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Nazmir
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Nazmir

Der uralte Sumpf Zandalars, in dem Loa, Bluttrolle und zandalari Herrschaft um Leben, Glauben und Erinnerung rangen, während G'huuns Fäulnis aus Uldir in das Land sickerte.

Das versunkene Herz Zandalars

Nazmir liegt nordöstlich von Zuldazar. Ruinen, zerbrochene Straßen und gewaltige Tempel zeigen, dass der Sumpf nicht immer als abgelegener Rand des Reiches galt. Wasser und Wurzeln haben alte zandalari Bauten verschlungen, doch sie nicht zum Schweigen gebracht. Zwischen Schilf und Nebel stehen die Reste einer Zeit, in der Herrscher das Gebiet enger an Dazar'alor banden.

Unter dem Land liegt Uldir. Die titanische Anlage sollte die Verderbnis der Alten Götter verstehen und eindämmen. Stattdessen entstand dort G'huun. Seine Fäulnis sickerte über Zeitalter in Nazmir. Der Sumpf ist deshalb nicht einfach eine wilde Landschaft; er ist die Oberfläche eines Gefängnisses, dessen Krankheit nach oben atmet.

Loa im Morast

Mehrere Loa prägten Nazmir. Krag'wa bewahrte seine Anhänger mit gewaltiger Kraft, Torga trug Weisheit und lange Erinnerung, Hir'eek spannte seine Flügel über Fledermäuse und Bwonsamdi führte Trollseelen zu seiner Nekropole. Ihre Tempel machten den Sumpf zu einem geistlichen Land, nicht zu einer leeren Wildnis zwischen wichtigen Städten.

G'huuns Einfluss traf diese Ordnung gezielt. Hir'eek wurde verdorben, Torga von Bluttrollen getötet. Selbst Bwonsamdi spürte, wie Seelen seinem Zugriff entglitten. Die Verderbnis fraß damit nicht nur Körper. Sie griff Beziehungen zwischen Gläubigen, Toten und ihren Loa an.

Die Bluttrolle

Bluttrollstämme verehrten G'huun als Blutgott. Ihre Magie machte Opfer zu Kraft, belebte Monstrositäten und ließ den Sumpf selbst wie eine Waffe wirken. Warmütter führten Gemeinschaften, in denen Stärke, Jagd und Ritual eng verbunden waren. Gefangene wurden nicht aus Gnade am Leben gelassen, sondern weil lebendes Blut wertvoller war.

Sie waren dennoch nicht bloß willenlose Diener aus Uldir. G'huun bot ihnen Macht gegen ein Zandalari-Reich, das Nazmir vernachlässigt und ihre Lebensweise verachtet hatte. Die Antwort war grausam, doch sie wuchs in einer wirklichen Entfernung zwischen Hauptstadt und Sumpf. Wo ein Reich nur Barbaren sehen wollte, fand ein gefangener Gott Trolle, deren Zorn sich gegen das Reich lenken ließ.

Talanjis Feldzug

Prinzessin Talanji zog mit Verbündeten nach Nazmir, um die Bedrohung zu verstehen. Sie suchte die Loa auf, gewann Krag'was Hilfe, handelte mit Bwonsamdi und musste Torgas Tod mit ansehen. Jeder Bund brachte Kraft, aber auch Verantwortung. Die Loa waren keine Waffen, die eine Prinzessin einfach aus einem Tempel holen konnte.

Währenddessen brachen G'huuns Diener das Siegel von Atul'nazman. Zul und seine Verbündeten arbeiteten daran, auch die übrigen Siegel zu zerstören. Der Krieg im Sumpf war daher Wettlauf und Abschied zugleich: Selbst Siege gegen Bluttrolllager konnten nicht verhindern, dass der uralte Verschluss unter ihren Füßen schwächer wurde.

Nach G'huuns Fall

G'huun wurde in Uldir getötet, doch Nazmir wurde nicht zu einer unversehrten Landschaft. Bluttrolle, Untote und verdorbene Kreaturen blieben. Bwonsamdis Tempel musste später gegen Mueh'zalas Anhänger verteidigt werden. Fäulnis verschwindet langsamer, als ihr Gott stirbt.

Nazmir erzählt deshalb von Vernachlässigung und Beharrlichkeit. Dazar'alor sah lange einen gefährlichen Sumpf an seinem Rand. Tatsächlich lag dort ein Mittelpunkt: das Gefängnis einer weltweiten Bedrohung, die Heimat mächtiger Loa und der Ort, an dem Talanji lernte, dass Herrschaft nicht von einer goldenen Pyramide aus verstanden werden kann. Wer ein Land nur als Morast bezeichnet, bemerkt oft erst beim Einsinken, was darunter getragen wurde.