Ehre und StärkeBlackmoore
Therazane
Charakter

Therazane

Therazane, die Steinmutter, herrscht über die Erdelementare Tiefenheims. Hinter ihrer schroffen Abneigung gegen Sterbliche steht eine uralte Beschützerin, die ihr Reich gegen Alte Götter, Todesschwinges Verwüstung und die Legion verteidigt.

Die Mutter hinter den Bergen

Therazane herrschte über die Erde, als Azeroths Elemente noch ungebändigt gegeneinander Krieg führten. Sie suchte seltener als Ragnaros oder Al'Akir die offene Schlacht. Stattdessen hob sie Gebirge als Mauern, ließ Feinde sich an Stein und Ausdauer erschöpfen und öffnete dann Schluchten unter den Überlebenden. Ihre Zurückhaltung war keine Sanftmut. Sie war die Geduld eines Landes, das jeden Angreifer länger überdauern kann.

Die Steinmutter betrachtet mächtige Erdelementare als ihre Kinder. Steinlords, Kristallwesen und zahllose Diener bilden nicht bloß eine Armee, sondern ein Reich, dessen Zusammenhalt persönlich gedacht wird. Darum trifft jeder Einbruch in ihr Gebiet mehr als Besitz. Wer Tiefenheim verwüstet, betritt aus Therazanes Sicht das Haus einer Mutter, die Berge bewegen kann und keinen Grund sieht, den Eindringling höflich nach seinen Absichten zu fragen.

Unter dem Willen der Alten Götter

Als die Alten Götter nach Azeroth kamen, kämpften die Elementarherren zunächst gegen sie. Therazane errichtete Felswälle, die Tempelstädte des Schwarzen Imperiums zerbrachen. Doch die endlosen Heere überwältigten die Elemente und zwangen sie in den Dienst der neuen Herren. Aus einer Verteidigerin des eigenen Reiches wurde eine Waffe fremder Verderbnis.

Die Titangeschmiedeten Archaedas und Freya besiegten Therazane schließlich. Mit gebrochener Erde und gewaltigen Wurzeln stürzten sie ihre Festung, danach wurde die Steinmutter mit ihren Kindern in Tiefenheim gebannt. Das Elementarreich war Gefängnis und Heimat zugleich. Jahrtausende später vergaß Therazane weder die Niederlage noch, dass die Alten Götter ihre Freiheit ebenfalls nicht geachtet hatten.

Todesschwinge zerbricht die Weltensäule

Neltharion hatte sich nach früheren Niederlagen in Tiefenheim verborgen. Als er als Todesschwinge nach Azeroth zurückbrach, zerschmetterte er die Weltensäule im Tempel der Erde. Das Bauwerk hielt die elementaren und magnetischen Kräfte der Ebene im Gleichgewicht. Seine Splitter verstreuten sich, Tiefenheim begann in die sterbliche Welt zu stürzen, und der Schattenhammer breitete sich zwischen den Wunden aus.

Für Therazane waren die ankommenden Sterblichen zunächst nur weitere Eindringlinge. Manche von ihnen hatten zudem ihre Tochter Theradras getötet. Dennoch bewahrte die Steinmutter das untere Fragment der Säule und erkannte, dass ohne Zusammenarbeit auch ihr eigenes Reich unterging. Sie verlangte keine Freundschaft. Sie verlangte Taten, die bewiesen, dass die Fremden den Schaden wirklich heilen und danach nicht einfach eine neue Herrschaft errichten wollten.

Ein Bündnis aus Notwendigkeit

Sterbliche und Irdene Ring halfen Therazanes Kindern gegen den Schattenhammer. Nach der Rückgewinnung der Fragmente griff die Steinmutter selbst in die Schlacht am Tempel ein und zerschmetterte die stärksten Gegner. Gemeinsam wurde die Weltensäule wiederhergestellt. Tiefenheim blieb bestehen, und der Riss bedrohte Azeroth nicht länger mit dem Zusammenbruch der Elementarebene.

Therazane machte danach deutlich, dass Hilfe kein Besitzrecht verlieh. Wer ihr Reich weiter beim Wiederaufbau unterstützte, war willkommen, doch die Sterblichen sollten nicht vergessen, dass sie Gäste waren. Diese Grenze unterscheidet sie von Elementarherren, die Azeroth erobern wollten. Die Steinmutter kann unerbittlich sein, aber ihre Herrschaft richtet sich zuerst darauf, dass Erde und Kinder nicht erneut zum Werkzeug eines fremden Krieges werden.

Stein ist nicht gefühllos

Als Thralls Geist in den Elementen zerrissen wurde, gelangte ein Teil zu Therazane. Sie fand seine Bindung an die Erde bemerkenswert und wollte ihn zunächst nicht freigeben. Aggra bat um ihren Segen. Therazane erinnerte sich daran, was Liebe bedeutete, und ließ die Suchenden weiterziehen. Selbst ihre weichere Entscheidung klang nicht zärtlich; sie war dennoch von Verständnis getragen.

Während der dritten Legionsinvasion sandte Therazane ihre Kräfte an die Seite des Irdenen Rings. Sie wurde dadurch keine verlässliche Verbündete jeder sterblichen Sache. Ihre Treue gilt Tiefenheim, der Erde und jenen, die sie als Kinder betrachtet. Gerade diese Begrenzung macht ihr Handeln verständlich. Therazane ist keine gütige Erde, die jedes Gewicht schweigend trägt. Sie ist der Wille des Bodens, Grenzen zu setzen, Verwundung zu erinnern und sich dennoch zu öffnen, wenn das Überleben verschiedener Welten tatsächlich voneinander abhängt.