Ehre und StärkeBlackmoore
Bwonsamdi
Charakter

Bwonsamdi

Der spöttische Loa des Todes, der Trollseelen in der Anderen Seite bewahrt, Rastakhans Blutlinie durch einen Pakt band und sich schließlich gegen seinen früheren Herrn Mueh'zala erhob.

Der Loa an der Schwelle

Bwonsamdi begegnet Sterblichen mit einem Lachen, das selten verrät, ob gerade ein Scherz oder ein Vertrag begonnen hat. Als Loa des Todes hütet er vor allem Trollseelen und führt seine Gläubigen in die Andere Seite. Je mehr Seelen ihm anvertraut sind, desto größer wird seine Macht. Für ihn sind die Toten Schutzbefohlene, Gemeinschaft und Währung zugleich.

Seine Schreine stehen nahe Gräbern, seine Gegenwart lässt Pflanzen welken, und seine Hilfe kommt fast immer mit einer Bedingung. Dennoch ist er nicht einfach ein Dämon, der Unterschriften sammelt. Bwonsamdi erfüllt Abmachungen, schützt die Seinen und nimmt einen sehr persönlichen Anteil an jenen, die oft genug mit ihm handeln.

Vom Priester zum Loa

Bwonsamdi behauptete gern, älter als die Trolle zu sein. Tatsächlich war er einst Priester und Diener Mueh'zalas, des damaligen großen Todesloas. Mueh'zala erhob ihn und band ihn an sich. Doch dessen Glaube verlangte immer grausamere Opfer, und viele Trolle wandten sich ab.

Mit der Zeit wurde Bwonsamdi für die Dunkelspeere und andere Stämme zum vertrauteren Hüter der Toten. Der ehemalige Diener gewann ein eigenes Reich und eigene Gläubige. Hinter seinem selbstsicheren Auftreten blieb jedoch die alte Abhängigkeit bestehen. Mueh'zalas Anspruch war nicht vergessen, nur aufgeschoben.

Rastakhans Pakt

Nachdem Zul Rezan getötet hatte, verlor König Rastakhan den Schutz des Königsloa. Als der Angriff auf Dazar'alor näher rückte, bat er Bwonsamdi um Macht. Der Loa verlangte, zum Loa der Könige erhoben zu werden und Rastakhans Blutlinie in Leben und Tod an sich zu binden. Der König stimmte zu, um sein Reich zu retten.

Bwonsamdis Kraft half, Zul zu besiegen. Beim Angriff der Allianz auf Dazar'alor kämpfte Rastakhan erneut mit dieser Macht, doch der Segen überwältigte ihn. Er starb, und der Pakt ging auf Talanji über. Später handelte die Königin neue Bedingungen aus: Bwonsamdi blieb Loa der Könige, sollte aber nicht länger allein über ihre Entscheidungen stehen.

Spott als Rüstung

Bwonsamdi fordert Seelen, verspottet Helden und erinnert jeden gern an offene Schulden. Zugleich rettete er Zekhan vor dem Schlund, bewahrte Rastakhan und andere Trollseelen vor Mueh'zala und schützte seine Tempel gegen Angreifer. Seine Fürsorge ist echt, auch wenn er sie selten ohne ein selbstgefälliges Lächeln zeigt.

Diese Widersprüchlichkeit gehört zu seiner Macht. Ein freundlicher Totengott wäre leicht zu romantisieren, ein nur grausamer leicht zu bekämpfen. Bwonsamdi zwingt seine Partner, genau zuzuhören. Hinter jedem Witz kann ein Preis liegen, hinter jeder Forderung aber auch eine Grenze, die er gegen Schlimmeres verteidigt.

Der Kampf um die Andere Seite

In den Schattenlanden erkannte Bwonsamdi, dass Mueh'zala mit dem Kerkermeister verbündet war und Loaseelen raubte. In der Anderen Seite stellte er sich seinem früheren Herrn. Mit Hilfe fremder Streiter besiegte und band er Mueh'zala. Der ehemalige Diener erklärte sich nun selbst zum Herrn.

Der Sieg machte ihn nicht plötzlich selbstlos. Er blieb Händler, Trickster und Sammler von Seelen. Doch als die größere Herrschaft kam, entschied er sich, seine Toten nicht auszuliefern. Bwonsamdi verkörpert damit eine Form von Tod, die unbequem lebendig wirkt. Wer sein Reich betritt, wird gezählt, verspottet und vielleicht um einen Gefallen gebeten. Vor allem aber wird die Seele nicht vergessen, und in einer Welt, in der selbst das Jenseits Beute werden kann, ist das ein Versprechen von beträchtlichem Gewicht.