Die grüne Festung im Osten
Der Osten Draenors war einst von einem dichten, feuchten Dschungel bedeckt. Zwischen gewaltigen Bäumen, Schluchten und Flüssen lebte der Blutende-Hohl-Clan. Seine Krieger kannten Pfade, Gifte und Rituale, die Fremden unverständlich blieben. Kilrogg Totauge führte den Clan mit der Gewissheit eines Mannes, der in einer Vision bereits seinen eigenen Tod gesehen hatte. Diese Kenntnis machte ihn nicht vorsichtig. Sie gab ihm das Gefühl, bis zu diesem vorherbestimmten Augenblick ohne Furcht handeln zu können.
Als Grommash Höllschrei die Eiserne Horde schuf, wurde der Tanaandschungel zum militärischen Zentrum ihres Feldzugs. Blackhands Industrie lieferte Waffen, die Clans stellten Krieger, und Garrosh brachte Wissen über Azeroth mit. An der Ostküste entstand ein Dunkles Portal, das nicht bloß zwei Orte, sondern verschiedene Zeitlinien miteinander verband. Die Eiserne Horde wollte Azeroth angreifen, bevor dessen Völker Draenor bedrohen konnten. Tatsächlich folgte sie damit Garroshs Wunsch, die Geschichte in eine Waffe gegen seine Feinde zu verwandeln.
Der Angriff, der am Portal zerbricht
Die Verteidiger Azeroths durchquerten das Portal, obwohl sie auf der anderen Seite eine überlegene Armee erwartete. Ihre erste Aufgabe war nicht die Eroberung Draenors, sondern die Zerstörung des Übergangs. Gefangene wurden befreit, Belagerungsmaschinen sabotiert und die Verbindung nach Azeroth unterbrochen. Der Rückzug durch den Dschungel kostete viele Leben. Erst als sich die Überlebenden in Richtung Frostfeuergrat und Schattenmondtal trennten, verlor die Eiserne Horde die Gelegenheit, sie unmittelbar auszulöschen.
Der Tanaandschungel blieb dennoch in ihrer Hand. Von dort aus versorgte sie ihre Festungen und die Höllenfeuerzitadelle. Solange Grommash die Clans zusammenhielt, blieb Gul'dan ein geduldeter Gefangener und zugleich eine unterschätzte Gefahr. Seine erste Verführung mit Mannoroths Blut war gescheitert, doch er wartete auf den Augenblick, in dem Niederlagen und Misstrauen die Eiserne Horde für ein neues Angebot empfänglich machen würden.
Gul'dans Rückkehr und Höllenfeuer
Nach den Niederlagen in Hochfels und der Schwarzfelsgießerei verlor Grommash den Rückhalt vieler Clans. Gul'dan nutzte diesen Zusammenbruch. Er bot erneut Dämonenblut an, nun nicht als heimliches Mittel, sondern als Rettung vor dem Untergang. Kilrogg trank und sah darin die Erfüllung seines bekannten Schicksals. Andere folgten. Die Höllenfeuerzitadelle wurde vom Hauptquartier der Eisernen Horde zu einem Tor für die Brennende Legion. Grommash selbst geriet in Gefangenschaft, weil er sich dem Pakt verweigerte.
Die Verbündeten aus Azeroth und Draenor drangen schließlich in die Zitadelle ein, besiegten die verdorbenen Kriegsherren und stellten Archimonde. Der Sieg beendete den unmittelbaren Feldzug, doch Gul'dan wurde durch Archimondes letzte Tat nach Azeroth geschleudert. Damit führte der Weg aus Tanaan direkt zur nächsten Invasion der Legion. Auf dem ursprünglichen Draenor wurde der Dschungel später durch die Zerstörung der Welt verbrannt und verwüstet. Aus seinem Rest entstand die Höllenfeuerhalbinsel der Scherbenwelt, eine rote Ödnis, in der kaum etwas an das frühere Grün erinnert.