Ehre und StärkeBlackmoore
Detheroc
Charakter

Detheroc

Detheroc ist ein Nathrezim, dessen bevorzugte Waffe nicht die Klaue, sondern der fremde Wille ist. Er beherrschte Garithos, trug Mathias Shaws Gesicht und kehrte selbst nach mehreren Niederlagen in Denathrius' Dienst zurück.

Der Schreckenslord hinter fremden Augen

Detheroc gehört zu den Nathrezim, jenen Schreckenslords, die Welten selten durch einen offenen Sturmangriff erobern. Ihre Geduld ist länger als die Amtszeit eines Königs. Sie lernen Wünsche, Kränkungen und Ängste kennen, bis sie nur noch einen kleinen Druck ausüben müssen. Detherocs besondere Stärke war die Beherrschung des Willens. Er konnte einen Gegner in eine Waffe verwandeln, die für alle Außenstehenden weiterhin das vertraute Gesicht eines Verbündeten trug.

Wie andere Nathrezim diente er lange in der Brennenden Legion, während seine tiefere Herkunft und Treue zu Graf Denathrius verborgen blieb. Für ihn war ein Bündnis nie nur eine Reihe eigener Soldaten. Jeder feindliche Befehlshaber konnte bereits ein unbemerktes Tor sein. Wo andere Dämonen Mauern niederrissen, ließ Detheroc die Wache selbst den Riegel öffnen und am nächsten Morgen glauben, sie habe aus eigener Überzeugung gehandelt.

Drei Brüder über den Ruinen Lordaerons

Nach Archimondes Niederlage am Hyjal blieben Detheroc, Balnazzar und Varimathras in Lordaeron zurück. Sie sollten die verwüsteten Länder für die Legion halten und versuchten, Arthas zu stürzen, als der Griff des Lichkönigs schwächer wurde. Der Todesritter entkam nach Nordend. Für einen kurzen Augenblick schien das gefallene Königreich nun den Schreckenslords zu gehören.

Doch Sylvanas Windläufer hatte sich ebenfalls aus der Kontrolle gelöst und weigerte sich, einer neuen Gruppe von Herren zu dienen. Sie zwang Varimathras auf ihre Seite und wandte sich gegen seine Brüder. Detheroc besaß in Großmarschall Othmar Garithos eine eigene Armee. Der menschliche Befehlshaber glaubte, für Lordaerons Überreste zu kämpfen, während ein Dämon hinter seinen Augen seine Truppen lenkte. Sein Rang, sein Hass und seine Soldaten blieben sichtbar; verschwunden war nur die Freiheit, ihnen eine andere Richtung zu geben.

Der Tod des Puppenspielers

Als Sylvanas Detherocs Stützpunkt angriff, schickte er Garithos und dessen Männer gegen sie. Die Beherrschten kämpften mit echten Körpern und starben an einem Plan, den sie nicht gewählt hatten. Sylvanas hielt die Armee auf, drang mit Varimathras zum Schreckenslord vor und riss Detheroc auseinander. Der Puppenspieler fiel, während die Fäden seiner Marionette noch über das Schlachtfeld liefen.

Dieser Tod vernichtete ihn nicht endgültig. Dämonen, die außerhalb des Wirbelnden Nethers sterben, können sich dort neu formen. Detherocs Niederlage beendete seine Herrschaft über Garithos, nicht seine Laufbahn. Gerade für einen Nathrezim passt eine solche Rückkehr: Ein aufgedeckter Betrug macht jede spätere vertraute Stimme verdächtig, und die Erinnerung an den ersten Angriff arbeitet weiter, noch bevor der Täter erneut ein Gesicht gefunden hat.

Mathias Shaw kehrt verändert zurück

Vor dem Angriff auf die Verheerte Küste entdeckte SI:7 Hinweise auf eine Falle der Legion. Detheroc schlug zu, nahm Mathias Shaw gefangen und trat an seine Stelle. In Sturmwind trug er die Stimme, Erinnerungen und Autorität des Spionagemeisters. Er belog den jungen König Anduin über die Absichten der Horde und half, Misstrauen zwischen den Fraktionen zu schüren, obwohl Azeroth seine Kräfte gegen die Legion sammeln musste.

Amber Kearnen entkam und versuchte, die Ungekrönten zu warnen. Der falsche Shaw erklärte ausgerechnet sie und weitere Gegner zu Verrätern. Erst als Schurken den wirklichen Mathias befreiten und nach Sturmwind brachten, konnte Detheroc vor den Augen von SI:7 entlarvt werden. Er starb erneut. Sein Plan zeigte dennoch, wie wirksam eine gestohlene Vertrauensposition ist: Die beste Lüge war nicht eine erfundene Nachricht, sondern ein bekannter Mann, dessen Freunde keinen Grund sehen wollten, ihn neu zu prüfen.

Rückkehr zum ersten Herrn

Auch der zweite Tod hielt Detheroc nicht fest. Nach seiner Wiedergeburt schloss er sich den Nathrezim an, die Revendreth angriffen, um Graf Denathrius aus seiner Gefangenschaft zu holen. Ein Vorgesetzter drohte ihm für ein weiteres Versagen mit Häutung. Ob das gesuchte Gut unmittelbar Denathrius oder ein anderer Teil des Plans war, blieb unklar; die Schreckenslords befreiten ihren Meister schließlich.

Detheroc ist damit weiterhin mehr als eine Gestalt aus Lordaerons Vergangenheit. Seine Geschichte verbindet Legion, Allianz und Schattenlande durch dieselbe Methode. Er sucht Menschen, deren Amt bereits Vertrauen erzeugt, und ersetzt Entscheidung durch unsichtbaren Zwang. Gegen ihn genügt es nicht, Dämonen an Hörnern und Flügeln zu erkennen. Seine gefährlichste Form ist der vertraute Befehl, der vernünftig klingt und dennoch genau jene Freunde gegeneinander stellt, die gemeinsam seinen wahren Herrn bedrohen könnten.