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Westliche Pestländer
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Westliche Pestländer

Die Westlichen Pestländer waren einst Lordaerons Kornkammer. In Andorhal begann die Verseuchung des Getreides, in Herdweiler traf Arthas eine seiner folgenschwersten Entscheidungen, und erst viele Jahre später kehrte langsam Leben in das Land zurück.

Lordaerons Kornkammer

Vor dem Dritten Krieg bestand die Region aus fruchtbaren Feldern, Dörfern und Wäldern. Andorhal verteilte Getreide in die nördlichen Provinzen, Herdweiler war Verwaltungssitz, und die Straßen verbanden das Kernland Lordaerons mit dem Osten. Der Wohlstand beruhte auf derselben Versorgung, die später zur Waffe gegen das Reich wurde.

Kel'Thuzad und der Kult der Verdammten brachten die Seuche in tragbaren Kesseln in das Gebiet. Verseuchtes Getreide wurde von Andorhal aus weitergeschickt. Damit verwandelte sich die Stärke der Region in ihre größte Gefahr: Je besser das Verteilungsnetz funktionierte, desto schneller erreichte die Seuche neue Städte.

Herdweiler und Arthas

Prinz Arthas verfolgte die Spur der Seuche nach Herdweiler. Dort griffen bereits Untote an. Die Verteidiger retteten Überlebende, erkannten aber zugleich, dass der Angriff Teil eines größeren Plans war. Arthas' Entschlossenheit, Mal'Ganis zu verfolgen, wurde an diesem Ort härter und persönlicher.

Herdweiler markiert deshalb eine frühe Stufe seines Falls. Noch kämpfte Arthas für sein Volk, doch er begann, Widerspruch als Hindernis zu betrachten. Die Angst, weitere Städte zu verlieren, führte ihn nach Stratholme und später nach Nordend.

Andorhal und der Krieg um die Ruinen

Andorhal wurde zu einem Zentrum der Geißel. Kel'Thuzad wurde dort von Arthas getötet und später mit der Sonnenbrunnenmacht als Lich wiedererweckt. Nach Lordaerons Untergang kämpften die Geißel, die Verlassenen und die Allianz wiederholt um die Stadt.

Nach dem Kataklysmus führte Thassarian die Allianz, während Koltira Todesweber für die Verlassenen kämpfte. Ihre frühere Kameradschaft als Todesritter geriet in Konflikt mit den Befehlen ihrer Fraktionen. Sylvanas betrachtete Koltiras Zögern als Verrat und ließ ihn abführen. So wurde Andorhal erneut zu einem Ort, an dem ein größerer Krieg persönliche Bindungen zerstörte.

Scholomance, Scharlachroter Kreuzzug und Argentum

Unter Caer Darrow lag Scholomance, wo Kel'Thuzads Anhänger Nekromantie lehrten. Die Schule trug dazu bei, dass die Seuche nicht nur eine Krankheit blieb, sondern von ausgebildeten Dienern der Geißel weitergeführt wurde. Gleichzeitig errichtete der Scharlachrote Kreuzzug Stützpunkte und bekämpfte Untote mit einem Fanatismus, der häufig auch Lebende traf.

Die Argentumdämmerung und später der Argentumkreuzzug suchten einen anderen Weg. Sie kämpften gegen die Geißel, ohne jeden Verdächtigen zum Feind zu erklären. Herdweiler wurde zurückgewonnen, und vom Grab Uthers aus blieb die Erinnerung an den Paladin erhalten, den Arthas auf seinem Weg nach Norden getötet hatte.

Die langsame Heilung

Der Zirkel des Cenarius begann, verseuchte Böden zu reinigen. Auf dem Hof der Heiler kehrten Pflanzen zurück, und Teile des Landes wurden wieder grün. Die Heilung verlief ungleichmäßig; Caer Darrow und andere Orte blieben gefährlich, während neue Felder neben abgestorbenen Hainen entstanden.

Gerade dieser Unterschied trennt die Westlichen von den Östlichen Pestländern. Hier ist sichtbar, dass die Seuche nicht unveränderlich ist. Das Land kann sich erholen, doch jede grüne Wiese liegt neben einem Ort, an dem Hunger, Fanatismus oder persönliche Entscheidungen Lordaeron einst zerbrachen.