248 Einsätze und ein persönlicher Verlust
John J. Keeshan diente in der Bravo-Kompanie unter Oberst Troteman. Zu der Einheit gehörten außerdem Messner, Jorgensen, Krakauer und Danforth. Keeshan nahm am Ersten, Zweiten und Dritten Krieg teil und absolvierte nach eigener Dienstgeschichte 248 aufeinanderfolgende Einsätze. Damit verkörpert er eine Generation menschlicher Soldaten, für die zwischen der Öffnung des Dunklen Portals und Archimondes Angriff auf Hyjal kaum ein dauerhafter Frieden lag.
Der Krieg gegen die Orcs war für ihn nicht nur ein militärischer Auftrag. Schwarzfelsorcs töteten seine Frau Jade. Keeshan trug danach ihren Anhänger bei sich. Dieser Verlust erklärt, weshalb seine späteren Feldzüge gegen den Schwarzfelsklan von persönlicher Wut geprägt waren. Er kämpfte nicht gegen einen unbekannten Gegner, sondern gegen dieselbe Macht, die sein Privatleben zerstört hatte.
Gefangener im Rotkammgebirge
Während der Kämpfe um die Burg Steinwacht nahmen Schwarzfelsorcs Keeshan gefangen und verschleppten ihn zum Renderfelsen. In der ursprünglichen Geschichte des Rotkammgebirges befreiten Allianzabenteurer den als Korporal Keeshan bekannten Soldaten aus der Höhle. Spätere Ereignisse schildern, dass er insgesamt fünf Jahre in Gefangenschaft verbrachte und nach seiner Rückkehr keinen einfachen Platz im zivilen Leben fand.
Einige Bewohner von Seenhain begegneten ihm mit Verachtung und warfen ihm Grausamkeit gegen Orcs vor. Keeshan fühlte sich von den Menschen verraten, die er verteidigt hatte. Als das Rotkammgebirge erneut angegriffen wurde, wollte er deshalb zunächst nicht helfen. Seine Weigerung war keine bloße Feigheit. Sie entstand aus Gefangenschaft, Trauer und dem Eindruck, dass sein Dienst nur so lange geschätzt wurde, wie andere Schutz benötigten.
Die Bravo-Kompanie kehrt zurück
Oberst Troteman ließ Keeshans verlorene Ausrüstung und Erinnerungsstücke bergen. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die übrigen Mitglieder der Bravo-Kompanie noch lebten, aber ebenfalls von Schwarzfelsorcs festgehalten wurden. Ihre Befreiung gab Keeshan erneut ein Ziel. Die wiedervereinte Einheit griff das Rendertal an, rettete Kriegsgefangene und sprengte den Stützpunkt so vollständig, dass der Renderkrater zurückblieb.
Danach untersuchte die Kompanie die Kontrolle der Gnolle im Galardelltal und stieß auf Großmagus Doane. Dessen Hinweise führten zu Dunkelflamme, einem schwarzen Drachen hinter dem Angriff. Beim Sturm auf Steinwacht starben Messner, Jorgensen, Krakauer und Danforth. Dunkelflamme packte Keeshan und stürzte mit ihm in den Immerstillsee. Seenhain hielt den Veteranen erneut für tot, doch sein Körper wurde nicht gefunden.
Der Krieg in der Brennenden Steppe
Keeshan überlebte und tauchte in der Brennenden Steppe wieder auf. Dort kämpfte er mit Troteman, der Thoriumbruderschaft und einem Allianzchampion gegen die Dunkle Horde. Die Verbündeten sammelten Vorräte, infiltrierten feindliche Lager und schwächten gezielt die Befehlskette der Schwarzfelsorcs. Keeshan führte den Krieg nicht mehr als isolierte Racheaktion, sondern als Teil eines sorgfältig vorbereiteten Feldzuges.
Der Plan gipfelte am Schreckensfels. Hochhexenmeister Xi'lun verlor die Kontrolle über den beschworenen Grubenlord Höllenrachen, der große Teile der Orcarmee vernichtete. Ein verbündeter Drache griff weitere Truppen an, und Keeshans Gruppe tötete General Thorg'izog, Drachenlord Neeralak und Xi'lun. Der Sieg beseitigte die Führung der Dunklen Horde in der Region. Für Keeshan war es der Abschluss eines Kampfes, der mit Jades Tod und seiner eigenen Gefangenschaft begonnen hatte.
Ein alter Soldat auf neuen Welten
Auf dem alternativen Draenor erschien Keeshan zeitweise in den Garnisonen der Horde oder Allianz. Er trank, erinnerte sich an frühere Feldzüge und wünschte sich eine eiserne Autokanone. Ein Garnisonskommandant beschaffte ihm schließlich eine solche Waffe aus dem Grimmgleisdepot. Die Episode zeigt einen Veteranen, dessen Identität so eng mit dem Kampf verbunden war, dass selbst ein fremdes Draenor ihn zu alten Mustern zurückführte.
Keeshan wurde dabei nicht zum großen Strategen oder politischen Führer. Seine Stärke blieb der direkte Einsatz unter widrigen Bedingungen. Er kannte Gefangenschaft, Infiltration und den Kampf gegen zahlenmäßig überlegene Gegner. Genau deshalb griff die Allianz im nächsten großen Fraktionskrieg wieder auf ihn zurück.
Nazmir und der Vierte Krieg
Im Vierten Krieg gehörte Keeshan zur Allianzexpedition nach Nazmir und half beim Aufbau von Fort Sieg. Er kämpfte an der Seite Shandris Mondfeder gegen dunkle Waldläufer und war von ihrer jahrtausendelangen Erfahrung eingeschüchtert. Shandris kannte jedoch seinen Bericht des SI:7 und erklärte ihm, dass seine Taten im Rotkammgebirge und in drei Kriegen ihn selbst zu einem Helden machten.
Später diente Keeshan als Köder gegen den San'layn-Prinzen Dreven und wurde schwer verwundet. Nach seiner Genesung sabotierte er mit Kelsey Stahlfunken zandalariische Schiffe und entdeckte mit ihr eine gemeinsame Begeisterung für Messer und Sprengstoff. Jahrzehnte nach seinem ersten Krieg blieb er damit Soldat. Seine Geschichte verklärt diesen Dienst jedoch nicht vollständig: Hinter dem unverwüstlichen Kämpfer stehen verlorene Kameraden, zivile Ablehnung und ein Mann, der nach jedem Krieg nur schwer in ein anderes Leben zurückfindet.