Der Bruch mit Illidan
Altruis ist ein Nachtelf und Dämonenjäger, den Illidan in die Scherbenwelt geführt hatte. Er respektierte Illidan dafür, ihm den Weg des Dämonenjägers gezeigt zu haben. Dennoch kam er zu dem Schluss, sein Meister erliege zunehmend der Teufelsenergie und werde jenen Dämonen ähnlich, die er zu vernichten geschworen hatte.
Altruis verließ deshalb die Illidari. Er sah nicht nur Illidan, sondern auch dessen gehorsame Diener als Teil des Problems. Akama bewunderte ihn später gerade dafür, dass er dem eingeschlagenen Kurs widersprochen hatte. Altruis' Abkehr war jedoch keine Abkehr vom Kampf gegen die Brennende Legion; er setzte diesen Krieg unabhängig fort.
Die Legionslager in Nagrand
Auf seinem Netherdrachen Nethrandamus erreichte Altruis Nagrand. Im Westen beobachtete er, wie die Legion in den Lagern Hass und Furcht Waffen und Nachschub vorbereitete. Dämonische Schutzzeichen verhinderten, dass er die Anlagen selbst vollständig ausspähte. Deshalb ließ er einen Abenteurer auf Nethrandamus über die Lager fliegen und ihre Verteidigung erfassen.
Aus den gewonnenen Informationen entwickelte Altruis einen Plan. Nach Verzögerungsangriffen und der Beschaffung von Bauplänen erkannte der Mo'arg Sal'salabim, dass sich die Teufelskanonen gegen die eigenen Anlagen richten ließen. Schlüssel der Aufseher ermöglichten die Übernahme. So wurden die Lager zerstört und der Vormarsch der Legion in Nagrand vorerst gestoppt.
Gegen Dämonen und gegen Illidari
Aldor und Seher baten Altruis später um Hilfe, weil am früheren Karabor Blutelfen zu Dämonenjägern ausgebildet wurden. Bevor er Auskunft gab, verlangte er drei Beweise: Der Helfer musste einen Dämon, eine Dienerin der Legion und einen Leutnant der Illidari besiegen. Damit prüfte Altruis nicht eine Fraktionszugehörigkeit, sondern die Bereitschaft, alle Seiten seiner eigenen Feindliste anzutasten.
Er führte die Spur zu Varedis und zum Buch der Teufelsnamen. Als das Buch zu ihm gebracht wurde, spürte Altruis selbst seine Versuchung und ließ es in Varedis' Gegenwart vernichten. Seine Anweisungen halfen schließlich, Varedis und weitere Ausbilder auszuschalten. Kayn betrachtete diese Toten später als Verrat an den Illidari.
Gefängnis und Entscheidung
Maievs Wächterinnen nahmen auch den abtrünnigen Altruis fest und sperrten ihn im Wächterinnengewölbe ein. Während der dritten Legionsinvasion wurde er zusammen mit Kayn und den übrigen Dämonenjägern freigelassen. Beide halfen bei der Flucht, stritten aber unablässig über Illidans Verderbnis und die richtige Zukunft ihres Ordens.
Ihr Streit endete in einem Duell, bis der neue Anführer eine Wahl treffen musste. Wird Altruis Stellvertreter, verlässt Kayn die Führung; bei der Wahl Kayns geht Altruis und warnt vor Illidans Schicksal. Die folgenden Ordensereignisse besitzen daher alternative Varianten. Altruis' Weg ist eine mögliche, nicht automatisch die einzig geschehene Fassung.
Eine veränderte Führung der Illidari
Als Stellvertreter unterstützte Altruis die Suche nach den Ordensartefakten und den Aufbau der Teufelshammer auf Mardum. In Azsuna half er, den Illidariposten zu halten. Nach Cyanas Verrat lenkte er den Blick auch auf mögliche Verbündete wie die dortigen blauen Drachen, statt den Krieg ausschließlich innerhalb der eigenen Streitmacht zu führen.
Beim Versuch, Akama zurückzugewinnen, konnte Altruis auf dessen Respekt für seinen früheren Widerstand bauen. Dieser Weg sucht Akamas erneute Zusammenarbeit, während Kayns Variante dessen Schatten herausreißt. Altruis beteiligte sich danach am Angriff auf Niskara und konnte mit Asha Rabengesang die Exodar verteidigen, sofern er zuvor gewählt worden war.
Ein leiserer Dämon nach dem Krieg
Viele Jahre später erschien Altruis bei der Feier um das erblühte Amirdrassil. Er erinnerte daran, keines der Opfer zu vergessen, die diesen Augenblick ermöglicht hatten. Nach der Gründung Bel'ameths hielt er sich am Zwielichtwachturm auf und sprach dort mit Landeron Teufelszorn.
Altruis erklärte, die rachsüchtige Stimme in seinem Inneren sei erstmals seit langer Zeit fast verstummt. Der Satz bedeutet keine sichere Heilung von der dämonischen Macht, zeigt aber einen seltenen Moment des Friedens. Seine Geschichte führt damit vom Widerspruch gegen Illidan über zwei Legionskriege zu einer Heimat der Nachtelfen, in der Wachsamkeit und Erinnerung nicht mehr ausschließlich durch unmittelbare Schlacht bestimmt sind.