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Arathihochland
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Arathihochland

Im Arathihochland stand mit Strom die erste Hauptstadt des geeinten Menschenreiches. Seine trockenen Ebenen erzählen vom Aufstieg Arathors, vom Niedergang Stromgardes und von einer Rückkehr, die alte Heimat erneut zum umkämpften Grenzland machte.

Die Ebene, auf der Arathor begann

Das Arathihochland ist nicht der Ursprung aller Menschen, auch wenn seine Ruinen leicht zu dieser Vorstellung verführen. Menschen lebten bereits an anderen Orten, als Thoradin die zerstrittenen Stämme zusammenführte. Doch hier gab er ihrer Einigung eine Hauptstadt. Strom erhob sich in einer trockenen, offenen Landschaft, deren Hügel weniger Deckung für die Waldtrolle boten als die Wälder des Nordens. Aus Geografie wurde Schutz, aus Schutz ein politischer Mittelpunkt.

Thoradins Reich Arathor verband die Menschen erstmals in einem großen Bund. Von Strom aus zog das Heer in die Trollkriege und schloss sein folgenschweres Bündnis mit den Hochelfen. Menschen lernten arkane Magie, die Amani wurden zurückgedrängt, und das junge Reich entdeckte, dass gemeinsame Feinde Einheit schaffen können. Zugleich begann hier eine Gewohnheit, die das Hochland nie ganz verließ: Jede Generation las dieselben Straßen und Mauern als Beweis, dass gerade ihr Anspruch der älteste und damit der gerechteste sei.

Von Strom zu Stromgarde

Arathor wuchs über seine erste Hauptstadt hinaus. Fruchtbarere Länder und neue Handelswege lockten Familien nach Norden, andere Nachfahren Thoradins zogen in den Süden und begründeten später Sturmwind. Strom blieb zurück. Nicht ein einziger Feind brachte die Stadt zu Fall; das Zentrum wurde allmählich zum Rand des eigenen Erfolges. Aus dem alten Reich entstand das kleinere Königreich Stromgarde, dessen Name die Erinnerung bewahrte und zugleich zugab, dass die Welt um es herum eine andere geworden war.

Unter der Familie Trollbane hielt Stromgarde an einer kriegerischen Identität fest. Es bewachte das Hochland, kämpfte gegen Waldtrolle und stellte im Zweiten Krieg einen bedeutenden Teil der Truppen der Allianz von Lordaeron. Thoras Trollbane führte ein Volk, das seine kargen Böden nicht für einen Mangel hielt, sondern für eine Schule der Ausdauer. Selbst als andere Menschenreiche reicher und größer wurden, blieb im Hochland der Stolz, jene alte Mauer zu halten, hinter der menschliche Einheit einst begonnen hatte.

Ein Königreich zerfällt in seinen Mauern

Nach dem Dritten Krieg fehlten Stromgarde Menschen und sichere Verbündete. Viele Soldaten waren gefallen oder mit Jaina nach Kalimdor gezogen. Die Stadt wurde geplündert und in Bezirke zerrissen: Syndikat, Oger und die verbliebenen Verteidiger beanspruchten Teile derselben Ruine. Prinz Galen Trollbane hielt nur einen Rest des väterlichen Reiches. Die Hauptstadt bestand weiter auf Karten, doch innerhalb ihrer Mauern galten mehrere Gesetze und keines reichte weit.

Auch das Hochland zerfiel in Lager. In Hammerfall lebten Orcs an einem Ort, der an ihre Internierung und Befreiung erinnerte. Verlassene, Trolle, Oger und Menschen kämpften um Wege, Höfe und alte Festungen. Der Tod Galens, seine Erhebung zum Untoten und sein endgültiger Fall machten die dynastische Hoffnung noch brüchiger. Stromgardes Geschichte zeigte nun die Kehrseite des Erbes: Ein großer Name kann Menschen zusammenrufen, aber er kann keine Dächer decken und keine Stadt verteidigen, wenn die Lebenden ihn nur noch gegeneinander führen.

Die Kriegsfront des Vierten Krieges

Danath Trollbane kehrte zurück und übernahm Verantwortung für das Haus, dessen Ruinen er lange aus der Ferne getragen hatte. Mit der Liga von Arathor und Unterstützung der Allianz begann der Wiederaufbau Stromgardes. Doch die erneuerte Stadt lag zwischen den Machtblöcken eines neuen Krieges. Für die Allianz öffnete das Hochland einen Weg nach Norden; für die Horde bedrohte eine befestigte Menschenmacht ihre Stellungen in Lordaeron. So wurde Heimat erneut zur strategischen Fläche.

Im Vierten Krieg stritten beide Seiten um Dörfer, Minen, Brücken und die Mauern Stromgardes. Befestigungen wechselten den Besitzer, während Soldaten auf Feldern kämpften, die schon zahllose ältere Kriege aufgenommen hatten. Am Ende behauptete die Allianz den größten Teil des Gebietes und Stromgarde wurde wieder aufgebaut. Der Erfolg war real, aber er löschte nicht die Bewohner aus der Geschichte, die das Hochland in den Jahrzehnten des menschlichen Niedergangs ebenfalls zu ihrer Heimat gemacht hatten.

Heimkehr unter alten Wappen

Heute steht Stromgarde wieder als aktive Hauptstadt, und Danath führt das erneuerte Königreich. Die roten Dächer und instand gesetzten Mauern erfüllen einen Traum, der lange nur in Feldlagern und Erzählungen fortbestand. Dennoch ist diese Rückkehr nicht einfach die Wiederaufnahme von Arathor. Das erste Menschenreich umfasste eine Welt, die sich längst in eigene Völker und Staaten geteilt hat. Ein restaurierter Thron kann an Thoradin erinnern, ohne dessen Imperium zurückzubringen.

Gerade deshalb trägt das Arathihochland mehr als menschlichen Ruhm. Es erinnert an Einheit und an den Preis, den andere für sie zahlten, an treue Verteidiger und an jene, die zwischen ihren Bannern lebten. Seine offene Landschaft lässt wenig verschwinden. Mauern, Gräber und Lager liegen nebeneinander und zwingen jede neue Ordnung, auf den Resten der vorigen zu stehen. Stromgarde hat seine Stadt zurückgewonnen. Ob daraus dauerhaft Heimat wird, entscheidet sich daran, ob das Hochland endlich mehr sein darf als der älteste Anspruch auf den nächsten Krieg.