Ein Name für die Unverdorbenen
Mag'har bedeutet in der Sprache der Orcs „unverdorben“. Der Name beschreibt zunächst kein einzelnes Reich und keinen Klan, sondern eine Abwesenheit: Diese Orcs tranken Mannoroths Blut nicht und behielten ihre natürliche braune oder graue Haut. Hinter diesem gemeinsamen Merkmal stehen jedoch zwei verschiedene Geschichten, die nicht ineinander geschoben werden dürfen.
Die Mag'har der Scherbenwelt
Auf dem ursprünglichen Draenor rettete ausgerechnet eine Seuche einen Teil der Orcs vor der dämonischen Verderbnis. Die roten Pocken breiteten sich unter den Klans aus. Erkrankte und möglicherweise Angesteckte wurden in Garadar in Nagrand abgesondert. Während die Horde anderswo Mannoroths Blut trank, Draenei ermordete und durch das Dunkle Portal zog, blieben die Kranken zurück.
Sie überlebten Pocken, den Zusammenbruch der alten Horde und schließlich die Zerstörung Draenors. Als die Welt zur Scherbenwelt zerriss, wurde Garadar zu einem Ort, an dem schamanische Traditionen und die Erinnerung an die Zeit vor Gul'dan fortbestanden. Großmutter Geyah führte die Gemeinschaft; Jorin Totauge und andere trugen die Geschichten ihrer Klans weiter.
Für Thrall war die Begegnung mit ihnen eine Rückkehr zu einer Herkunft, die er nie gekannt hatte. In Garadar traf er Geyah, seine Großmutter, und erfuhr mehr über Durotan und Draka. Dort lebte auch Garrosh, Grom Höllschreis Sohn, zunächst von der Scham über die Taten seines Vaters gelähmt. Die Mag'har gaben der neuen Horde Wissen über ihre Vergangenheit zurück, aber mit Garrosh kam auch ein Erbe nach Azeroth, das später Stolz über Einsicht stellte.
Die Mag'har des anderen Draenor
Viele Jahre später entstand durch Garroshs Eingriff eine andere Zeitlinie. Er warnte Grommash vor Mannoroths Blut und half, die Eiserne Horde zu formen. Diese Orcs blieben äußerlich unverdorben, führten aber dennoch einen Eroberungskrieg. Das zeigt die Grenze des Namens: Wer kein Dämonenblut trinkt, ist vor einer bestimmten Verderbnis bewahrt, nicht automatisch vor Grausamkeit, Machtgier oder nationalistischer Verblendung.
Nach Archimondes Fall vereinigten sich Reste der Eisernen Horde und die Frostwölfe zu den Mag'har-Klans. Orcs und Draenei lebten zeitweise in Frieden. Dann begann Draenor zu verdorren. Die Lichtgebundenen unter Hochexarchin Yrel machten die Mag'har verantwortlich und verlangten Einheit im Licht. Manche Orcs schlossen sich freiwillig an; andere wurden bekehrt oder bekämpft.
Flucht nach Azeroth
Während des Vierten Krieges öffnete die Horde erneut einen Weg in diese Zeitlinie, um Verbündete zu gewinnen. Sie fand keine stolzen Sieger, sondern belagerte Klans. Geya'rah, Tochter des dortigen Durotan und der Draka, führte einen Teil der Mag'har durch das Portal. Grommash blieb zurück, um die Lichtgebundenen aufzuhalten, und starb im Kampf.
Das Portal schloss sich hinter den Flüchtlingen. Auf Azeroth schlossen sie sich der Horde an und fanden in Hammerfall sowie Orgrimmar neue Stützpunkte. Ihre Klans bewahrten unterschiedliche Traditionen – Kriegshymnen, Frostwölfe, Schwarzfels, Schattenmond und andere – unter einem Namen, den nun die Erfahrung einer zweiten Vertreibung prägte.
Beide Gruppen der Mag'har sind Überlebende, aber nicht dieselben Überlebenden. Die einen entgingen dem Fall der ursprünglichen Horde durch Krankheit und Isolation; die anderen entgingen in einer veränderten Geschichte dem Dämonenblut, wurden selbst zur Eisernen Horde und flohen später vor erzwungener Erleuchtung. Ihr Name erinnert daran, dass Unverdorbenheit kein abgeschlossener moralischer Zustand ist. Jede Generation muss neu entscheiden, welcher Macht sie widersteht und welche sie nur deshalb übersieht, weil diese Macht nicht grün leuchtet.