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Wald von Elwynn
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Wald von Elwynn

Der Wald von Elwynn ist das fruchtbare Kernland des Königreichs Sturmwind. Hinter seinen ruhigen Höfen, der Abtei von Nordhain und Goldhain liegt jedoch die Geschichte eines Landes, das im Ersten Krieg brannte und nach dem Wiederaufbau erneut um Ordnung ringen musste.

Das Land vor den Toren Sturmwinds

Südlich der Berge von Khaz Modan fanden die Nachfahren arathischer Siedler ein mildes, fruchtbares Tal. Aus ihrer Ansiedlung entstand das Königreich Sturmwind. Der Wald von Elwynn wurde zu seinem unmittelbaren Hinterland: Bauernhöfe versorgten die Hauptstadt, Straßen verbanden Nordhain, Goldhain und die kleineren Gehöfte, und die dichten Baumreihen schützten das Land vor den heißeren Regionen im Norden und den Sümpfen im Süden. Über viele Generationen wirkte Elwynn deshalb wie der sicherste Teil des jungen Menschenreiches.

Diese Sicherheit musste schon früh verteidigt werden. Während des Gnollkrieges drangen die Gnolle der Rotkammberge bis Goldhain vor. Sturmwinds Armee schlug sie zurück, doch der Krieg zeigte, wie abhängig die Hauptstadt von den Straßen und Höfen des Waldes war. Wenn Elwynn fiel, fehlten Sturmwind Nahrung, Bewegungsraum und eine erste Verteidigungslinie.

Der Erste Krieg erreicht den Wald

Als das Dunkle Portal geöffnet wurde, zog die Horde aus den Sümpfen des Elends nach Westen. Das südliche Königreich hatte zunächst keine Vorstellung davon, mit welcher Macht es konfrontiert war. Orcische Krieger verwüsteten Dämmerwald, Westfall und schließlich auch Teile Elwynns. Die Wälder brannten, Dörfer wurden aufgegeben, und mit dem Fall Sturmwinds verlor das Land seinen politischen Mittelpunkt.

Nach dem Zweiten Krieg kehrten Überlebende unter König Varian Wrynn zurück. Die Hauptstadt und ihre Umgebung wurden neu errichtet. Dass heute wieder hohe Bäume und grüne Lichtungen den Wald prägen, ist daher kein Zeichen ungebrochener Ruhe, sondern das Ergebnis eines Wiederaufbaus. Viele Familien, die hier erneut Höfe gründeten, lebten auf Land, das ihre Eltern oder Großeltern auf der Flucht verlassen hatten.

Nordhain, Goldhain und die brüchige Ordnung

Nordhain wurde zum geistlichen und militärischen Ausgangspunkt des Waldes. Die Abtei bewahrte den Glauben an das Heilige Licht, während die umliegenden Höfe Rekruten und Vorräte stellten. Goldhain lag an der großen Straße zwischen Sturmwind, Westfall und den Rotkammbergen. Die Schenke Zum goldenen Auenland, die Schmiede und die Wachstation machten das Dorf zu einem Ort, an dem Händler, Soldaten und Reisende einander begegneten.

Doch die Wachen waren dünn verteilt. Kobolde besetzten Minen, die Flusspfoten-Gnolle errichteten Lager, und Waldtiere wurden ungewöhnlich aggressiv. Selbst nahe der Hauptstadt zeigte sich, dass Sturmwinds Krone nach den großen Kriegen nicht überall zugleich handeln konnte. Elwynn war friedlich genug, um Menschen anzuziehen, aber nicht geordnet genug, um seine Bewohner ohne eigene Wachsamkeit zu schützen.

Die Defias und die Rechnung des Wiederaufbaus

Der Wiederaufbau Sturmwinds brachte eine neue Wunde hervor. Die Steinmetzgilde unter Edwin van Cleef hatte die zerstörte Hauptstadt wiedererrichtet. Als die Adligen die vereinbarte Bezahlung verweigerten, eskalierte der Streit. Van Cleef und viele seiner Arbeiter wurden vertrieben; aus ihnen entstand die Defiasbruderschaft. Ihre Rache richtete sich nicht nur gegen die Oberschicht. Banditen überfielen die Straßen Elwynns, bedrohten Höfe und nutzten verlassene Lager als Stützpunkte.

Damit wurde der Wald zum sichtbaren Beweis eines politischen Versagens. Die Mauern Sturmwinds standen wieder, doch ein Teil der Menschen, die sie gebaut hatten, führte Krieg gegen das Königreich. Elwynn blieb das Herzland der Krone, aber gerade hier zeigte sich, dass eine wiedererrichtete Stadt noch keine versöhnte Gesellschaft bedeutete.

Warum Elwynn mehr als ein ruhiger Wald ist

Elwynn verbindet die Gründung Sturmwinds mit dessen Fall und Wiederaufstieg. Die Abtei von Nordhain erinnert an den Glauben, Goldhain an Handel und Alltag, die Höfe an die Versorgung eines Königreichs. Die Banditenlager und besetzten Minen erzählen dagegen von Menschen und Völkern, die aus dieser Ordnung herausgefallen sind.

Wer den Wald nur als friedliche Landschaft betrachtet, übersieht deshalb seine eigentliche Bedeutung. Elwynn ist der Ort, an dem Sturmwinds Anspruch auf Schutz am leichtesten geprüft werden kann. Zwischen Hauptstadtmauer und Bauernhof entscheidet sich, ob das erneuerte Königreich seine eigenen Lehren aus Krieg, Flucht und sozialem Verrat gezogen hat.