Ein Sohn zwischen zwei Völkern
Rexxar wurde unter den Mok'Nathal geboren, dem abgeschiedenen Volk aus dem Blut von Orcs und Ogern. Sein Vater Leoroxx lehrte, dass nur Zusammenhalt die kleine Gemeinschaft vor Draenors Gefahren schützen konnte. Für Rexxar klang dieser Schutz irgendwann wie eine Mauer. Als die alte Horde die Klans sammelte, verließ er seine Heimat und schloss sich ihr an. Er wollte eine größere Welt sehen und einen Platz finden, an dem seine gemischte Herkunft nicht jede Antwort bereits vorwegnahm.
Er durchquerte das Dunkle Portal und kämpfte in den Kriegen gegen Azeroth. Die Horde versprach Brüderlichkeit, doch Rexxar sah, wie Hexenmeister Leben als Brennstoff behandelten und Verbündete opferten, sobald sie unbequem wurden. Beim Rückzug starb sein Wolf Haratha, als das Tier ihn vor einem sterbenden Hexenmeister schützte. Rexxar erschlug den Mann, doch der Schlag brachte den Gefährten nicht zurück. Von da an misstraute er Zauberern, die Treue verlangten und für ihre Macht stets das Leben anderer fanden.
Die Wildnis als selbst gewählte Heimat
Rexxar wandte der Horde den Rücken zu und lebte jahrelang als Wanderer. Tiere waren für ihn keine stummen Werkzeuge. In ihrer Nähe fand er eine Ehrlichkeit, die ihm in Heeren gefehlt hatte: Hunger gab sich als Hunger zu erkennen, Gefahr als Gefahr, Zuneigung als freiwillige Nähe. Die Bärin Misha wurde seine beständigste Gefährtin. Mit ihr zog er durch Kalimdor, ohne Krone, Kaserne oder Banner zu brauchen.
Der Rückzug machte ihn nicht gleichgültig gegenüber anderen. Rexxar half, wenn er Not sah, und verschwand wieder, bevor Dank zu einer neuen Kette werden konnte. Diese Unabhängigkeit war keine einfache Einsamkeit. Harathas Tod hatte ihn gelehrt, wie tief Bindung verletzen konnte; Misha bewies ihm, dass die Antwort darauf nicht völlige Abkehr sein musste. Rexxar wählte seine Familie nun selbst und prüfte jede Loyalität daran, ob sie auch ohne Zwang Bestand hatte.
Der letzte Auftrag eines sterbenden Orcs
In Kalimdor begegnete Rexxar dem tödlich verwundeten Krieger Mogrin. Er versprach, dessen Bericht nach Orgrimmar zu Thrall zu bringen. Aus diesem kleinen Auftrag wuchs seine entscheidende Rückkehr zur Horde. Thrall schickte ihn nicht sofort in eine große Schlacht, sondern ließ ihn den jungen Staat Durotar kennenlernen. Rexxar half den Bewohnern, arbeitete mit Rokhan und Chen Sturmbräu zusammen und sah eine Horde, die nicht nur erobern, sondern eine Heimat bauen wollte.
Als Admiral Daelin Prachtmeer Truppen gegen die Orcs führte, suchte Rexxar Verbündete unter Tauren, Trollen und Ogern. Jaina widersetzte sich dem Krieg ihres Vaters, konnte ihn aber nicht zur Umkehr bewegen. Rexxar führte den Angriff auf Theramores Festung und tötete Daelin im Zweikampf. Danach ließ er die Kämpfe enden, anstatt Jainas Stadt aus Rache zu verwüsten. Der Sieg sollte Durotar schützen, nicht die alte Horde unter einem neuen Namen wiederauferstehen lassen.
Champion ohne Thron
Thrall nannte Rexxar Champion der Horde und bot ihm einen festen Platz in Durotar an. Rexxar nahm die Pflicht an, nicht aber den Hof. Er kehrte in die Wildnis zurück und versprach, dem Kriegshäuptling zu helfen, wenn die Horde ihn wirklich brauche. Gerade diese Entfernung gab seinem Titel Gewicht. Rexxar diente keinem Amt aus Gewohnheit; jedes Wiederkommen war eine neue Entscheidung, die Führung an ihrem Handeln zu messen.
In der Scherbenwelt begegnete er Leoroxx erneut. Vater und Sohn standen einander mit dem Schmerz vieler verlorener Jahre gegenüber. Rexxar half den Mok'Nathal gegen ihre Feinde, blieb aber nicht dauerhaft bei ihnen. Seine Rückkehr heilte den Bruch nicht durch ein spätes Unterwerfen unter die Erwartungen des Vaters. Sie zeigte, dass man Herkunft anerkennen kann, ohne ihr das ganze weitere Leben zu überlassen.
Treue nach den großen Versprechen
Rexxar kämpfte später auf dem alternativen Draenor, schloss sich während der Legioninvasion dem Orden des Unsichtbaren Pfads an und folgte im Vierten Krieg erneut dem Ruf der Horde. In Sturmsang verteidigte er ihre Stellungen gegen Kul Tiras. Der Verlust des Wolfs Huelo zwang ihn dort abermals, einen tierischen Gefährten sterben zu sehen. Er erklärte, die Jahre hätten ihn gelehrt, dass allein Stehende fallen. Diese Einsicht klang anders als das stolze Versprechen seiner Jugend: Gemeinschaft war nun keine Masse, in der Verantwortung verschwand, sondern Schutz, den jeder dem anderen schuldete.
Rexxar ist bis heute lebendig, doch seine spätere Rolle nach dem Vierten Krieg ist nicht ausführlich belegt. Sein Weg bleibt gerade deshalb lesbar: Er ist weder der gehorsame Soldat noch der unberührbare Einsiedler. Er liebt die Horde, weil er in ihr eine gewählte Gemeinschaft erkennen konnte, und bewahrt genug Abstand, um ihren Namen nicht mit Recht zu verwechseln. Der Champion kehrt zurück, wenn seine Verbündeten Schutz brauchen. Er gehört ihnen aber nie so vollständig, dass ein Befehl sein Gewissen ersetzen dürfte.