reuigen Man'ari eine Möglichkeit zur Umkehr gab. Darin liegt keine einfache Heimkehr unter einen alten Namen. Die Krokul verlangen, dass Gemeinschaft sie nicht trotz ihrer Gestalt duldet, sondern ihre Geschichte als Teil der draeneischen Geschichte anerkennt. Gebrochen war zuerst das Vertrauen. Jede wirkliche Heilung muss deshalb dort beginnen.