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Rotkammgebirge
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Rotkammgebirge

Das Rotkammgebirge ist Sturmwinds östliche Versorgungs- und Grenzregion um den Immerruhsee. Hinter Seenhains ruhigem Wasser liegt eine Landschaft, die vom Feuer Ragnaros', der alten Horde und wiederkehrenden Angriffen des Schwarzfelsklans geprägt wurde.

Der friedliche Rest eines größeren Gebirges

Das Rotkammgebirge zieht sich östlich von Elwynn empor. Rund um den Immerruhsee liegen Wälder, Höfe und Seenhain, deren Fisch, Holz und Ernten Sturmwind versorgen. Reisende sehen klares Wasser und rote Höhen, doch diese Ruhe ist nur der südliche Rest einer viel größeren Landschaft. Im Norden begann einst dasselbe Gebirge, bevor ein einziger Beschwörungszauber seine Gestalt veränderte.

Nach dem Krieg der Drei Hämmer rief Thaurissan den Feuerfürsten Ragnaros. Die Ankunft schuf den Schwarzfels und verbrannte weite Teile der nördlichen Berge zu Sengender Schlucht und Brennender Steppe. Das heutige Rotkammgebiet blieb grün, aber die zerstörte Hälfte liegt unmittelbar an seiner Grenze. Seenhain lebt deshalb nicht fern von der Katastrophe. Es lebt unterhalb ihrer Asche und an Straßen, über die ihre Bewohner immer wieder hinabsteigen.

Eine Grenze Sturmwinds

Als Sturmwind wuchs, entstanden Siedlungen im Gebirge. Die Region war klein genug, um vom Königreich Schutz zu erwarten, und weit genug von der Hauptstadt entfernt, damit dieser Schutz häufig verspätet eintraf. Straßen nach Elwynn, Dämmerwald und in die östlichen Pässe machten Seenhain zu einem nützlichen Knotenpunkt. Dieselben Straßen öffneten Feinden den Weg.

Im Ersten Krieg eroberte die alte Horde das Gebiet, nachdem Anduin Lothars erster Widerstand gegen Schwarzfaust nicht ausreichte. Mit Sturmwinds Wiederaufbau kehrten auch Menschen zurück. Doch Reste des Schwarzfelsklans, darunter Kämpfer aus Rends abgespaltenem Spähklan, blieben in den nördlichen Festungen. Für die Einwohner endete der große Krieg daher nicht mit einem Vertrag. Er verwandelte sich in Überfälle, verschwundene Händler und Wachtposten, die jede Nacht dasselbe Dunkel absuchten.

Steinwacht und die vernachlässigte Stadt

Orcs des Schwarzfelsklans verbündeten sich mit dem Hexenmeister Morganth und eroberten die Burg Steinwacht. Morganth wandte sich später gegen seine Verbündeten und schuf aus Schattenfellgnollen eine eigene Streitmacht. Seenhain stand zwischen Orcs, Gnollen, Murlocs und den gewöhnlichen Gefahren der Berge. Magistrat Solomon bat Sturmwind und benachbarte Regionen um Hilfe, während selbst die Reparatur der Immerstillen Brücke am Mangel von Material und Sicherheit scheiterte.

Diese Jahre zeigen das Gebirge aus der Sicht einer Randregion. Die Hauptstadt beanspruchte das Land, konnte aber nur wenige Soldaten senden. Bauern, Handwerker und örtliche Wachen lebten mit Entscheidungen, die anderswo getroffen wurden. Vorbeiziehende Abenteurer wurden zu jener Hilfe, die eine staatliche Ordnung versprochen hatte. Steinwacht war deshalb nicht bloß eine verlorene Festung. Es war der sichtbare Beweis, wie schnell Zugehörigkeit hohl klingt, wenn an der Grenze niemand eintrifft.

Kompanie Bravo gegen Dunkelflamme

Nach dem Kataklysmus kehrte die Dunkle Horde unter dem schwarzen Drachen Dunkelflamme in größerer Stärke zurück. Gnolle raubten Vorräte, Menschen wurden verschleppt, und Seenhains Bürger drängten sich im Rathaus, weil Worte ihre Familien nicht befreiten. Ein Abgesandter Sturmwinds stellte mit John J. Keeshan die Kompanie Bravo wieder zusammen. Die Veteranen trugen alte Kriege in sich und wurden erneut gebraucht, weil die nächste Verteidigung bereits zu spät vorbereitet worden war.

Die Einheit befreite Gefangene, zerstörte Stellungen und griff Steinwacht an. Im Kampf gegen Dunkelflamme starben fast alle Mitglieder. Keeshan stürzte mit dem Drachen über dem See ab und galt zunächst ebenfalls als tot. Seenhain überlebte, aber der Sieg hatte Namen, leere Plätze und geborgene Gegenstände. Die stille Oberfläche des Sees nahm die Erinnerung an Menschen auf, die von einem friedlichen Ort fortgingen, um ihm diese Friedlichkeit für einen weiteren Morgen zu erhalten.

Ruhe ist hier geleistete Arbeit

Später griff sogar die führerlose Geißel das Rotkammgebirge an, und Truppen Sturmwinds sowie des Argentumkreuzzugs mussten die Bewohner schützen. Die Gefahr wechselte ihre Gestalt, nicht ihre Richtung. Aus Norden kamen Orcs und Drachen, aus den Wäldern Gnolle, aus einer entfernten Eiskrone Untote. Dennoch blieben Seenhain, seine Brücke und seine Höfe bestehen.

Darum sollte das Rotkammgebirge weder als idyllische Ferienlandschaft noch als endloses Schlachtfeld beschrieben werden. Sein Wesen liegt in der Verbindung beider Bilder. Menschen fischen, handeln und reparieren Dächer, während auf den Höhen alte Festungen stehen. Frieden ist hier kein Zustand, den die Berge schenken. Er ist die Summe kleiner Arbeiten und großer Opfer, die häufig erst sichtbar werden, wenn Rauch über dem See aufsteigt. Seenhains Ruhe wirkt schön, weil sie verletzlich ist und ihre Bewohner trotzdem jeden Morgen wieder mit ihr beginnen.