Ehre und StärkeBlackmoore
Lei Shen
Charakter

Lei Shen

Lei Shen entriss Ra die Macht des Sturms und formte aus zerstrittenen Mogu das erste Reich Pandarias. Sein Donner schuf Einheit durch Sklaverei und Angst, bis selbst sein Tod nur eine lange unterbrochene Herrschaft blieb.

Ein Sohn im Zeitalter der hundert Könige

Lei Shen wuchs in einer Zeit auf, in der Mogu-Kriegsherren um Land, Diener und die Reste titanischer Größe stritten. Sein Vater fiel durch Verrat, der Klan zerbrach, und der junge Mogu zog sich mit wenigen Getreuen zurück. Andere hielten sein langes Wandern und Nachdenken für Schwäche. Lei Shen suchte jedoch nach einer Antwort, die größer war als der nächste gewonnene Hügel.

Er glaubte, sein Volk habe seinen geschaffenen Zweck vergessen. Die Mogu waren einst Diener titanischer Hüter gewesen, nun bekämpften sie einander wie Erben, die nur noch um Bruchstücke eines verlassenen Hauses rangen. Lei Shen wollte die alten Herren wecken und von ihnen einen Auftrag empfangen. Als er schließlich Ra fand, begegnete er keinem gebietenden Gott, sondern einem Hüter, der nach dem vermeintlichen Tod des Pantheons jede Hoffnung verloren hatte.

Der gestohlene Donner

Lei Shen fragte Ra nach dem Sinn der Mogu und erhielt Schweigen. Schließlich zwang er den Hüter zur Antwort. Ra zeigte ihm den Nachhall Aman'Thuls und offenbarte den Untergang der Titanen. Was den Hüter gebrochen hatte, machte den Kriegsherrn entschlossener. Wenn die Schöpfer tot und ihr Diener untätig waren, würde Lei Shen selbst ihre Stelle einnehmen.

Er überwältigte Ra, kettete ihn an und riss Macht aus seinem Körper. Wind, Blitz und Donner gehorchten fortan dem Mogu. Seine Gefolgschaft wollte ihn Blitzkönig nennen, doch Lei Shen wählte den Donner: Ein Blitz vergehe in einem Augenblick, der Donner aber zwinge noch lange danach jeden zum Aufblicken. Schon dieser Name zeigte, was er aus Macht machen wollte. Nicht nur Sieg, sondern Erinnerung an den Sieg sollte herrschen.

Das Reich unter der Mauer

Mit Ra-dens Kraft vereinte Lei Shen die Mogu-Klans und unterwarf Pandaria. Pandaren, Saurok, Hozen und andere Völker mussten seinem Reich dienen. Kunst und Überlieferung, die eine eigene Vergangenheit bewahrten, ließ er vernichten. Einheit bedeutete unter ihm nicht, verschiedene Stimmen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Sie bedeutete, dass nur noch sein Wille eine Geschichte erzählen durfte.

Gegen die Mantid ließ er den Schlangenrücken errichten. Generationen von Sklaven bauten die gewaltige Mauer, während die Furcht vor dem nächsten Schwarm als Rechtfertigung jeder Härte diente. Mit den Zandalari schloss Lei Shen ein Bündnis und versprach ihnen Land. Weil er seinen eigenen Mogu nicht einmal nach dem Tod vertraute, verriet er den Trollen außerdem das Geheimnis seiner möglichen Wiedererweckung. Ein Reich, das vollständig von ihm abhängen sollte, durfte ohne ihn keine sichere Nachfolge besitzen.

Der Preis von Uldum

Lei Shen wollte auch die titanischen Anlagen Uldums unterwerfen. Er führte Mogu und Zandalari gegen die Tol'vir und rechnete damit, dass keine Armee seiner Macht standhalten könne. Die Verteidiger wählten deshalb eine Waffe, die keinen gewöhnlichen Sieg kannte: Sie lösten die Schmiede der Ursprünge aus und verbrannten alles Leben in der Region.

Der Donnerkönig und sein Heer starben. Uldum wurde zur Wüste, und auch viele derjenigen, die das Land verteidigt hatten, bezahlten mit dem Leben. Spätere Legenden gaben Lei Shen einen heldenhafteren Tod in einer großen Schlacht. Die Wahrheit war bitterer. Seine Macht war so überwältigend geworden, dass seine Gegner lieber eine ganze Landschaft opferten, als ihm die Maschine zu überlassen, mit der er künftig noch größere Teile der Welt hätte auslöschen können.

Der wiederkehrende Herrscher

Jahrtausende später erweckten Zandalari den bewahrten Leichnam. Lei Shen kehrte auf die Insel des Donners zurück, sammelte Mogu und Trollverbündete und begann sein Reich wieder aufzurichten. Pandaren, Shado-Pan, Kirin Tor, Sonnenhäscher sowie Kämpfer beider großen Fraktionen griffen seinen Palast an. Auf dem Gipfel seines Thrones fiel der Donnerkönig ein zweites Mal.

Wrathion erhielt nach Lei Shens Fall dessen Herz und nahm seine titanische Macht in sich auf. Die Visionen, die ihn dabei überkamen, bestätigten ihm die Bedrohung durch die Legion und zeigten, wie wenig selbst die Mogu noch von der Geschichte ihrer Schöpfer verstanden. Der Herrscher, der sich für den notwendigen Mittelpunkt jeder Ordnung hielt, endete damit als Macht und Wissen in den Händen anderer. Seine Bauten stehen noch in Pandaria, doch sie bezeugen keinen verlorenen Frieden. Sie erinnern daran, wie leicht Schutz vor Schwarm, Chaos und Vergessen zum Vorwand wird, wenn ein einziger Mann behauptet, nur unter seinem Donner könne ein ganzes Land bestehen.