Ehre und StärkeBlackmoore
Mimiron
Charakter

Mimiron

Mimiron ist Ulduars Großer Architekt: ein Hütergeist in mechanischem Leib, dessen Erfindungen Azeroth schützten und gefährdeten. Selbst Mord und Wahnsinn konnten seine Neugier nicht stilllegen.

Der Verstand des Großen Architekten

Das Pantheon schuf Mimiron als einen der Hüter, die Azeroth gegen das Schwarze Imperium führen sollten. Norgannon gab ihm einen Anteil an arkanem Wissen und erfinderischem Geist. Wo andere Hüter mit Sturm, Natur oder bloßer Kraft kämpften, zerlegte Mimiron ein Problem in Hebel, Energie und Möglichkeiten. Für ihn war die Welt nicht nur zu bewachen; sie war zu verstehen, und jedes Verständnis verlangte beinahe sofort nach einem neuen Gerät.

Im Krieg gegen die Elementarfürsten arbeitete er mit Loken zusammen. Mimiron entwarf Fesseln für Neptulon und half, jene Gefängnisse zu bauen, in denen die Alten Götter eingeschlossen wurden. Seine Konstruktionen dienten der Rettung Azeroths, doch sie machten ihn auch zum Architekten einer Ordnung, die Lebewesen und Mächte in Systeme einfügte. Eine Maschine fragt nicht, ob ihr Befehl noch gerecht ist. Diese Frage muss der Erfinder stellen.

Kinder aus Zahnrädern

Mimiron erschuf die Mechagnome als geschickte Arbeiter und Hüter titanischer Anlagen. In ihren kleinen Körpern verbanden sich Präzision, Beweglichkeit und jene Freude an Mechanik, die später selbst in den vom Fluch des Fleisches veränderten Gnomen fortlebte. Zwischen Ulduar und Uldaman betreuten sie Archive, Werkstätten und Maschinen, deren Zweck spätere Generationen nur noch bruchstückhaft verstanden.

Auch andere Erfindungen tragen Mimirons Handschrift: gewaltige Fahrzeuge, Waffen, Fluggeräte und die Werkstätten im Funken der Imagination. Seine Genialität wirkt oft spielerisch, doch das Spiel besitzt scharfe Kanten. Wo Mimiron eine neue Möglichkeit sieht, denkt er zuerst an Funktion und erst später an die Personen, die unter einer Fehlzündung stehen könnten. Sein Humor mindert die Gefahr nicht; er macht sie nur schwerer vorhersehbar.

Ein Mord als Laborunfall

Als Loken seine Verbrechen vor den anderen Hütern verbergen wollte, ließ er Mimiron töten und tarnte den Anschlag als Unfall. Die Mechagnome weigerten sich, ihren Schöpfer zu verlieren. Sie retteten seinen Geist und setzten ihn in einen großen mechanischen Leib. Mimiron lebte weiter, aber die Übertragung ließ seinen Verstand beschädigt zurück.

Darin liegt eine bittere Umkehr. Der Erfinder, der Wesen für bestimmte Aufgaben gebaut hatte, wurde selbst von seinen Geschöpfen neu zusammengesetzt. Sein Körper konnte repariert werden; sein Bewusstsein blieb sprunghaft, besessen von Versuchen und kaum gebremst von Vorsicht. Die Mechagnome retteten mehr als ihren Meister. Sie bewiesen, dass Schöpfung Bindung erzeugt und ein geschaffenes Volk nicht für immer bloß Werkzeug seines Konstrukteurs bleibt.

Die Prüfung in Ulduar

Yogg-Sarons Einfluss machte die Hüter in Ulduar gefügig. Mimiron baute unter der Verderbnis immer neue Kriegsmaschinen und behandelte Eindringlinge als Gelegenheit für einen tödlichen Testlauf. Flammenleviathan, VX-001 und sein Luftkommandomodul verband er schließlich zu einer Maschine, deren Übermaß genau zu seinem beschädigten Stolz passte.

Nach seiner Niederlage löste sich der Einfluss des Alten Gottes. Mimiron half beim Kampf gegen Yogg-Saron, statt an der Kränkung über zerstörte Geräte festzuhalten. Diese Wendung machte ihn nicht plötzlich vernünftig. Sie stellte nur seine Neugier wieder auf die Seite der Welt, die ihm genügend ungelöste Fragen bot, um auch ohne fremde Stimme gefährliche Maschinen zu bauen.

Werkstatt ohne Feierabend

Während der Legion verteidigten Mimiron und die anderen Hüter Ulduar. Er half, Hati wiederherzustellen, und begegnete Brann Bronzebart wie einem alten Freund, auch wenn seine Aufmerksamkeit jederzeit zum nächsten Experiment sprang. Ulduars Systeme blieben unter seiner Aufsicht aktiv. Selbst ein Anruf Magnis konnte enden, sobald Mimiron entschied, seine Arbeit sei wichtiger als weitere Erklärungen.

Mimiron zeigt die titanische Ordnung von ihrer neugierigsten und unruhigsten Seite. Er ist kein kaltes Gesetzbuch aus Metall. Er scheitert, improvisiert, lacht und baut weiter. Gerade darin liegt Verantwortung: Erfindungskraft ist nicht gut, nur weil sie begeistert. Sie erhält ihren Wert erst durch die Frage, wem eine Konstruktion dient und wer ihren Irrtum tragen muss. In Mimirons Werkstatt folgt auf jede Antwort eine neue Maschine; Azeroth muss hoffen, dass auch sein Gewissen schnell genug weiterbaut.