Ehre und StärkeBlackmoore
Khaz'goroth
Charakter

Khaz'goroth

Khaz'goroth ist der titanische Former der Welten. Seine Schmiedekunst prägte Azeroths titanische Hüter, den Hammer als Säule der Schöpfung und eine Ordnung, deren Schutz stets auch Kontrolle bedeutete.

Der Former im Pantheon

Khaz'goroth gehört zum Pantheon der Ordnung, jener Gemeinschaft erwachter Weltseelen, die durch den Großen Dunklen Jenseits zog und junge Welten formte. Wo Aman'Thul Zeit und Führung verkörperte und Eonar Leben hütete, galt Khaz'goroth als großer Schmied und Former. Berge, Erdschichten und die Körper titanischer Diener waren für ihn keine stumme Masse. In Metall und Stein erkannte er Möglichkeiten, die durch Feuer, Maß und geduldige Arbeit eine dauerhafte Gestalt annehmen konnten.

Seine Kunst war nie bloße Verzierung. Das Pantheon suchte nach weiteren Titanen und ordnete Welten, damit ihre Seelen sicher erwachen konnten. Formen bedeutete deshalb schützen, aber auch bestimmen. Was chaotisch wuchs, wurde vermessen; was als Gefahr galt, wurde gebunden oder entfernt. Khaz'goroths Hammer steht für diese doppelte Kraft. Er kann ein tragfähiges Werk schaffen, doch jeder Schlag folgt bereits einer Vorstellung davon, welche Gestalt die Welt haben soll.

Steinerne Hände auf Azeroth

Als die Titanen Azeroth ordneten, beaufsichtigte Khaz'goroth die Entstehung vieler Titanengeschmiedeter aus der Kruste der Welt. Hüter und Dienervölker sollten die Anlagen des Pantheons bewachen, die Alten Götter eindämmen und die verwundete Weltseele schützen. Khaz'goroth verlieh Archaedas besondere Macht über Erde und Schmiedekunst. Durch solche Stellvertreter wirkte sein Wille weiter, auch nachdem die Titanen Azeroth verlassen hatten.

Aus späteren Berichten geht hervor, dass Khaz'goroth Archaedas vor dem Einfluss der Alten Götter warnte und Aufgaben in den Tiefen Azeroths vorbereiten ließ. Auch Neltharion erhielt über die Ordnung der Hüter Gewalt über Erde und tiefe Orte und wurde zum Erdwächter. Diese Gabe schützte den Planeten lange, machte ihren Träger aber nicht unverwundbar gegen die Stimmen darunter. Der Former konnte eine Aufgabe in Stein schreiben; er konnte nicht für alle Zeiten den Willen dessen schmieden, der sie ausführte.

Der Hammer als Säule der Schöpfung

Der Hammer von Khaz'goroth gehörte zu den Säulen der Schöpfung, mächtigen Relikten, mit denen die Titanen Azeroth geordnet hatten. Hochbergstauren bewahrten ihn über Generationen. Als die Brennende Legion zurückkehrte, wurde er gemeinsam mit den anderen Säulen benötigt, um den Riss am Grabmal des Sargeras zu schließen. Ein Werkzeug uralter Weltenformung wurde damit nicht in einer fernen Schöpfungszeit verehrt, sondern in die Hände Sterblicher gelegt, die eine gegenwärtige Wunde schließen mussten.

Khaz'goroth und sein Hammer sind dennoch nicht dasselbe. Das Artefakt trägt seine Macht und seinen Namen, während der Titan eine eigene Geschichte von Schöpfung, Niederlage und Rückkehr besitzt. Die Unterscheidung ist wichtig, weil Legenden ihre Urheber leicht auf einen berühmten Gegenstand verkürzen. Der Hammer zeigt, was Khaz'goroth hervorbringen konnte. Er erzählt noch nicht, was es den Former kostete, als ein anderer Titan beschloss, jede mögliche Schöpfung müsse lieber brennen als der Leere anheimfallen.

Der Tod des Pantheons

Sargeras lockte das Pantheon nach Nihilam und vernichtete die Körper seiner früheren Gefährten. Ihre Seelen entkamen zunächst, fanden aber keinen dauerhaften Schutz in den dafür vorgesehenen Hütern Azeroths. Die Legion jagte und fing sie. In Antorus wurden Khaz'goroth und die anderen Titanen gequält, damit Sargeras ihren Willen brechen und aus ihnen ein dunkles Pantheon für seinen Kreuzzug formen konnte.

Streiter aus Azeroth befreiten die gepeinigten Seelen. Khaz'goroth gab ihnen einen Teil seiner Kraft für den Kampf gegen Argus, dessen Weltseele die Legion zur schnellen Wiedergeburt ihrer Dämonen missbrauchte. Nach Argus' Niederlage vereinte das Pantheon seine Macht, zog Sargeras an seinen Sitz und band ihn dort. Der Former gewann keinen unversehrten Kosmos zurück. Er half, einen Bruder einzusperren, der aus Furcht vor Verderbnis selbst zum größten Zerstörer ihrer Werke geworden war.

Ordnung nach dem Zerbrechen

Khaz'goroth befindet sich weiterhin mit dem Pantheon an dessen Sitz, während Azeroth ohne unmittelbare titanische Führung weiterlebt. Seine Anlagen und Befehle wirken dennoch in Hütern, Maschinen und Völkern fort. Neuere Spuren in Khaz Algar zeigen besonders deutlich, wie tief die Titanen ihre Vorstellung von Ordnung in die Erde einschrieben. Der Schutz der Weltseele sollte fremden Einflüssen wehren, konnte aber auch verlangen, dass nur der vorgesehene titanische Einfluss als rechtmäßig galt.

Darum ist Khaz'goroth weder bloß ein gütiger Handwerker noch ein ferner Tyrann. Ohne seine Werke wäre Azeroth wahrscheinlich den Alten Göttern erlegen; durch seine Werke entstanden jedoch Systeme, die lebende Völker lange als Funktionen eines Plans behandelten. Seine beste Hinterlassenschaft liegt vielleicht nicht im vollkommenen Gehorsam des Materials. Sie liegt in Geschöpfen, die Stein und Metall aus seinem Feuer erbten und dennoch eigene Entscheidungen trafen. Ein Former kann den ersten Schlag setzen. Ob das Werk danach nur Werkzeug bleibt oder selbst Zukunft gestaltet, entzieht sich selbst der Hand eines Titanen.