Eine Siedlung im neuen Durotar
Nach dem Dritten Krieg führte Thrall die Orcs in das trockene Land östlich des Brachlands. Er nannte es Durotar, nach seinem Vater Durotan. Die karge Heimat war zugleich Schutz und bewusste Bürde. Thrall wollte seinem Volk keinen reichen Boden schenken, den es sofort wieder mit Eroberung verteidigen musste. Die Orcs sollten lernen, aus eigener Arbeit zu leben und die Schuld ihrer früheren Kriege nicht zu vergessen.
Klingenhügel entstand südlich von Orgrimmar an der Straße nach Sen'jin. Die Siedlung lag auf erhöhtem Boden zwischen Schluchten und bot Reisenden einen sicheren Halt. Ihre Gebäude waren einfacher als die Hallen der Hauptstadt, aber gerade deshalb näher am Alltag der meisten Orcs.
Ausbildung und Versorgung
Junge Krieger, Jäger und Handwerker sammelten in Klingenhügel erste Erfahrungen. Schmieden, Händler und Lehrer versorgten die umliegenden Höfe und Wachposten. Von hier aus wurden Aufträge gegen Wildtiere, Kultisten, feindliche Menschen und Stacheleber koordiniert.
Die Aufgaben wirkten kleiner als die großen Kriege der Horde, waren aber für den Aufbau entscheidend. Eine neue Gesellschaft brauchte Wachen, Nahrung und verlässliche Straßen. Klingenhügel zeigte, ob die Orcs nach Jahren als nomadische Armee wieder lernen konnten, Dörfer zu schützen und Verantwortung für gewöhnliche Bewohner zu übernehmen.
Zwischen Sen'jin und Orgrimmar
Im Süden lebten die Dunkelspeertrolle um Sen'jin, im Norden erhob sich Orgrimmar. Klingenhügel verband beide Zentren. Trolle handelten und reisten durch die Siedlung, während orcische Patrouillen die Wege zur Küste und zum Brachland sicherten. Dadurch wurde Thralls Bündnis im Alltag sichtbar.
Die Nähe brachte auch Spannungen. Durotars Ressourcen waren knapp, und jeder Angriff auf Karawanen traf mehrere Gemeinschaften zugleich. Die Bewohner mussten lernen, dass die Sicherheit der Orcs nicht von der Sicherheit ihrer Verbündeten getrennt werden konnte.
Angriffe auf das Herzland
Menschliche Truppen von der Feste Nordwacht und andere Feinde drangen wiederholt nach Durotar vor. Klingenhügel lag auf dem Weg nach Orgrimmar und wurde deshalb zum frühen Ziel. Auch Kultisten der Brennenden Klinge arbeiteten in der Region und erinnerten daran, dass die dämonische Vergangenheit der Orcs nicht mit Mannoroths Tod verschwunden war.
Bei solchen Angriffen war Klingenhügel mehr als ein Dorf. Fiel der Posten, öffnete sich die Straße zur Hauptstadt. Seine Wachen schützten daher nicht nur Häuser, sondern den südlichen Zugang zu Thralls gesamtem neuen Reich.
Das gewöhnliche Gesicht der Horde
Orgrimmar zeigt die politische und militärische Macht der Horde. Klingenhügel zeigt, wofür diese Macht im besten Fall eingesetzt werden sollte. Familien, Lehrlinge, Händler und erschöpfte Reisende brauchten keinen weiteren Eroberungszug, sondern einen Ort, an dem sie sicher leben und arbeiten konnten.
Die Geschichte der Siedlung ist deshalb bewusst weniger prächtig als die großer Hauptstädte. Klingenhügel entstand aus dem Versuch, nach Knechtschaft und Krieg wieder Alltag aufzubauen. Jeder verteidigte Brunnen und jede geöffnete Straße gehörten zu diesem Neubeginn ebenso wie Thralls große Reden über Ehre und Freiheit.