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Alteracgebirge
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Alteracgebirge

Das Alteracgebirge erhebt sich als kalte Grenzlandschaft im Herzen Lordaerons. Zwischen den Ruinen eines verratenen Königreichs, der Heimat der Frostwölfe und dem Vordringen der Sturmlanzen trägt jeder Pass eine andere Erinnerung an Besitz.

Die Pässe im Herzen Lordaerons

Das Alteracgebirge liegt zwischen dem Hügelland, dem Lordameresee und den nördlichen Ländern. Schnee hält sich auf hohen Hängen, Nebel füllt enge Wege, und nur wenige Täler geben Siedlungen genügend Raum. Wer die Pässe beherrscht, kann Handel und Heere lenken. Darum war die Landschaft nie bloß eine abgelegene Wildnis. Ihre Kälte schützte, aber sie machte jeden offenen Weg politisch wertvoll.

Schon der Stamm der Alteraci lebte in diesen Höhen, bevor Thoradin die Menschen unter Arathor einte. Nach den Trollkriegen wuchs aus Festungen und Handelsposten ein eigenes Reich. Alterac war kleiner als viele Nachbarn, doch seine Lage gab ihm Gewicht. Die Bewohner lernten, zwischen Bergen zu bestehen; ihre Herrscher lernten leider auch, den schmalen Grat zwischen Vorsicht und Feigheit mit Klugheit zu verwechseln.

Ein Königreich verrät sein Bündnis

Im Zweiten Krieg fürchtete König Aiden Perenolde, Alterac werde zwischen Horde und Allianz zerrieben. Er ließ der Horde Wege durch das Gebirge offen und verriet militärische Informationen. Vielleicht nannte er es Rettung des eigenen Volkes. Für die anderen Menschenreiche war es Verrat in dem Augenblick, in dem gemeinsame Verteidigung über ihr Überleben entschied.

Als die Tat bekannt wurde, besetzte die Allianz das Königreich. Die Krone fiel, Nachbarn stritten um das Land, und aus enteigneten Adeligen entstand später das Syndikat. In den Ruinen von Alterac suchten sie nicht nur Reichtum, sondern eine verlorene Stellung. Doch der Anspruch, einst hier geherrscht zu haben, machte ihre Gewalt nicht zu Wiederaufbau. Oger des Trümmergratklans bezogen dieselben Mauern und verwandelten die Hauptstadt endgültig in umkämpfte Beute.

Die Frostwölfe finden eine Heimat

Noch vor dem Ersten Krieg hatte Gul'dan den Frostwolfklan verbannt, weil Durotan sich seiner verderbten Richtung widersetzte. In einem verborgenen Tal des Gebirges fanden die Orcs Schutz. Die Landschaft war hart, aber sie verlangte nichts von ihnen, das mit Dämonenblut erkauft werden musste. Für den Klan wurde Alterac nicht zur zufälligen Zuflucht, sondern zur Heimat, in der seine Ablehnung der alten Horde überdauerte.

Diese Geschichte ist wichtig, weil die Berge keine leere Fläche waren, als spätere Expeditionen sie betraten. Frostwölfe jagten, begruben ihre Toten und verteidigten Wege, die ihre Verbannung in Zugehörigkeit verwandelt hatte. Auch Winterax-Trolle lebten in den Tälern. Jede Karte, die dort nur Erz, Relikte oder strategische Höhen verzeichnete, ließ jene Leben aus, für die der Boden längst Namen und Erinnerungen trug.

Sturmlanzen und Frostwölfe

Die zwergische Sturmlanzenexpedition kam auf der Suche nach Rohstoffen und Spuren der eigenen titanischen Vergangenheit. Aus Erkundung wurde Besetzung, aus Widerstand offener Krieg. Dun Baldar und die Frostwolfstellung standen einander gegenüber, während beide Seiten ihre Toten als Beweis für das eigene Recht lasen. Ein Tal, das Schutz geboten hatte, wurde zu einer endlosen Front.

Die Sturmlanzen sprachen vom Auftrag Eisenschmiedes und von angegriffenen Forschern; die Frostwölfe von Eindringlingen in ihrem Land. Beide Erzählungen enthalten erlittene Gewalt, aber sie beginnen an verschiedenen Stellen. Das Gebirge macht diesen Streit sichtbar: Wer eine Geschichte erst mit dem eigenen Eintreffen beginnen lässt, kann jeden früheren Bewohner zum Hindernis erklären und jede Gegenwehr als grundlosen Angriff.

Ruinen, die weiter benutzt werden

Der Dritte Krieg führte Geißel, Schwarzfelsorcs und weitere Verwüstungen durch die Region. Dalaran hinterließ einen magisch abgeschirmten Krater, Strahnbrad und Alterac zerfielen, während das Syndikat und die Oger zwischen den Resten hausten. Im Vierten Krieg befestigte die Horde Teile der alten Städte erneut. Selbst tote Reiche blieben militärisch nützlich.

So trägt das Alteracgebirge mehrere Zeiten gleichzeitig. Arathors Wege liegen unter Perenoldes Schande, die Frostwolfheimat neben zwergischen Grabungen und moderne Bollwerke in den Mauern eines gefallenen Königreichs. Der Schnee macht diese Ansprüche nicht gleich und wäscht ihre Verantwortung nicht fort. Er bedeckt sie nur für eine Weile. Sobald jemand einen Pass öffnet, ein Banner setzt oder einen Stein ausgräbt, beginnt die alte Frage erneut: Wer nennt dieses Land Heimat, und wessen Erinnerung musste dafür übersehen werden?