Ein Hexendoktor aus dem Stamm der Blutfratzen
Malacrass stammte ursprünglich aus dem Stamm der Blutfratzen. Durch sein Wissen über Flüche, Geister und Loa stieg er zum Berater Zul’jins auf. Der Amani-Kriegsherr suchte nach einer Macht, mit der sein geschwächtes Volk Quel’Thalas zurückerobern konnte. Malacrass bot ihm keine neue Armee, sondern einen Weg, die eigenen Götter in Waffen zu verwandeln.
Er hatte die hohen Priester der Zandalari beobachtet und verstanden, wie sie die Gunst der Loa anriefen. Zugleich wusste er, dass Blutelfen den Naaru M’uru gefangen hielten und dessen Licht für ihre Blutritter nutzten. Daraus zog er eine gefährliche Folgerung: Wenn Elfen eine heilige Macht binden konnten, sollten die Amani dasselbe mit ihren Loa tun.
Die vier gestohlenen Essenzen
Malacrass experimentierte, bis er Nalorakk, Akil’zon, Jan’alai und Halazzi Teile ihrer Essenz entreißen konnte. Jede Macht sperrte er in einen sorgfältig ausgewählten Amani-Champion: Bärenstärke, Adlersturm, Drachenfalkenfeuer und Luchslist erhielten sterbliche Körper. Zul’jin billigte den Plan, weil er darin die Chance sah, sein Volk aus Jahrhunderten der Niederlage zu führen.
Der Erfolg verdeckte den Frevel. Die Amani hatten ihre Loa bis dahin um Hilfe gebeten, Opfer gebracht und Antworten erwartet. Malacrass ersetzte dieses Verhältnis durch Gefangenschaft. Er wollte nicht mehr hoffen, dass die Götter seinem Volk beistanden. Er wollte ihre Kraft besitzen.
Ula’tek und die Macht, die er für sich behielt
Für sich selbst suchte Malacrass die dunkelste Kraft. Er beschäftigte sich mit Ula’tek, einer sagenhaften Schlangengottheit, deren Macht er als Schlüssel zur Wiedergeburt des Amani-Reiches betrachtete. Während andere Champions einzelne Loa trugen, sammelte der Hexlord gestohlene Kräfte und lernte sogar, Fähigkeiten seiner Gegner nachzuahmen.
Vor Zul’jin war er damit die letzte Verteidigung Zul’Amans. Wer Malacrass besiegte, zerstörte nicht nur einen Hexendoktor, sondern das System, mit dem der geplante Krieg geführt werden sollte.
Der Plan überlebt seinen ersten Untergang
Malacrass überstand den ersten Fall Zul’Amans. Als Daakara später die Amani führte und sich mit den Zandalari verbündete, wiederholte der Hexlord sein Ritual. Erneut wurden Loa gebunden, erneut erhielten Champions ihre Macht. Diesmal wurde Malacrass endgültig besiegt.
Sein Vermächtnis blieb dennoch bestehen. Weil er und Zul’jin heilige Wesen als Vorräte behandelten, wandten sich die Loa von den Amani ab. Der Hexlord wollte seinem Volk eine Zukunft erzwingen und beschädigte dabei genau die religiöse Grundlage, auf der seine Identität ruhte. Seine Geschichte ist deshalb nicht nur die eines grausamen Zauberers, sondern die eines Beraters, dessen scheinbar wirksame Lösung langfristig mehr zerstörte als sie rettete.