Die Zurückgelassenen von Argus
Krokuun war einst ein Teil von Argus, der Heimat der Eredar. Bevor Sargeras diese Welt erreichte, besaß ihr Volk große Städte, arkanes Wissen und eine hochentwickelte Kultur. Die drei angesehensten Anführer waren Velen, Kil'jaeden und Archimonde. Als Sargeras ihnen Macht und Wissen versprach, erkannte Velen durch eine Vision, dass der vermeintliche Wohltäter ihr Volk versklaven würde. Mit Hilfe des Naaru K'ure floh er mit einem Teil der Eredar. Aus diesen Flüchtlingen wurden die Draenei.
Nicht alle, die Sargeras ablehnten, konnten Velen folgen. Viele blieben zurück oder wurden während der Flucht getrennt. Die Legion verwandelte Argus in ihr wichtigstes Machtzentrum. Felenergie zerbrach die Landschaft, Dämonen jagten Widerständler und die überlebenden Eredar verloren durch Verderbnis und Entbehrung ihre frühere Gestalt. Sie nannten sich Krokul, die Gebrochenen. Unter Häuptling Hatuun hielten sie in Krokuun aus. Ihre Erinnerung an Velen war nicht die eines großen Propheten, sondern die eines Anführers, der entkommen war, während sie zurückblieben.
Eine Welt wird zum Aufmarschgebiet
Über Jahrtausende machte die Legion Krokuun zu einer militärischen Landschaft. Festungen, Gruben und Teufelsmaschinen überzogen den Boden. Der Himmel zeigte die Verletzungen des Planeten, und selbst weit entfernte Orte waren vom grünen Licht der Legion gezeichnet. Die Krokul überlebten in Verstecken und führten einen Krieg, den sie nicht gewinnen konnten. Ihr Ziel war zunächst nicht Befreiung, sondern das Fortbestehen bis zum nächsten Tag.
Auch die Armee des Lichts kämpfte auf Argus. Diese Streitmacht aus Völkern verschiedener Welten stand unter der Führung des Naaru Xe'ra und des menschlichen Paladins Turalyon. Ihr Schiff, die Xenedar, wurde über Krokuun abgeschossen. Damit trafen zwei Formen des Widerstands aufeinander: eine kosmische Armee, die seit Jahrhunderten gegen die Legion kämpfte, und ein einheimisches Volk, das denselben Feind über Jahrtausende in den Ruinen seiner Heimat überlebt hatte.
Velens Rückkehr
Als die Vindicaar Argus erreichte, betrat Velen zum ersten Mal seit seiner Flucht wieder seine Heimat. Er kam als Prophet, Anführer der Draenei und Verbündeter einer großen Streitmacht. Hatuun sah in ihm dennoch den Mann, der gegangen war. Sein Zorn zwang Velen, eine Wahrheit anzuerkennen, die in den Erzählungen der Draenei leicht verblassen konnte: Die Flucht hatte einen Teil seines Volkes gerettet, aber sie hatte andere ohne Schutz zurückgelassen.
Velen konnte diese Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Er half den Krokul, Gefangene zu befreien, Stellungen der Legion zu zerstören und einen Weg aus Krokuun zu öffnen. Vertrauen entstand dabei nicht durch eine einzige Entschuldigung. Es wuchs, weil Draenei, Krokul und Armee des Lichts nun denselben Boden verteidigten. Hatuun musste Velen nicht zum unfehlbaren Retter erklären, um mit ihm gegen den gemeinsamen Feind zu kämpfen.
Der erste Schritt nach Antorus
Von Krokuun aus führte der Feldzug weiter nach Eredath und in die Antorische Ödnis. Jeder Vormarsch zeigte, wie vollständig die Legion Argus verändert hatte. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass unter ihren Festungen noch immer Erinnerungen an die alte Welt lebten. Für Velen war Krokuun deshalb mehr als ein Landepunkt. Hier begann die Rückkehr in seine eigene Vergangenheit.
Für die Krokul bedeutete die Ankunft der Verbündeten erstmals eine Aussicht auf mehr als bloßes Überleben. Ihre Heimat blieb verwüstet, und viele Verluste konnten nicht ausgeglichen werden. Doch ihr Widerstand wurde Teil des Angriffs auf Antorus. Jene, die Sargeras weder gefolgt noch mit Velen entkommen waren, standen am Ende selbst am Weg zum Sturz der Legion.