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Zul'Aman
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Zul'Aman

Zul'Aman ist Tempelstadt und Herzland der Amani, älter als Quel'Thalas und von dessen Ausdehnung tief verwundet. Nach Zul'jins gewaltsamem Vermächtnis führt Zul'jarra das Reich zurück zu seinen Loa und in einen unsicheren Frieden.

Die Stadt im alten Wald

Zul'Aman liegt zwischen hohen Bergen, dichten Wäldern und heiligen Stätten im Norden der Östlichen Königreiche. Für die Amani ist es keine Festung, die erst aus dem Krieg mit den Elfen entstand. Die Tempelstadt gehört zu einem viel älteren Herzland. Von dort aus herrschten Waldtrolle über weite Gebiete, lange bevor Quel'Thalas seine Grenzen in dieselben Wälder zeichnete.

Loa wie Akil'zon, Nalorakk, Jan'alai und Halazzi waren mit Orten, Familien und Aufgaben verbunden. Dörfer und verwandte Stämme bildeten keine vollkommen einheitliche Masse, doch Zul'Aman gab ihnen einen Mittelpunkt. Wer die Stadt nur als Ausgangspunkt wiederholter Angriffe betrachtet, sieht ihre Tore aus der Blickrichtung Quel'Thalas'. Von innen führen dieselben Wege zu Gräbern, Schreinen und Geschichten einer Bevölkerung, die sich nicht als Eindringling im eigenen Land verstand.

Land, das zwei Völker Heimat nennen

Die Hochgeborenen unter Dath'Remar gründeten Quel'Thalas auf Gebiet, das die Amani beanspruchten. Magische Steine und später Ban'dinoriel schützten das neue Reich, während die Trolle zurückgedrängt wurden. Jahrtausende der Angriffe und Vergeltung machten aus einer Landfrage eine Erbschaft, in der beinahe jede Generation Tote zu beklagen hatte.

In den Trollkriegen vereinten Zandalari die Amani erneut. Erst das Bündnis von Arathor und Quel'Thalas brach ihre Heere. Feuer der ersten menschlichen Magier verhinderte die Regeneration der Trollkrieger, und die Sieger jagten die Fliehenden. Zul'Aman blieb bestehen, aber die Niederlage zerschlug die Hoffnung, das alte Gebiet mit einer einzigen großen Streitmacht zurückzugewinnen. Von da an war jede Mauer Quel'Thalas' für die Amani zugleich Grenze und Denkmal des verlorenen Landes.

Zul'jin und die gestohlenen Götter

Zul'jin führte die Amani im Zweiten Krieg an die Seite der Horde, weil sie einen gemeinsamen Feind in den Hochelfen sahen. Nach seiner Gefangenschaft und Folter verlor er einen Arm und zog sich nach Zul'Aman zurück. Als die Blutelfen später selbst der Horde beitraten, empfand er dies als weiteren Verrat. Er erklärte beiden großen Fraktionen den Krieg.

Hexlord Malacrass band die Kräfte der Loa in auserwählte Krieger. Aus der Verzweiflung, genug Macht gegen überlegene Feinde zu gewinnen, wurde ein Angriff auf die eigenen heiligen Beziehungen. Fremde Kämpfer drangen in die Stadt ein, befreiten die gebundenen Loa und töteten Zul'jin. Danach blieb kein erlöster Frieden zurück. Die Götter wandten sich von den Amani ab, Kinder verloren Eltern, und neue Anführer wie Daakara versuchten, die Leerstelle erneut mit Krieg zu füllen.

Eine Erbin zwischen Zorn und Pflicht

Zul'jins Enkelin Zul'jarra wuchs im Schatten dieser Niederlagen auf. Ihre Mutter Zarama hielt das Volk zusammen, bis schwere Wunden ihre Stellung gefährdeten. Zul'jarra bestand Kämpfe um die Nachfolge und wurde Häuptling. Sie erbte weder ein geeintes Reich noch das selbstverständliche Vertrauen der Loa.

Als die Klinge des Zwielichts Zul'Aman während des Krieges von Licht und Schatten angriff, schloss Zul'jarra ein widerwilliges Bündnis mit Lady Liadrin. Gemeinsam gingen sie zu den Tempeln. Die neue Anführerin gewann die Gunst Akil'zons und Halazzis, half bei Jan'alais Wiedergeburt und stellte sich Naloraks Prüfung. Sie verlangte nicht, dass die Vergangenheit vergessen werde. Sie zeigte den Loa, dass Führung wieder Schutz bedeuten konnte, statt ihre Macht gegen ihren Willen in Körper zu sperren.

Ein Frieden, der Arbeit verlangt

Unter Zul'jarra stehen die Amani erneut als sichtbares Volk in ihrem Land. Die Leere greift ihre Tempel an, verwandte Stämme bringen eigene Forderungen mit, und ihr Bruder Zul'jan sucht gefährlichere Wege, um die Heimat zu verteidigen. Die Zusammenarbeit mit Blutelfen beendet den alten Streit nicht. Sie beginnt in einer Lage, in der beide Seiten ohne den anderen gegen die größere Finsternis verlieren könnten.

Zul'Aman ist deshalb weder Ruine eines besiegten Feindes noch romantische Erinnerung an ein widerspruchsfreies Trollreich. In seinen Wäldern liegen berechtigte Trauer, begangene Grausamkeit, Glaube und politische Verantwortung nebeneinander. Zul'jarras Aufgabe besteht nicht darin, Zul'jins Zorn zu verleugnen oder ihn noch einmal zur einzigen Sprache der Amani zu machen. Sie muss eine Zukunft bauen, in der das Volk sein Land und seine Würde bewahrt, ohne jedes Kind jenseits der Grenze bereits zum Erben eines ewigen Krieges zu erklären.