Ehre und StärkeBlackmoore
Shal'Aran
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Shal'Aran

Shal'Aran wird vom vergessenen Gewölbe unter Meredil zum Zufluchtsort der Nachtgefallenen. Thalyssra sammelt hier Verbündete, während Farodin einen Arcan'dor heranzieht, dessen Frucht die Abhängigkeit vom Nachtbrunnen überwinden kann.

Eine Zuflucht unter den Ruinen

Unter den zerbrochenen Straßen Meredils lag ein Gewölbe, das die meisten Bewohner Suramars längst vergessen hatten. Die Verdorrten mieden den Ort, obwohl sie sonst jedes Versteck nach Arkanenergie durchsuchten. Im Inneren wachte die Hüterin Selentia über leere Hallen und alte Leylinien. Erst als Thalyssra aus Suramar verstoßen wurde, erhielt die Ruine eine neue Aufgabe. Die Erste Arkanistin war einst eine der höchsten Magierinnen der Stadt gewesen. Sie hatte Großmagistrix Elisandes Bündnis mit der Brennenden Legion widersprochen und war dafür aus dem Schutz der Barriere gestoßen worden.

Für eine Nachtgeborene bedeutete dieses Urteil meist den Tod oder den Verlust des Verstandes. Seit Jahrtausenden bezog Suramars Bevölkerung ihre arkane Nahrung aus dem Nachtbrunnen. Wer die regelmäßige Zuteilung verlor, begann zu welken und konnte schließlich zu einem Verdorrten werden. Thalyssra erreichte die Kammern unter Meredil bereits geschwächt. Nachdem Selentia überwunden worden war, richtete sie dort einen Stützpunkt ein. Shal'Aran bot weder den Glanz noch die Sicherheit der Stadt, doch es lag nahe genug an Suramar, um Nachrichten, Flüchtlinge und Verbündete aufzunehmen.

Aus Verstoßenen wird eine Rebellion

Khadgar hatte Thalyssras verschlüsselten Hilferuf abgefangen und schickte Unterstützung zu ihr. Von Shal'Aran aus suchten ihre Verbündeten weitere Gegner Elisandes. Der Telemetrikmeister Oculeth war nach seiner Verbannung zwischen seinen eigenen Portalen gestrandet. Die Arkanistin Valtrois kannte das Leyliniennetz unter Suramar. Die Adlige Ly'leth Lunastre blieb zunächst innerhalb der Stadt und versorgte die Verschwörer mit Informationen. Jede dieser Personen brachte etwas mit, das Thalyssra allein fehlte: Wege, Wissen, gesellschaftlichen Einfluss oder den Zugang zu jenen Bewohnern, die noch hinter der Barriere lebten.

Die Zuflucht füllte sich allmählich mit Nachtgefallenen, Handwerkern, Soldaten und Flüchtlingen. Oculeths Portale verbanden Shal'Aran mit Orten, die zu Fuß kaum sicher erreichbar waren. Valtrois stellte beschädigte Leylinien wieder her und leitete ihre Energie in das Versteck. Aus einem Keller wurde auf diese Weise das politische und logistische Zentrum der Nachtgefallenenrebellion. Thalyssra musste dabei lernen, anders zu führen als der Hof, dem sie entstammte. In Suramar war Macht von Rang, arkaner Versorgung und Elisandes Gunst abhängig gewesen. In Shal'Aran konnte niemand mit solchen Sicherheiten rechnen; Vertrauen entstand erst durch gemeinsam überstandene Gefahr.

Der Arcan'dor und das Ende der Abhängigkeit

Der Valewalker Farodin brachte eine Hoffnung nach Shal'Aran, die älter war als der Nachtbrunnen. Er hütete die Erinnerung an die Arcan'dor, magische Bäume, in denen arkane Kraft und Naturmagie miteinander ausgeglichen wurden. Ein früherer Versuch in Falanaar war gescheitert und hatte dort eine entsetzliche Verwandlung ausgelöst. Farodin wusste deshalb, dass ein neuer Baum nicht allein mit Arkanenergie genährt werden durfte. Seine Wurzeln mussten Leylinien erreichen, während seine Krone mit der Kraft des Lebens verbunden blieb.

Der junge Arcan'dor wuchs im Herzen der Zuflucht. Seine Pflege führte die Rebellen zu den Leylinien Suramars, in den Smaragdgrünen Alptraum und zu jenen Stoffen, die das empfindliche Gleichgewicht des Baumes bewahren konnten. Als er schließlich Früchte trug, veränderte sich der Kampf. Nachtgefallene mussten Elisande nicht mehr besiegen, um Zugang zum Nachtbrunnen zu erhalten. Die Frucht stillte ihre Abhängigkeit dauerhaft und gab sogar Verdorrten einen Teil ihrer verlorenen Persönlichkeit zurück. Thalyssras Bewegung gewann damit etwas, das eine bloße Verschwörung nicht besessen hätte: eine Zukunft für das eigene Volk.

Nach der Befreiung Suramars blieb Shal'Aran bestehen. Die überlebenden Mitglieder der Mondwache nutzten den Ort als Stützpunkt, und Thalyssra betrachtete ihn weiterhin als eine zweite Heimat. Die großen Entscheidungen waren zwar im Palast und später in der Nachtfestung gefallen, doch in diesen unterirdischen Hallen war zuvor die Voraussetzung dafür entstanden. Hier lösten die Nachtgefallenen ihre Versorgung aus Elisandes Hand, fanden eine neue Gemeinschaft und bewiesen, dass Suramar nicht mit der Herrschaft seiner Großmagistrix gleichgesetzt werden musste.