Ein Prinz der Eredar
Malchezaars Titel weist ihn als hochrangigen Eredar aus, doch seine frühere Stellung auf Argus bleibt im Dunkeln. Sicher ist, dass er der Brennenden Legion diente und nicht zufällig nach Karazhan gelangte. Medivhs Turm war von arkaner Macht, dämonischer Verderbnis und Rissen in Raum und Zeit durchzogen. Für einen Eredar war er zugleich Festung, Zugang und Fundgrube.
Nach Medivhs Tod blieb der Turm nicht leer. Erinnerungen wurden zu Erscheinungen, frühere Bewohner zu Geistern, und fremde Wesen fanden Wege in Räume, die keiner gewöhnlichen Architektur mehr folgten. Malchezaar setzte sich im Netherspace an der Spitze Karazhans fest. Von dort aus befehligte er Dämonen und versuchte, die instabile Macht des Turms für seine eigenen Ziele zu nutzen.
Herrschaft über mehrere Wirklichkeiten
Malchezaar sprach, als gehörten ihm alle Wirklichkeiten. Diese Worte passen zu einem Ort, an dem Vergangenheit, mögliche Zukunft und fremde Ebenen ineinandergriffen. Ob der Prinz diese Kräfte wirklich beherrschte oder sich nur in ihrem Zentrum unbesiegbar glaubte, blieb offen. Seine Macht war dennoch real genug, um Karazhans oberste Hallen in ein dämonisches Bollwerk zu verwandeln.
Die Expedition nach Karazhan musste sich durch die ganze Geschichte des Gebäudes arbeiten, bevor sie Malchezaar erreichte. Hinter Festsaal, Bibliothek, Menagerie und Medivhs Schatten wartete kein Erbe des Wächters, sondern ein Eindringling. Mit Malchezaars Niederlage wurde die Legion aus diesem Teil des Turms vertrieben. Karazhan selbst war damit jedoch nicht geheilt, denn seine Risse bestanden fort.
Ein Herrscher ohne erklärte Vergangenheit
Gerade die Lücken in Malchezaars Geschichte machen seine Funktion deutlich. Er ist kein neuer Mittelpunkt der Welt, sondern der Beweis, dass mächtige Orte nach dem Sturz ihrer Besitzer nicht einfach neutral werden. Medivhs Verrat hatte Karazhan geöffnet, und Malchezaar nahm den entstandenen Raum in Besitz. Sein Fall schloss eine Besetzung, aber nicht die Wunde, die sie möglich gemacht hatte.