Zwei Schwestern ohne Heimat
Gorgonna und ihre ältere Schwester Krenna wurden als Kinder mit ihren Eltern nach Azeroth gebracht. Die Familie gehörte zum Kriegshymnenklan, doch Häuptling Grommash Höllschrei missbilligte, dass die Eltern ihre Töchter in den Krieg mitgenommen hatten, und verbannte sie aus dem Lager. Auf ihrer Wanderung geriet die Familie in Arathi in einen Hinterhalt menschlicher Soldaten. Die Eltern starben, Gorgonna und Krenna wurden gefangen und in die Internierungslager von Durnholde gebracht.
Nach Thralls Aufstand gegen die Lager schlossen sich die Schwestern seiner neuen Horde an und folgten ihm nach Kalimdor. Ihre gemeinsame Vergangenheit erklärte später sowohl ihre enge Bindung als auch ihre gegensätzlichen Antworten auf Gewalt. Krenna lernte, nur Härte als Schutz vor neuer Gefangenschaft zu akzeptieren. Gorgonna glaubte dagegen, dass die Orcs für die Verbrechen der alten Horde Verantwortung tragen müssten und Stärke nicht mit Grausamkeit verwechseln dürften.
Die Schuld der alten Horde
Als Garrosh Höllschrei Orgrimmar besuchte, geriet er mit Krenna in einen Streit, der beinahe handgreiflich wurde. Gorgonna trennte beide und erklärte Garrosh anschließend ihre Sicht auf die Geschichte. Ihre Eltern hatten Mannoroths Blut getrunken und im Namen der Horde Unschuldige angegriffen. Gorgonna sah das spätere Leid der Orcs daher auch als Buße für Taten, die nicht einfach durch den Hinweis auf dämonische Manipulation verschwanden.
Diese Haltung machte sie nicht friedfertig oder schwach. Gorgonna blieb eine Kriegerin des Kriegshymnenklans. Sie unterschied jedoch zwischen notwendiger Gewalt und Herrschaft durch Angst. Gerade deshalb wurde der Konflikt mit Krenna im Krieg gegen den Lichkönig unausweichlich. Beide Frauen wollten die Horde schützen, verstanden Schutz aber gegensätzlich: Krenna verlangte Gehorsam durch Strafe, Gorgonna suchte Disziplin, die auch Urteilskraft und Gnade zuließ.
Krennas Herrschaft in den Grizzlyhügeln
In Nordend führte Krenna die Eroberungsfeste in den Grizzlyhügeln. Ihr Vorgehen wurde immer rücksichtsloser. Gorgonna versuchte, den Schaden zu begrenzen, ohne die militärische Ordnung offen zu zerbrechen. Sie ließ einem gefangenen Fallensteller namens Sasha heimlich eine Nachricht zukommen, damit dieser vor der Hinrichtung bewahrt werden konnte. Als Krenna verlangte, dem trollischen Lederhändler Jun'ik wegen eines Betrugs das Bein zu brechen, half Gorgonna ihm, die Strafe nur glaubhaft vorzutäuschen.
Diese kleinen Akte der Gnade waren keine Nebensache. Die Eroberungsfeste lag in feindlichem Gebiet, und jede offene Spaltung hätte alle Soldaten gefährdet. Gorgonna musste daher gleichzeitig Krennas Befehlsgewalt unterlaufen und den Anschein von Einheit erhalten. Als Krenna die Täuschungen entdeckte, betrachtete sie das Verhalten ihrer Schwester als Verrat und forderte Gorgonna sowie deren Helfer zum Kampf in der Eroberungsgrube.
Der Zweikampf um die Eroberungsfeste
Der Streit endete in einem Duell auf Leben und Tod. Gorgonna tötete Krenna mit Unterstützung der Abenteurer, die ihr zuvor geholfen hatten. Danach übernahm sie die Führung der Eroberungsfeste. Der Sieg befreite den Außenposten von Krennas Willkür, war für Gorgonna aber kein Triumph über eine beliebige Feindin. Sie hatte ihre letzte enge Angehörige getötet und erklärte später, dass ihr nun nur noch die Horde geblieben sei.
Die Geschichte stellt Gorgonna nicht als makellose Gegenfigur dar. Auch sie akzeptiert den tödlichen Zweikampf und übernimmt Führung durch erwiesene Stärke. Der Unterschied liegt in der Grenze, die sie zieht. Ein Befehlshaber darf Härte verlangen, aber nicht die eigenen Leute aus Misstrauen und Zorn zerstören. Ihre Herrschaft über die Eroberungsfeste wurde so zum ersten größeren Beispiel dafür, wie sie Tradition und Verantwortung miteinander verbindet.
Häuptlingin des Kriegshymnenklans
Nach Garroshs Sturz war der Kriegshymnenklan zerrissen. Garrosh hatte den Namen seines Vaters benutzt, um Eroberung und Vorherrschaft zu rechtfertigen, und viele Orcs in einen Krieg gegen die übrige Welt und gegen Teile der eigenen Horde geführt. Gorgonnas Onkel Gargok suchte den Kontakt zu ihr. In Eschental fand sie einen Klan, der nach all diesen Niederlagen eine neue Führung und eine neue gemeinsame Bedeutung brauchte.
Gorgonna bewies ihre Stärke in Mak'gora und wurde Häuptlingin. Sie versprach, den Kriegshymnenklan nie wieder seine Ehre für einen Sieg opfern zu lassen. Beim Kosh'harg in Klingenhügel erklärte sie, dass Kampfkönnen und der berühmte Schlachtruf weiterhin zum Klan gehörten. Garroshs Fall sollte jedoch als Warnung dienen. Die Kriegshymnen mussten stark bleiben, ohne erneut einem Anführer zu folgen, der jedes Mittel mit dem Wort Sieg entschuldigte.
Eine Stimme der erneuerten Horde
Nach der Zerstörung Dalarans führte Gorgonna Kriegshymnenkrieger nach Khaz Algar und unterstützte die Horde im Kampf gegen Xal'atath. In Dornogal arbeitete sie neben anderen Anführern und half bei der Ausbildung der Irdenen. Ihre Anwesenheit zeigt, dass der Klan nach Garrosh nicht verschwand. Er wurde unter einer Häuptlingin neu geordnet, die den alten Stolz nicht leugnet, ihn aber an Verantwortung bindet.
Während des Krieges von Licht und Schatten folgte der Kriegshymnenklan dem Ruf zur Verteidigung Silbermonds. Nach dem Sieg sprach Gorgonna darüber, dass Horde und Allianz alte Taten nicht vergessen müssten, um gemeinsam einen größeren Feind zu besiegen. Sie hielt dauerhafte Einigkeit nicht für selbstverständlich, erkannte aber den im Kampf erworbenen Respekt an. Damit bleibt sie ihrer frühesten Haltung treu: Frieden entsteht nicht durch das Vergessen von Schuld, und Ehre zeigt sich gerade darin, was ein Krieger trotz seiner Macht nicht tut.