Ein Gefängnis aus passenden Welten
Nach dem Sieg über das Schwarze Imperium konnten die titanengeschmiedeten Hüter die Elementare nicht einfach vernichten. Diese Wesen gehörten zu Azeroth und hätten sich erneut manifestiert. Ra und die Zauberin Helya schufen deshalb eine Taschendimension mit vier miteinander verbundenen Bereichen und verbannten fast alle großen Elementargeister dorthin.
Jede Ebene entsprach einem Element: der Himmelswall der Luft, Tiefenheim der Erde, die Abyssischen Tiefen dem Wasser und die Feuerlande dem Feuer. Die Umgebungen erlaubten ihren Bewohnern zu existieren und verhinderten zugleich gewöhnliche Flucht. Es war eine Gefangenschaft, die so groß war, dass in ihr Heimat, Hof und Krieg entstehen konnten.
Vier Reiche, keine einfache Harmonie
Al'Akir herrschte über Wind und Wolkentürme, Therazane über Kristall und lastenden Stein, Neptulon über Strömung und Tiefe, Ragnaros über Flamme und geschmolzenes Land. Ihre Reiche berührten einander und bekämpften sich weiter. Das elementare Zerreißen zwischen Feuer und Luft dauerte Jahrtausende.
Die Ebene ersetzte das Chaos der frühen Oberfläche durch begrenztes Chaos hinter Siegeln. Für Azeroths Bewohner kehrte Ruhe ein. Für die Verbannten blieb die Erinnerung, dass fremde Hüter ihre Welt konstruiert hatten. Manche Elementare entwickelten dennoch Bindung an ihre Domänen. Ein Ort kann Gefängnis sein und über Zeitalter zur einzigen bekannten Heimat werden, ohne dass einer dieser beiden Namen den anderen aufhebt.
Risse in die stoffliche Welt
Beschwörer öffneten immer wieder kleine Wege und zogen Elementare nach Azeroth. Schamanen suchten dagegen Übereinkunft, statt bloßer Fesselung. Die Reaktion eines Geistes hing nicht nur von seinem Element ab, sondern davon, ob er gerufen, gebeten oder gezwungen wurde.
Als Todesschwinge die Weltsäule in Tiefenheim zerbrach, rissen die Grenzen weit auf. Al'Akir und Ragnaros verbündeten sich mit ihm, während Therazane und Neptulon N'Zoths Herrschaft nicht annahmen. Feuerlande, Himmelswall, Tiefenheim und die Wasserreiche wurden zu offenen Fronten des Kataklysmus. Die alte Gefängnisordnung schützte Azeroth nicht mehr automatisch; ihre Bewohner entschieden nun sichtbar, auf welcher Seite sie standen.
Neue Fürsten für alte Kräfte
Al'Akir und Ragnaros fielen in ihren eigenen Domänen. Der Himmelswall und die Feuerlande gerieten in Machtkämpfe. Während der Legioninvasion half der Irdene Ring, Thunderaan als Windfürsten und Smolderon als Feuerfürsten einzusetzen. Therazane und Neptulon blieben auf ihren Thronen.
Die vier Mächte unterstützten den Kampf gegen die Legion. Dieses Bündnis zeigte, dass Elementare nicht für immer an den Dienst der Alten Götter gebunden waren. Es war dennoch keine endgültige Versöhnung. Später stellte sich Smolderon an Fyrakks Seite und fiel im Angriff auf Amirdrassil; seine Essenz wurde von der Schattenflamme verschlungen. Selbst ein neu besetzter Thron garantiert keine dauerhafte Richtung.
Die Grenzen bleiben durchlässig
Azerit versetzte die Elementarebenen erneut in Unruhe, und Primalisten öffneten Portale für ihre Heere auf den Dracheninseln. Tiefenheim trägt weiter Todesschwinges Narben, im Himmelswall klingt Al'Akirs Herrschaft nach, und die Feuerlande warten auf eine geklärte Nachfolge.
Die Elementarebenen sind deshalb kein geordnetes Regal mit vier sauber getrennten Kräften. Luft trägt Feuer, Wasser formt Erde, und jede Grenze wird an ihren Berührungen lebendig. Die Hüter bauten eine Lösung für einen Krieg, aber keine ewige Beziehung zwischen Azeroth und seinen Elementen. Diese Beziehung muss bei jeder Beschwörung neu ausgehandelt werden. Wer nur die Macht eines Elements verlangt und seinen Willen ignoriert, baut im Kleinen dieselbe Gefängnismauer, mit der die Ebenen einst begannen.