Ehre und StärkeBlackmoore
König Ymiron
Bosse

König Ymiron

Ymiron war der alte König der Vrykul und Herr des Drachenschinderklans. Aus Angst vor dem Fluch des Fleisches verbot er den Glauben an die Titanen und befahl die Tötung klein geborener Kinder, deren Überlebende zu den Menschen wurden. Nach langem magischem Schlaf erwachte er in einer neuen Welt, band sein Volk an den Lichkönig und wurde für diesen Verrat selbst zum Untoten.

Der Weg nach Turm Utgarde

Im Turm Utgarde lagen die höchsten Hallen des Drachenschinderklans. Hier belohnte der Lichkönig bewährte Diener, hier froren die Vrykul bezwungene Kreaturen als Trophäen ein, und hier herrschte König Ymiron über ein Volk, das er erst in Schlaf und später in die Arme der Geißel geführt hatte. Der Aufstieg durch den Turm war deshalb zugleich ein Weg durch Stolz, Grausamkeit und die lange Schuld eines Königs. In König Ymiron erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Ymiron führte die Vrykul, als ihre Körper noch deutlicher das Werk der Titanen zeigten und Kalimdor noch nicht in Kontinente gerissen war. Unter seinem Banner gewann der Drachenschinderklan die Oberhand über Feinde und trieb die Jalgar in die Wälder des Landesinneren. Der König kannte Erfolg als Beweis, dass Härte Ordnung schuf.

Der Fluch verändert Metall zu Fleisch

Dann begann der Fluch des Fleisches sein Volk umzuwandeln. Metall und steinerne Beständigkeit wichen Blut, Alter und Verwundbarkeit. Ymiron suchte die Schuld bei den Titanen und ihren verschwundenen Hütern. Weil die alten Schöpfer nicht antworteten, erklärte er ihre Verehrung für verboten und machte aus göttlichem Schweigen den Beweis eines Verrats.

Als Vrykulfrauen Kinder gebaren, die klein und in den Augen vieler missgebildet waren, verlangten einige ihre Tötung. Andere sahen weiterhin ihre Söhne und Töchter. Ymiron entschied sich für die Reinheit, die Furcht ihm versprach: Eltern sollten die Kinder selbst töten oder in Gjalerbron hingerichtet werden. Der Befehl machte Liebe zum Verbrechen und Gehorsam zum Maß eines ganzen Volkes.

Aus geretteten Leben wächst ein neues Volk

Nicht alle Eltern gehorchten. Sie flohen mit ihren Kindern und brachten sie zu den Titanenwächtern von Tirisfal, die sie in Sicherheit hielten. Über Generationen wurden aus diesen Nachkommen die Menschen. Ymiron wollte eine vermeintliche Schwäche aus seiner Geschichte schneiden. Stattdessen trieb seine Grausamkeit die Überlebenden auf einen eigenen Weg, aus dem später Königreiche hervorgingen, die weit über Nordend hinausreichten.

Als die Veränderungen nicht endeten, ließ Ymiron sein Volk in magischen Schlaf sinken. Jahrtausende später erwachten die Vrykul in einer Welt, die ohne sie weitergegangen war. Der Lichkönig bot Macht, Richtung und eine Erklärung, die Ymirons alte Wut bestätigte. Der König band den Drachenschinderklan an Arthas, obwohl dieser ausgerechnet einem Volk entstammte, dessen Ahnen Ymiron hatte vernichten wollen.

Vier Langschiffe voller alter Geister

Im höchsten Saal rief Ymiron die Geister gefallener Vrykul von ihren Langschiffen. Bjorn, Haldor, Ranulf und Torgyn verliehen ihm Frost, Geist, Fluch und Kriegskraft. Jeder angerufene Tote machte den Thron zu einem Hafen der Ahnen. Doch diese Ahnen dienten nun in einem Kampf, dessen Herr nicht aus ihrer eigenen Tradition, sondern vom Frostthron kam.

Ymiron hatte sich dem Lichkönig bewiesen und war als Untoter erhoben worden. Als er im Turm fiel, blieb ihm die von Odyn geschaffene Halle der Tapferkeit verschlossen, denn sein Bündnis galt als Verrat. Helya nahm ihn stattdessen in Helheim und machte ihn später zu einem ihrer mächtigen Diener. Der König, der Schwäche aus seinem Volk tilgen wollte, fand selbst im Tod keinen unabhängigen Thron.

Die Strafe, dem alten Gott doch zu dienen

Später überzeugten die Valarjar Odyn, den gefallenen König zu erheben und zu ewigem Dienst zu zwingen. Darin lag eine bittere Vollendung. Ymiron hatte die Titanen verstoßen, sein Volk an Arthas gegeben und jede Bindung als Werkzeug seiner Herrschaft behandelt. Am Ende wurde seine eigene Ewigkeit zum Dienst unter jenem Hüter, dessen Ordnung er einst im Zorn verworfen hatte.