Shaws beste Agentin
Amber Kearnen war Leutnant des SI:7 und galt Mathias Shaw als seine beste Agentin und beste Freundin. Besonders bekannt war sie als Scharfschützin. Ihr Gewehr trug den Namen Claire. Schon vor dem Kataklysmus überwachte sie in Westfall einen verlassenen Wachtturm, den die Defiasbruderschaft besetzt hatte. Von dort half sie Schurken, in den Turm einzudringen und das Tagebuch Klaven Totwaches zu beschaffen.
Nach der Zerschlagung änderte sich der Auftrag, aber nicht der Beobachtungsposten. Helix Ritzelbrecher und verdächtige Söldner übernahmen das Gebiet. Amber untersuchte erneut, was im Turm geschah. Ihre Arbeit in Westfall zeigt die Grundlage ihrer späteren Laufbahn: Sie hielt über lange Zeit eine Position, erkannte Veränderungen in feindlichen Strukturen und führte andere Agenten durch Verteidigungen, die sie selbst sorgfältig studiert hatte.
Die Suche nach dem Weißen Bauern
Im Pandariafeldzug gehörte Amber zu einer Elitegruppe, die nach der verschollenen Flotte und dem sogenannten Weißen Bauern suchte. Der Deckname bezeichnete Prinz Anduin Wrynn. Ambers Flugzeug stürzte im Jadewald ab, doch trotz schwerer Verletzungen nahm sie die Verfolgung wieder auf. Sie sicherte Stellungen, gab Sully McLeary Deckungsfeuer und half der Einheit, den Prinzen aufzuspüren.
Anduin wollte nicht einfach in Gewahrsam zurückkehren. Er beeinflusste Sullys Geist und entkam. Amber blieb im Jadewald und unterstützte die Allianz sowie die Jinyu bei der Rückeroberung der Gruben der Flitzschwänze. Zeitweise galt ihr Schicksal als unklar, doch sie tauchte später in Löwenlandung wieder auf und koordinierte dort Einsätze für Himmelsadmiralin Rogers.
Durotar und der Aufstand gegen Garrosh
Amber und Sully entdeckten zunächst in Dun Morogh Hinweise auf eine Bedrohung durch die Zandalari. Später entsandte Varian beide vor dem Angriff auf Durotar. Sie sollten einen Landeplatz erkunden und die Schwächen der kor'kronischen Verteidigung bestimmen. Dabei stießen sie auf den Bürgerkrieg zwischen Garrosh Höllschreis Truppen und Vol'jins Dunkelspeerrebellen.
Nach der Rettung Zen'tabras half Amber, eine Verbindung zwischen Allianz und Rebellion vorzubereiten. Sie kämpfte später im Untergrund von Orgrimmar gegen die Kor'kron. Die Zusammenarbeit war kein dauerhaftes Bündnis aus Freundschaft. Der SI:7 nutzte eine strategische Gelegenheit: Garroshs Gegner banden seine Truppen, während die Allianz einen Zugang zur Stadt erhielt. Amber setzte Aufklärung und präzise Gewalt dort ein, wo eine offene Armee zunächst zu früh entdeckt worden wäre.
Einsätze auf Draenor
Während des Krieges auf dem alternativen Draenor hielt sich Amber in der Allianzfestung Mondsturz auf. Als der Angriff auf den Tanaandschungel begann, bezog sie Malos Ausguck und beobachtete die Umgebung. Diese Auftritte waren weniger persönlich als ihre Missionen in Pandaria, zeigen aber, dass Shaw sie weiterhin für gefährliche Vorfeldaufklärung einsetzte.
Amber bewegte sich damit über Jahre an Kriegsschauplätzen, an denen ein einzelner Bericht den Kurs ganzer Einheiten verändern konnte. Ihre Rolle blieb die einer Feldagentin, nicht einer politischen Entscheidungsträgerin. Sie sammelte die Informationen, die andere für Landungen, Rettungsmissionen und Angriffe benötigten, und schützte ihre Gruppe mit dem Scharfschützengewehr, wenn verdeckte Arbeit in offenen Kampf überging.
Die letzte Nachricht
Während der Legionsinvasion wurde Amber in den Kanälen Dalarans ermordet aufgefunden. Ein Messer steckte noch in ihrem Rücken, und sie hielt eine Botschaft des SI:7 fest. Zunächst schien Mathias Shaw selbst ihren Tod angeordnet zu haben. Die Ungekrönten untersuchten den Fall, weil sich der Nachrichtendienst ungewöhnlich verhielt und ein Mord an Shaws engster Vertrauter auf eine innere Säuberung hindeutete.
Die Ermittler entdeckten die Wahrheit: Der Schreckenslord Detheroc hatte Shaw entführt, seine Gestalt angenommen und den SI:7 unterwandert. Agent Jones hatte Amber auf den Befehl des falschen Shaw hin getötet. Ambers Botschaft erreichte dennoch die Ungekrönten und ermöglichte die Rettung des echten Mathias Shaw. Ihre letzte Mission war damit erfolgreich, obwohl sie ihren Ausgang nicht überlebte.
Kearnen die Klinge
Nach ihrem Tod gelangte Ambers Seele nach Maldraxxus. Dort nahm sie die Gestalt einer aranakkischen Spionin an und diente dem Haus der Augen unter dem Namen Kearnen die Klinge. Sie überlebte den Untergang des Hauses und hielt sich am Hohen Stand südlich seiner Ruinen verborgen. Ein Angehöriger der Ungekrönten konnte ihr berichten, dass ihre letzte Nachricht auf Azeroth angekommen war.
Amber dankte für diese Gewissheit, weil ihr Tod dadurch nicht vergeblich gewesen war. Kearnen die Klinge ist folglich keine zweite Figur und kein bloß ähnlicher Name, sondern Ambers Identität im Jenseits. Ein gemeinsamer Glossareintrag verhindert eine falsche Trennung der Biografie: Die Agentin, die in Westfall und Pandaria kämpfte, ist dieselbe Seele, die in Maldraxxus die Arbeit eines zerstörten Spionagehauses fortsetzt.