Ehre und StärkeBlackmoore
Neptulon
Charakter

Neptulon

Neptulon, der Gezeitenjäger, herrscht über Azeroths Wasser. Einst Diener der Alten Götter, widersetzte er sich im Kataklysmus N'Zoth und verteidigt seither die Tiefe gegen Naga und Legion.

Herr einer ruhelosen Welt

Bevor Wälder und Reiche Azeroths Oberfläche prägten, rangen vier Elementarfürsten um eine Welt, der es an ausgleichendem Geist mangelte. Neptulon führte die Wasser. Seine Macht lag nicht nur im Meer, sondern in Regen, Fluss, Druck und jener Geduld, mit der jeder Stein schließlich nachgibt. Gegen Ragnaros, Therazane und Al'Akir führte er Kriege, deren Fronten keine festen Grenzen kannten.

Als die Alten Götter landeten, wurden die Elementarfürsten in das Schwarze Imperium gezwungen. Neptulon diente Mächten, deren Herrschaft selbst den uralten Elementen Ketten anlegte. Die titanengeschmiedeten Heere besiegten ihn schließlich; Mimiron schuf Fesseln, und die Ordnungsmächte verbannten Wasserfürst und Gefolge in den Abyssischen Schlund. Aus einem Herrscher der jungen Welt wurde der Gefangene einer eigens geschaffenen Ebene.

Der Abyssische Schlund

Der Schlund war zugleich Reich und Gefängnis. Dort erhob sich der Thron der Gezeiten zwischen Strömungen, die Sterbliche zerdrücken würden. Neptulon blieb Herr seiner Elementare, doch die Grenzen der Elementarebene hielten ihn von Azeroths Oberfläche fern. Verehrung und Furcht erreichten ihn trotzdem. Seeleute fluchten bei seinem Namen, Schamanen baten um Wasser, und Kreaturen der Tiefe lebten in Machtverhältnissen, die an keiner Küste sichtbar waren.

Diese Entfernung machte Neptulon nicht neutral. Er erinnerte sich an die Alten Götter und an die anderen Elementarfürsten, mit denen er einst die Welt verheert hatte. Als Todesschwinge die Ebenen aufriss, musste jeder von ihnen wählen, ob alte Knechtschaft, eigene Herrschaft oder das Überleben Azeroths wichtiger war. Neptulons Entscheidung unterschied ihn von Ragnaros und Al'Akir.

Krieg unter Vashj'irs Wellen

Neptulon verweigerte Todesschwinge und N'Zoth sein Bündnis. Daraufhin fielen Naga, Gesichtlose und verdorbene Meereswesen über sein Reich her. Königin Azsharas Truppen wollten die Wasser dem Einfluss des Alten Gottes unterwerfen. In Vashj'ir wurde das Meer zum belagerten Land: Ruinen, Schlachtfelder und Nachschubwege lagen übereinander in einer Tiefe, in der schon ein Atemzug Hilfe verlangte.

Am Thron der Gezeiten half Neptulon Eindringlingen, Ozumat und dessen Verderbnis zurückzudrängen. Der gewaltige Kraken entriss ihn dennoch dem Schlachtfeld. Lange blieb sein Schicksal unklar, weil der geplante weitere Feldzug in den Abyssischen Schlund ausblieb. Später befreite Neptulon sich und kehrte an seinen Thron zurück. Die überarbeitete Erinnerung an die Schlacht zeigt ihn schließlich als Sieger über Ozumats Angriff, nicht als ewigen Gefangenen des Kraken.

Vier Fürsten gegen die Legion

Während der dritten Invasion der Brennenden Legion suchte der Irdene Ring die Elementarfürsten. Neptulon erklärte sich bereit, Azeroth zu verteidigen. Gemeinsam mit Therazane, Thunderaan und dem damaligen Feuerlord Smolderon verlieh er Schamanen die Macht, die Elemente gegen die Dämonen zu einen. Ein uralter Gegner der titanischen Ordnung stand damit auf der Seite einer Welt, deren Vernichtung auch sein Reich ausgelöscht hätte.

Später entsandte er Truppen gegen Azsharas Heere in Nazjatar. Seine Feindschaft mit den Naga war nicht nur Fortsetzung des Kataklysmus. Sie betraf die Frage, ob die Meere einem Elementarfürsten, einer Königin oder den Schatten hinter ihr gehorchen sollten. Neptulon wurde dadurch nicht zum sanften Beschützer aller Küsten. Er blieb eine Gewalt mit eigenem Reich, deren Interessen in entscheidenden Augenblicken mit dem Überleben der Welt zusammenfielen.

Das Gedächtnis der Tiefe

Wasser verbindet Orte, die an Land getrennt erscheinen. Es trägt Schiffe und Leichen, nährt Felder und verschlingt Städte. Neptulons Macht besitzt dieselbe Doppelheit. Er kann Leben stützen, ohne harmlos zu sein, und Azeroth verteidigen, ohne sich einem sterblichen Bündnis zu unterwerfen. Wer ihn nur als freundlichen Wasserherrn betrachtet, vergisst die Elementarkriege; wer nur den alten Diener sieht, übersieht seine Weigerung, erneut vor N'Zoth zu knien.

Am Thron der Gezeiten herrscht daher kein gewöhnlicher König. Neptulon verkörpert eine Naturmacht, die Erinnerung nicht in Büchern bewahrt, sondern in Strömungen. Reiche an der Oberfläche ziehen Grenzen und nennen Meere nach ihren Karten. Unter ihnen bewegt sich ein älterer Anspruch. Solange Wasser durch Azeroth fließt, reicht Neptulons Reich bis an jedes Ufer, auch wenn sein Herr dort niemals sichtbar aus den Wellen steigt.