Eine Klinge im Hort Nefarians
Ashkandi wurde im Pechschwingenhort gefunden, tief im Reich Nefarians. Der schwarze Drache sammelte Waffen, Relikte und lebende Wesen, die er für seine Kriege nutzen konnte. Dass ein menschliches Großschwert in seinem Besitz lag, wirft daher sofort Fragen auf: War es Beute, ein Erinnerungsstück oder Teil einer Geschichte, die Nefarian bewusst für sich beanspruchte?
Auf der Klinge standen die Initialen A. L. Viele verbanden sie mit Anduin Lothar, dem letzten großen Erben Arathors und Heerführer der Allianz im Zweiten Krieg. Lothar fiel am Schwarzfels im Kampf gegen Orgrim Schicksalshammer. Der Ort seiner letzten Schlacht lag damit nahe an jenem Berg, in dem Ashkandi später auftauchte. Ein eindeutiger Beweis für Lothars Besitz ist daraus jedoch nie geworden.
Vom Andenken zur Legende
Gerade die Ungewissheit machte Ashkandi berühmt. Für manche war es Lothars verlorenes Schwert, für andere eine Waffe der Bruderschaft, die seinen Namen weitertrug. Die Klinge wurde dadurch nicht nur wegen ihrer Größe begehrt. Sie schien eine Verbindung zu jenem Moment herzustellen, in dem Lothars Tod die zögernde Allianz zu einem letzten Angriff auf die Horde bewegte.
Später tauchten weitere Waffen auf, die Ashkandis Namen oder Form aufgriffen. Sie wurden in den Kriegen gegen Todesschwinges Erben und in späteren Drachenkonflikten geführt. Jede neue Fassung bestätigte weniger eine lückenlose Herkunft als die Macht des Namens. Ashkandi war längst zu einem Zeichen dafür geworden, dass eine Waffe Erinnerung tragen kann, selbst wenn ihre erste Hand im Dunkeln bleibt.
Zwischen Geschichte und Überlieferung
Ashkandi zeigt, wie in Azeroth aus wenigen Spuren eine Legende entsteht. Der Schwarzfels, Lothars Tod, Nefarians Hort und die Initialen auf der Klinge gehören sicher zur Geschichte. Die Behauptung, Lothar habe genau dieses Schwert geführt, bleibt eine Deutung. Beides darf nebeneinanderstehen: die belegbare Reise eines Relikts und die Hoffnung, darin einen verlorenen Helden wiederzuerkennen.