Ein Tempel unter dem Meer
Die Verheerte Küste gehört zu den Verheerten Inseln. In der Zeit des alten Kaldoreireichs stand dort ein Tempel Elunes. Während des Kriegs der Ahnen nutzte die Legion den Ort für ihre Invasion. Die Große Teilung versenkte weite Teile der Region, doch die Ruine blieb mit dämonischer Geschichte verbunden.
Aegwynn brachte den besiegten Avatar Sargeras' in das Grabmal und versiegelte ihn. Jahrhunderte später hob Gul'dan die Inseln aus dem Meer, weil er dort Macht suchte. Die Dämonen im Grabmal zerrissen ihn. So wurde die Küste schon vor der dritten Invasion zum Ort, an dem Ehrgeiz glaubte, eine gefangene Macht plündern zu können, und stattdessen selbst verschlungen wurde.
Gul'dans offenes Tor
Der Gul'dan des alternativen Draenor erreichte Azeroth und öffnete im Grabmal ein gewaltiges Portal. Felstürme verdunkelten den Himmel, Dämonen befestigten die Küste und strömten in die Welt. Die Legion hatte aus alten Ruinen einen Brückenkopf gemacht, dessen Nachschub direkt aus anderen Welten kam.
Argentumkreuzzug, Kirin Tor, Horde und Allianz versuchten, die Invasion zu beenden, bevor sie sich ausbreitete. Sie landeten mit dem Glauben, ein gemeinsamer Angriff könne die Küste rasch nehmen. Die Legion hatte genau mit dieser Entschlossenheit gerechnet und eine Schlacht vorbereitet, in der jede vorgerückte Linie zur Falle werden sollte.
Die verlorene Schlacht
Auf der Verheerten Küste fiel Tirion Fordring in die Gewalt der Legion. Vol'jin wurde tödlich verwundet. Die Horde musste sich zurückziehen, nachdem ihre Stellung überrannt worden war. Von unten sah die Allianz nur den Abzug und hielt ihn für Verrat. Varian Wrynn opferte sich, damit seine Truppen entkamen, und Gul'dan tötete ihn.
Die Legion gewann nicht nur Gelände. Sie hinterließ Misstrauen zwischen den großen Fraktionen und nahm ihnen führende Gestalten. Beide Seiten hatten dieselbe Niederlage erlebt, aber aus verschiedenen Blickwinkeln. Wo die eine Seite verzweifelten Rückzug sah, erkannte die andere verlassenen Flankenschutz.
Rückkehr der Legionsrichter
Die Niederlage führte zur Stärkung der Klassenorden. Als die Armeen später zurückkehrten, errichteten sie den Legionsrichterstützpunkt. Magiertürme, Kommandozentren und der Netherdisruptor halfen, die dämonischen Stellungen zu brechen. Jeder Orden brachte eigene Fähigkeiten ein, weil die alten Befehlsketten allein bereits einmal gescheitert waren.
Der Feldzug eroberte Schritt für Schritt die Küste, sammelte Vorräte und öffnete den Weg zum Grabmal. Die Rückkehr war keine Wiederholung der ersten Landung. Diesmal akzeptierten die Angreifer, dass der Ort nicht mit einem einzigen heroischen Stoß fallen würde. Beharrlichkeit ersetzte die Hoffnung auf einen schnellen Sieg.
Vom Grabmal nach Argus
Im Grabmal wurden Kil'jaedens Pläne durchkreuzt. Sein Tod führte Azeroths Streiter nach Argus und schließlich nach Antorus. Die Verheerte Küste war damit der Punkt, an dem eine Invasion der Legion in einen Gegenangriff auf ihr eigenes Herz umschlug.
Trotz des Sieges trägt der Ort die Erinnerung an die erste Niederlage. Felnarben, Wracks und Gräber machen aus der Küste keinen Triumphbogen. Sie zeigt, wie ein Bündnis zerbrechen kann, obwohl beide Seiten tapfer kämpfen, wenn niemand die Lage des anderen sieht. Erst die Rückkehr gelang, weil viele getrennte Gemeinschaften ihre Fähigkeiten verbanden, ohne zu behaupten, der Verlust davor sei nur ein Missverständnis gewesen.