Zwei Flotten bringen denselben Krieg
Horde und Allianz erreichen Pandaria nicht als Entdecker, die gemeinsam nach einem unbekannten Land suchen. Eine Seeschlacht zerschlägt ihre Verbände, und Überlebende landen an entgegengesetzten Küsten des Jadewaldes. Beide Seiten suchen Vermisste, errichten Stützpunkte und betrachten die fremde Landschaft zuerst danach, wie sie im Krieg genutzt werden kann.
Die Allianz begegnet den Jinyu, einem Volk, das in den Flüssen lauscht und aus ihren Strömungen mögliche Zukünfte liest. Die Horde verbündet sich mit den Ho-zen, deren laute, unmittelbare Lebensweise ganz anders ist. Alte Spannungen zwischen beiden Völkern werden dadurch in den Fraktionskrieg hineingezogen. Ein Konflikt, der von außen kommt, findet im Wald rasch neue Wurzeln.
Pandaren zwischen Gastfreundschaft und Sorge
In Orten wie Morgenblüte treffen die Ankommenden auf Pandaren, die weder Horde noch Allianz kennen und doch schnell verstehen, welche Unruhe diese Fremden mitbringen. Lehrensucher Cho versucht, ihnen Pandarias Geschichte nahezubringen. Er führt nicht mit Befehlen, sondern mit Erzählungen und Fragen. Sein Ziel ist es, die Besucher begreifen zu lassen, dass Gefühle in Pandaria nicht im Inneren bleiben.
Die Sha sind Überreste der Macht Y'Shaarjs. Angst, Hass, Zweifel und Gewalt geben ihnen Gestalt. Was anderswo als Stimmung eines Krieges unsichtbar bleibt, kann hier zu einem Wesen werden, das Menschen und Orte befällt. Der Jadewald ist der erste Ort, an dem Horde und Allianz den Preis ihrer Gewohnheiten unmittelbar sehen.
Yu'lon und das Herz der Schlange
Über den Wald wacht Yu'lon, die Jadeschlange und eine der Himmlischen Erhabenen. In langen Abständen überträgt sie ihren Geist in eine neue Statue. Pandaren, Jinyu und andere Bewohner sammeln Jade für das Herz der Schlange, ein gewaltiges Abbild, das diese Erneuerung ermöglichen soll. Der Bau ist religiöse Pflicht und gemeinschaftliches Werk zugleich.
Während die Statue wächst, werden im Tempel der Jadeschlange alte Texte und Visionen bewahrt. Dort zeigt sich auch, wie schnell Wissen unter dem Einfluss der Sha kippen kann. Zweifel und Unruhe dringen selbst in ein Heiligtum ein, das der Weisheit gewidmet ist.
Die Schlacht am Herzen der Schlange
Der Krieg zwischen Jinyu und Ho-zen erreicht schließlich die Baustelle. Horde und Allianz führen ihre Verbündeten in eine Schlacht, ohne zu erkennen, welche Macht sich unter ihnen sammelt. Als das Herz der Schlange zerstört wird, bricht das Sha des Zweifels hervor. Die Gewalt der Fremden hat nicht bloß ein Bauwerk vernichtet. Sie hat einer uralten Wunde einen Körper gegeben.
Für die Ankommenden ist dies die erste eindeutige Warnung Pandarias. Ihre Siege können neue Feinde erschaffen. Disziplin allein genügt nicht, wenn Hass und Angst weiterhin jede Entscheidung bestimmen. Yu'lons Erneuerung wird dadurch gefährdet, und das Land trägt den Schaden eines Krieges, den es nicht begonnen hat.
Der erste Spiegel Pandarias
Der Jadewald bleibt trotz der Zerstörung ein lebendiges Land. Seine Klöster, Dörfer und Wälder bestehen fort, und Yu'lons Geschichte endet nicht mit dem zerbrochenen Standbild. Doch für Horde und Allianz gibt es keinen Weg zurück zu der Vorstellung, Pandaria sei nur ein neuer Schauplatz.
Hier lernen beide Fraktionen, dass ihre Anwesenheit Folgen hat, bevor sie das Innere des Kontinents überhaupt erreichen. Der Jadewald ist deshalb nicht nur der Anfang einer Reise. Er ist das erste Urteil über die Ankommenden – gesprochen nicht von einem König, sondern von einer Landschaft, die ihre Gefühle sichtbar macht.