Feuer vor jeder sterblichen Ordnung
Auf dem jungen Azeroth stritten Feuer, Wasser, Erde und Luft in endlosen Kriegen. Die Weltseele hatte viel von der natürlichen Geisterkraft des Planeten aufgenommen, und die verbliebenen Elementare wurden unstet, gewalttätig und schwer zu besänftigen. Ragnaros führte die Flammen. Er wollte Meere zum Kochen bringen, Berge schmelzen und den Himmel unter Asche begraben. Als die Alten Götter erschienen, unterwarfen sie ihn und die anderen Elementarfürsten.
Titanengeschmiedete Heere besiegten das Schwarze Imperium und seine elementaren Diener. Vernichten konnten sie die Elementare nicht dauerhaft, denn deren Wesen war an Azeroth gebunden und hätte sich neu gebildet. Hochhüter Ra und die Zauberin Helya schufen deshalb eine verbundene Taschendimension mit vier Reichen. Für Ragnaros und die meisten Feuerelementare entstand eine Landschaft aus Magma, Asche und brennendem Stein: die Feuerlande.
Ein Gefängnis, das zum Königreich wurde
Was als Zelle gedacht war, wurde über Zeitalter zur Heimat. Sulfuronfestung erhob sich über Lavaseen, Flammenwecker dienten Ragnaros, Feuerfalken zogen durch glühende Himmel und selbst Spinnen passten sich an die ewige Hitze an. Das Reich besitzt Luft und Brennstoff, weil Feuer auch in einer elementaren Ebene etwas verzehren muss. Asche wird wieder zum Stoff kommender Brände, sodass Vernichtung dort kein Ende, sondern ein Kreislauf ist.
Ragnaros blieb Gefangener und Herrscher zugleich. Die Grenzen der Ebene hielten ihn von Azeroth fern, doch Beschwörungen konnten Öffnungen schaffen. Im Krieg der drei Hämmer rief Thaurissan den Feuerfürsten gegen seine Feinde. Ragnaros brach zu früh und geschwächt hervor, zerriss das Rotkammgebirge und schuf den Schwarzfels. Der Geschmolzene Kern wurde seine geliehene Zuflucht auf Azeroth. Als Sterbliche ihn dort besiegten, verging er nicht endgültig, sondern kehrte in sein wahres Reich zurück.
Der Riss des Kataklysmus
Todesschwinges Erwachen beschädigte die Barrieren zwischen Azeroth und den Elementarebenen. Ragnaros verbündete sich erneut mit den Kräften der Alten Götter und griff den Hyjal an. Sein Ziel war Nordrassil. Der Weltenbaum stand für Heilung nach dem Dritten Krieg; seine Verbrennung hätte nicht nur einen Berg erobert, sondern die Erholung einer ganzen Welt in Asche verwandelt.
Der Zirkel des Cenarius und die Wächter des Hyjal drängten die Flammen zurück. Doch Ragnaros gewann auch sterbliche Diener. Fandral Hirschhaupt führte die Druiden der Flamme, die Natur nicht mehr als behutsames Wachstum, sondern als Recht des Stärkeren deuteten. Sie nahmen feurige Gestalten an und bewiesen, dass die Feuerlande nicht nur durch Portale in Azeroth eindrangen. Ihre Vorstellung von Reinigung konnte auch in verletzten Herzen Wurzeln schlagen.
Der Tod des Feuerfürsten
Am Geschmolzenen Front errichteten Druiden einen dauerhaften Vorposten innerhalb der Feuerlande. Horde und Allianz kämpften sich zur Sulfuronfestung vor. Dort stand Ragnaros in voller Macht, nicht als geschwächter Beschworener unter dem Schwarzfels. Mit Hilfe Malfurions, Cenarius' und Hamuul Runentotems wurde er in seinem eigenen Reich getötet. Für ein Elementar bedeutete dieser Tod das endgültige Ende.
Die Feuerlande hörten danach nicht auf zu bestehen. Der Vorposten blieb als Wache, während die Flammen einen neuen Herrn brauchten. Smolderon übernahm den Titel des Feuerfürsten. Auch unter ihm blieb das Reich weder gut noch friedlich; Elementare folgten verschiedenen Herren, und die Druiden der Flamme überlebten. Ein Gefängnis kann seinen ersten Gefangenen verlieren und dennoch alle Bedingungen bewahren, unter denen die nächste Herrschaft entsteht.
Smolderon und der Brand im Traum
Im Krieg um Amirdrassil schloss Smolderon sich Fyrakk an. Die Feuerlande dehnten sich in den Smaragdgrünen Traum aus, damit der neue Weltenbaum verbrannt werden konnte. Als Smolderon im Kampf unterlag und Hilfe verlangte, verweigerte Fyrakk sie. Er sah dem Tod des Verbündeten zu und nahm dessen Essenz in Fyr'alath auf. Der Feuerfürst erkannte den Verrat erst, als die Allianz aus Zweck und Flamme nichts mehr wert war.
Nach Smolderons Tod ist die künftige Führung der Feuerlande ungeklärt. Das Reich selbst bleibt, ebenso seine Tore, Bewohner und der Drang der Flamme, jede Grenze in Brennstoff zu verwandeln. Die Feuerlande sind deshalb kein einfacher Gegenpol des Lebens und auch kein Ort moralischer Erneuerung. Sie sind eine von Titanengeschmiedeten gebaute Zelle, die für ihre Gefangenen zur Welt wurde. Wann immer Azeroths Mauern reißen, erinnert dieses Reich daran, dass eingesperrte Naturgewalt nicht verschwindet. Sie lernt nur, ihre Ketten als Grenzen eines eigenen Königreichs zu bewohnen.