Ehre und StärkeBlackmoore
Aegis des Aggramar
Gegenstand

Aegis des Aggramar

Die Aegis des Aggramar schützte Azeroths junge Weltseele und half Suramar im Krieg der Ahnen. Odyn verwahrte sie, bis Streiter sie Skovald entrissen und zum Schließen des Legionsportals brachten.

Ein Schild für eine junge Welt

Die Aegis des Aggramar gehört zu den Säulen der Schöpfung, jenen titanischen Werkzeugen, die das Pantheon seinen Hütern für die Ordnung Azeroths übergab. Ihr Ursprung liegt bei Aggramar, dem großen Kämpfer der Titanen. Die Aegis konnte vor ihrem Träger eine nahezu undurchdringliche Wand aus Energie errichten. Doch ihr erster Schutz galt nicht einem einzelnen Krieger. Sie half, Azeroths junge Weltseele gegen Wahnsinn und Verderbnis zu bewahren.

Damit ist sie mehr als ein besonders mächtiger Schild. Die Aegis stammt aus einer Zeit, in der Berge geformt, Anlagen errichtet und die Wunden des Schwarzen Imperiums geschlossen wurden. Schutz bedeutete damals, einer noch ungeborenen Seele überhaupt die Möglichkeit zu geben, eine Zukunft zu erreichen. Jede spätere Hand, die das Artefakt hob, trug daher einen Gegenstand, dessen Maßstab größer war als Königreiche und deren Kriege.

Die Säulen in Suramar

Die Hochgeborenen fanden die verstreuten Säulen bei ihrer Suche nach alten Artefakten und verwahrten sie in Suramar. Als Azsharas Bund mit der Legion den Krieg der Ahnen auslöste, stellte sich Großmagistrix Elisande zunächst gegen die Dämonen. Sie und ihre Verbündeten nutzten die Säulen, um ein weiteres Portal im Tempel der Elune zu schließen. Auch die Aegis half somit, eine zweite Einfallsroute der Legion zu versiegeln, noch bevor Suramar sich hinter seiner Barriere von der übrigen Welt trennte.

Nach dem Krieg gelangte der Schild auf nicht vollständig überliefertem Weg zu Odyn. Der titanische Hüter nahm ihn in die Hallen der Tapferkeit. Dort wurde ein Werkzeug zum Schutz einer Welt Teil einer Kultur, die Würdigkeit durch Kampf, Mut und ruhmreichen Tod bestimmte. Die Aegis war sicher verwahrt, doch ihre Bedeutung verengte sich: Wer sie erreichen wollte, musste nicht nur einen Bedarf nachweisen, sondern Odyns Vorstellung von Tapferkeit bestehen.

Havi, Skovald und die letzte Prüfung

Während der dritten Invasion der Brennenden Legion suchten die Orden Azeroths alle Säulen, um das Portal am Grabmal des Sargeras zu schließen. Odyn begegnete ihren Streitern in der Gestalt des alten Havi und führte sie durch Prüfungen in Sturmheim. Sie halfen den dortigen Vrykul, widersetzten sich den teufelsverdorbenen Felskorn und erkämpften den Weg in die Hallen der Tapferkeit. Erst danach erklärte Odyn sie für würdig, die Aegis zu beanspruchen.

Gottkönig Skovald verlangte denselben Schild im Namen der Legion. Er berief sich auf einen Handel mit Gul'dan und wollte die Macht, die Azeroth einst gegen Verderbnis geschützt hatte, gerade den Verderbern ausliefern. Als Odyn ihm die Aegis nicht übergab, versuchte Skovald sie mit Gewalt zu nehmen. Im Kampf zeigte sich ihre Wirkung unmittelbar: Wer sie im richtigen Augenblick hob, konnte selbst Skovalds vernichtenden Angriff abwehren. Nach seinem Fall überließ Odyn den Siegern das Artefakt und schickte sie zurück in einen Krieg, dessen Ausgang keine Halle für sie besingen konnte, falls sie scheiterten.

Vom Schild zum Schlussstein

In Dalaran wurde die Aegis mit den anderen Säulen gesichert. Ihre Kraft diente gemeinsam mit dem Herz des Lichts dazu, Illidan Sturmgrimms Seele wieder mit seinem Körper zu verbinden, bevor Gul'dan auf der Nachtfestung fiel. Danach brachten Khadgar und seine Verbündeten die Säulen zum Grabmal des Sargeras. Die Aegis wurde an der Spitze der Kathedrale der Ewigen Nacht eingesetzt, um das gewaltige Portal der Legion zu schließen.

In diesem Augenblick erfüllte der Schild seine älteste Aufgabe in neuer Gestalt. Er hielt keinen einzelnen Schlag auf, sondern wurde Teil einer Grenze zwischen Welten. Der Sieg brauchte dennoch Angriffe, Opfer und den Vorstoß nach Argus. Schutz ersetzte den Kampf nicht; er verhinderte, dass der Feind unbegrenzt Verstärkung durch eine offene Wunde schicken konnte. Gerade darin liegt der Unterschied zwischen einer Mauer aus Angst und einer Verteidigung, die anderen Handeln ermöglicht.

Ein ungewisses Artefakt

Später wurde die Aegis aus dem Grabmal entfernt und zusammen mit den übrigen Säulen in Aegwynns Galerie in Dalaran bewacht. Als Thalyssra die Sammlung Jahre nach dem Vierten Krieg sah, lag sie hinter starken Schutzzaubern. Dann griff Xal'ataths Heer Dalaran über Khaz Algar an und zerstörte die Stadt. Unzählige unersetzliche Artefakte gingen verloren. Ob die Aegis zerbrach, geborgen wurde oder noch unter den Trümmern liegt, ist bislang nicht geklärt.

Diese Ungewissheit verdient mehr Ehrlichkeit als eine erfundene Rettung. Die Aegis hat Azeroth in mehreren Zeitaltern geschützt, ist aber selbst nicht außerhalb der Geschichte. Ihr Weg führt von titanischer Weltenordnung über Suramars Widerstand und Odyns Prüfungen bis in eine verwundbare magische Stadt. Sie lehrt daher nicht, dass wahrer Schutz unzerstörbar sei. Er besteht darin, Macht rechtzeitig zwischen Gefahr und Schutzbedürftige zu stellen, auch wenn der Schild dabei verloren gehen kann. Eine Aegis, die nur in einer sicheren Halle liegt, bewahrt vor allem sich selbst; Aggramars Relikt wurde bedeutend, weil andere es aus der Halle trugen.