Die Hände, die Sturmwind bauten
Nach dem Zweiten Krieg lag Sturmwind in Trümmern. Edwin Van Cleef und die Steinmetzgilde bauten Mauern, Straßen und Häuser wieder auf. Als die Arbeit getan war, verweigerte das Haus der Adligen die zugesagte Bezahlung. Die Kassen waren leer, doch die Last dieser Leere wurde auf Menschen abgewälzt, deren Arbeit längst sichtbar in jeder Straße der Stadt stand.
Onyxia verschärfte den Streit in der Gestalt Katrana Prestors. Ihre Intrige erklärt nicht die Verantwortung der Adeligen, aber sie half dabei, Misstrauen in offene Feindschaft zu verwandeln. Als die Proteste eskalierten, traf ein geworfener Stein Königin Tiffin Wrynn tödlich. Von da an sprach Sturmwind nicht mehr über unbezahlte Arbeit, sondern über Aufruhr und Verrat.
Aus einer Forderung wird eine Bruderschaft
Van Cleef und seine Anhänger wurden aus der Stadt vertrieben. In Westfall fanden sie eine Gegend, die von Krieg, Armut und ausbleibender Hilfe gezeichnet war. Die Defias boten Zugehörigkeit und ein klares Feindbild. Ihr Ursprung lag in realem Unrecht, doch die Bruderschaft blieb nicht bei einer Forderung nach Lohn oder Wiedergutmachung.
Überfälle, Schutzgelder und Einschüchterung machten aus der Bewegung eine Macht, die Bauern und Reisende ebenso traf wie die Menschen, die sie bekämpfen wollte. Eine gerechte Ursache entbindet niemanden von den Folgen der eigenen Taten. Das ist der Knoten der Defias-Geschichte: Sturmwind trug die Schuld am Anfang, aber die Bruderschaft entschied selbst, wie sie ihren Zorn ausübte.
Die Todesminen
In den Todesminen ließ Van Cleef ein Kriegsschiff bauen. Die Anlage wurde zum Symbol für seine Absicht, Sturmwind nicht nur zu bedrohen, sondern die Stadt zu treffen, die er einst mit aufgebaut hatte. Die Defias waren außerdem Teil der Intrigen um Varians Entführung. Auf diese Weise verband sich der Konflikt um Lohn und Würde mit Onyxias größerem Plan, das Königreich von innen zu lähmen.
Edwin Van Cleef starb, als Abenteurer die Minen stürmten. Sein Tod löste die Ursache der Bruderschaft nicht auf. Er hinterließ seiner Tochter Vanessa ein Vermächtnis aus Verlust, Erzählungen und einer Organisation, deren Name bereits mehr bedeutete als die Person, die ihn gegründet hatte.
Vanessa und das schwere Erbe
Vanessa wuchs unter falschem Namen in Westfall auf und führte die Defias nach dem Kataklysmus erneut gegen Sturmwind. Sie kannte die Not der Region und wusste, wie leicht Menschen in ihr für radikale Antworten zu gewinnen waren. Doch auch ihr Plan setzte auf Anschläge, Angst und den Tod Unbeteiligter. Die Wunde Westfalls machte diese Mittel erklärbar, nicht gerecht.
Später distanzierte sich Vanessa von Teilen der Bruderschaft, deren Name nur noch für Räuberei stand. Damit wird das Erbe der Defias nicht sauber, aber klarer: Es besteht aus einer offenen Schuld Sturmwinds, aus dem Scheitern der politischen Ordnung und aus den Entscheidungen, mit denen Edwin und Vanessa diesen Schaden in neue Gewalt übersetzten.