Ehre und StärkeBlackmoore
Raszageth
Charakter

Raszageth

Die jüngste Inkarnation und fleischgewordene Sturmkraft, deren berechtigter Zorn auf titanischen Zwang durch Grausamkeit und Selbstüberschätzung zur neuen Kette wurde.

Die Sturmfresserin

Raszageth gehörte zu jenen Protodrachen, die das Geschenk der Titanen ablehnten. Für sie war die neue Ordnung keine Erhebung, sondern eine Verfälschung. Drachen sollten Kinder der Elemente bleiben, wild und selbstbestimmt, statt ihre Körper und Zukunft einer fremden Macht anzupassen. Sie band sich an Wind und Blitz, bis der Sturm nicht mehr nur um sie tobte, sondern aus ihr sprach.

Sie war die jüngste der vier Inkarnationen und die ungestümste. Ihr Zorn besaß einen wahren Kern. Die geordneten Drachenschwärme nahmen Eier und durchtränkten sie mit Ordnungsmagie; Versprechen gegenüber den freien Protodrachen wurden gebrochen. Raszageth sah darin den Beweis, dass Alexstraszas Frieden nur galt, solange die andere Seite sich verändern ließ. Doch ihr Widerstand wollte bald nicht mehr nur Freiheit. Er verlangte, dass die Geordneten litten und alles verloren.

Neltharions erste dunkle Antwort

Raszageth griff den Verbotenen Sektor an und bedrohte Neltharions Dracthyr. Sie zerstörte den Eidbinder, mit dem der Erdenwächter seine Soldaten kontrollierte. In der Gefahr griff Neltharion erstmals offen nach der Macht der Alten Götter. Mit ihr bannte er Raszageth in das Froststeingewölbe. Der Sieg rettete seine Streitmacht, öffnete aber in ihm eine Tür, die später Todesschwinge hervorbringen sollte.

Die Gefangenschaft Raszageths entfachte den Krieg der Schuppengeborenen. Vyranoth, Fyrakk und Iridikron nahmen elementare Macht an und führten die Primalisten gegen die Aspekte. Am Ende wurden auch sie eingeschlossen. Raszageth blieb zwanzigtausend Jahre wach genug, um Zorn und Botschaften durch die Risse ihres Gefängnisses zu senden.

Die Rückkehr des Sturms

Kurog Grimmtotem und neue Primalisten befreiten sie. Raszageth trat in eine Welt, die ihre Feinde als Beschützer verehrte. Sie zerstörte Anlagen, sammelte Elementarkräfte und kündigte an, Azeroth vom „Makel“ der Titanen zu reinigen. Den Dracthyr brachte sie eine doppelte Botschaft: Sie hatte ihren Beherrscher angegriffen, doch sie war bereit, auch die Befreiten zu vernichten, wenn sie nicht ihrer Vorstellung von Freiheit folgten.

Ihr eigentliches Ziel lag im Gewölbe der Inkarnationen. Dort waren ihre Geschwister gebunden. Raszageth wusste, dass sie den Krieg möglicherweise nicht überleben würde, solange ihre Niederlage die anderen befreite. Im Kampf gegen Azeroths Streiter zerriss sie die Barrieren des Gefängnisses. Sie fiel, aber Iridikron, Fyrakk und Vyranoth entkamen.

Damit erreichte Raszageth im Tod, was sie im Leben angekündigt hatte. Ihr Opfer machte sie jedoch nicht unschuldig. Sie hatte Leiden nicht bloß in Kauf genommen, sondern genossen und jede geordnete Kreatur zum Feind erklärt. Der Kampf gegen Zwang war selbst zu einer Forderung nach Unterwerfung geworden.

Raszageth bleibt deshalb mehr als ein Sturmmonster am Beginn eines neuen Drachenkrieges. Sie war eine Anklage gegen die verborgene Gewalt titanischer Ordnung. Doch weil sie nur noch Vernichtung als Antwort kannte, konnte sie keine gerechtere Zukunft bauen. Ihr Sturm sprengte die Gefängnistore. Was danach durch sie hindurchtrat, musste erst lernen, ob Freiheit ohne Mitgefühl etwas anderes ist als eine weitere Naturgewalt.