Stahl aus Gorgrond
Der Schwarzfelsklan lebte auf Draenor in einer Landschaft, die Kraft nicht verschenkte. In Gorgronds Bergen suchten seine Orcs nach Erz, gruben Hallen in den Stein und entwickelten eine Schmiedekunst, die selbst andere Klans anerkannten. Aus dieser Arbeit entstand ihre gesellschaftliche Form: klare Befehle, militärische Ausbildung und die Überzeugung, dass ein Verband nur so stark sei wie seine Disziplin. Ein Schwarzfelskrieger sollte nicht allein mutig sein. Er sollte seinen Platz in einer größeren Ordnung kennen.
Diese Fähigkeiten machten den Klan mächtig, noch bevor Gul'dan die Orcs in einen gemeinsamen Krieg trieb. Schwarzfaust verstand, wie man Bergleute, Schmiede und Krieger in eine dauerhafte Kriegsmaschine verwandelte. Als Gul'dan einen Kriegshäuptling brauchte, der Stärke ausstrahlte und sich zugleich lenken ließ, fiel seine Wahl auf ihn. Der Schwarzfelsklan wurde zum Rückgrat der alten Horde, und die Feuer seiner Schmieden erhellten einen Weg, der bald von Draenor bis nach Sturmwind führte.
Zwei Kriegshäuptlinge aus einem Klan
Unter Schwarzfaust wurden die Kriege gegen die Draenei und die Menschen nicht mehr als einzelne Raubzüge geführt. Der Klan lieferte Waffen, Offiziere und eine Ordnung, in die andere Orcklans gezwungen werden konnten. Doch Schwarzfausts Macht ruhte auf Gul'dans Schattenrat. Er trug den Titel des Kriegshäuptlings, während andere im Verborgenen Entscheidungen vorbereiteten. Die berühmte Disziplin der Schwarzfelsen schützte ihn nicht davor, selbst Teil eines Plans zu sein, dessen ganzes Ausmaß er nicht beherrschte.
Orgrim Schicksalshammer, ebenfalls ein Sohn des Klans, erschlug Schwarzfaust und übernahm die Horde. Er erkannte Gul'dans Verrat, ließ den Schattenrat verfolgen und versuchte, den Krieg nach seinem eigenen Begriff von Ehre zu führen. Trotzdem setzte auch er die Eroberung Azeroths fort. Die ersten beiden Kriegshäuptlinge der Horde verkörpern unterschiedliche Seiten desselben Erbes. Schwarzfaust machte Ordnung zum Werkzeug fremder Intrige. Orgrim wandte sich gegen die Intriganten, konnte die gewaltige Maschine seines Klans jedoch nur weiter in den Krieg lenken.
Niederlage und Teilung
Am Ende des Zweiten Krieges fiel die Horde am Schwarzfels. Viele Orcs des Klans kamen in Internierungslager und wurden Jahre später von Thrall befreit. Sie schlossen sich seiner neuen Horde an, die einen Ausweg aus Dämonenbund und Eroberung suchte. Andere weigerten sich, die Niederlage anzuerkennen. Schwarzfausts Söhne Rend und Maim sammelten freie Schwarzfelsen, Reste des Schwarzahnlächelnklans, Oger und Waldtrolle in der oberen Schwarzfelsspitze.
Diese sogenannte Dunkle Horde behauptete, die wahre Erbin der alten Horde zu sein. Rend nannte sich Kriegshäuptling und wollte Thrall stürzen. Doch hinter seiner Krone stand Nefarian. Der schwarze Drache schützte die Orcs, nutzte ihre Festung und verband ihre Streitmacht mit seinen Versuchen, einen chromatischen Drachenschwarm zu erschaffen. Wieder glaubte ein Anführer des Klans, eine mächtige Kriegsordnung zu beherrschen, während ein anderer Herrscher sie für ein größeres Experiment gebrauchte. Helden der Horde töteten Rend; der Anspruch seiner Dunklen Horde zerbrach, ihre Reste verschwanden jedoch nicht sofort.
Amnestie unter Garrosh
Garrosh Höllschrei bot vielen verbliebenen Schwarzfelsorcs Amnestie und nahm sie in die Horde auf. Ihre Erfahrung im Belagerungskrieg, im Schmiedehandwerk und in strenger Befehlsführung passte zu seinem Wunsch nach einer stärker militarisierten Herrschaft. Malkorok, ein Schwarzfelsorc, wurde sein engster Vollstrecker und machte die Kor'kron zu einem Werkzeug der Überwachung und Einschüchterung. Für einen Teil des Klans bedeutete die Rückkehr in die Horde daher keine Aussöhnung mit der Vergangenheit, sondern die Gelegenheit, ihre ältesten Gewohnheiten unter einem neuen Kriegshäuptling fortzusetzen.
Doch auch Eitrigg stammte aus dem Schwarzfelsklan. Der Veteran hatte Schwarzfaust und Orgrim gedient, begegnete später Tirion Fordring und erkannte in einem Menschen jene Ehre, die der Krieg eigentlich hatte auslöschen sollen. Er stellte die Zugehörigkeit zum Volk und die Verantwortung über blinden Klanbefehl. Seine Stimme zeigte, dass Disziplin nicht notwendig Unterwerfung bedeuten musste. Dieselbe Härte, die Malkorok zur Geheimpolizei trieb, konnte bei Eitrigg zu Ausdauer, Handwerk und verlässlichem Dienst werden.
Ein Klan, der seine Form neu wählt
Nach dem Vierten Krieg wurde Eitrigg zum Häuptling und vertrat die Schwarzfelsen beim erneuerten Kosh'harg. Er sprach dort nicht von Schwarzfausts Welteroberung, sondern von Kriegern und Schmieden, deren Können der Horde dienen sollte. Gleichwohl hielten einzelne Gruppen an der Dunklen Horde fest. Noch im Krieg von Licht und Schatten folgten Schwarzfelsen dem Kriegsherrn Grazla in den Brennenden Steppen, bis viele von ihnen im Kampf um Bruchstücke von Turalyons Schild fielen. Eitrigg hoffte, die Überlebenden würden den alten Anspruch endlich aufgeben.
Die Schwarzfelsen der alternativen Zeitlinie gehören zu einem eigenen Verlauf: Dort führte ein anderer Schwarzfaust den Klan mit gewaltigen Gießereien in die Eiserne Horde. Seine Geschichte ähnelt der des ursprünglichen Klans, darf aber nicht als weiteres Kapitel derselben Gemeinschaft erzählt werden. Der heutige Schwarzfelsklan Azeroths trägt bereits genug widersprüchliches Erbe. Aus seinen Schmieden kamen die Waffen zweier Kriegshäuptlinge, die Ketten der Dunklen Horde und die Werkzeuge einer erneuerten Klankultur. Stahl entscheidet nicht, ob er Pflug, Schild oder Fessel wird. Die Hand am Amboss tut es, und Eitriggs Aufgabe besteht darin, einem Klan, der ganze Völker zur Kriegsmaschine formen half, wieder beizubringen, dass Disziplin auch dem Leben nach dem Krieg dienen kann.