Ehre und StärkeBlackmoore
Derek Prachtmeer
Charakter

Derek Prachtmeer

Derek Prachtmeer war Daelins Sohn und Jainas älterer Bruder. Im Zweiten Krieg verbrannte er auf See; Jahrzehnte später erweckte Sylvanas ihn als Verlassenen und wollte aus dem gefallenen Admiral einen Attentäter gegen seine eigene Familie machen.

Der Sohn einer Seefahrerdynastie

Derek wurde in Kul Tiras als Sohn von Daelin und Katherine Prachtmeer geboren. Die Familie stand an der Spitze eines Inselreiches, dessen Sicherheit von Schiffen, Werften und erfahrenen Seeleuten abhing. Als ältester Sohn wuchs Derek mit der Erwartung auf, Verantwortung in der Flotte zu übernehmen. Seine Geschwister Jaina und Tandred gingen andere Wege, doch alle lebten im Schatten des Namens Prachtmeer.

Während des Zweiten Krieges schloss sich Kul Tiras der Allianz von Lordaeron an. Die Horde bedrohte nicht nur Stormwind und die nördlichen Königreiche, sondern auch die Seewege. Derek kommandierte Schiffe gegen die orcische Flotte. Für Daelin war dieser Krieg ein Beweis dafür, dass die Horde niemals als gewöhnlicher politischer Gegner behandelt werden durfte.

Tod auf dem Großen Meer

In einer Seeschlacht griffen Drachenreiter der Horde die kul tiranischen Schiffe an. Derek kam in den Flammen ums Leben. Sein Körper ging nicht vollständig verloren, doch für seine Familie blieb nur die Nachricht, dass der Sohn und Bruder im Krieg gefallen war. Daelins Hass auf die Orcs erhielt dadurch eine persönliche Tiefe, die später seine Entscheidungen bestimmen sollte.

Jaina war damals noch jung. Viele Jahre später versuchte sie, zwischen Horde und Allianz Frieden zu schaffen. Daelin konnte diesen Weg nicht akzeptieren. Für ihn standen hinter jedem Orc die brennenden Schiffe und Dereks Tod. Als er Theramore besetzte und Thralls Horde vernichten wollte, stellte sich Jaina gegen ihren Vater. Sie half den Orcs nicht dabei, Daelin zu töten, griff aber auch nicht ein, um seinen Feldzug zu retten. Der Tod des Vaters zerriss die Familie ein zweites Mal.

Sylvanas sucht eine Waffe

Während des Vierten Krieges bargen die Verlassenen Dereks Leichnam aus dem Meer. Sylvanas Windläufer ließ ihn als Untoten erwecken. Ihr Plan bestand nicht darin, einen alten Offizier zurückzugewinnen. Derek sollte gebrochen, mit falschen Erinnerungen versehen und zu seiner Familie zurückgeschickt werden. In Kul Tiras hätte er Katherine oder Jaina nahekommen und sie im richtigen Augenblick töten können.

Der Plan überschritt selbst für manche Anführer der Horde eine Grenze. Baine Bluthuf hatte den Krieg lange mitgetragen, doch die beabsichtigte Umformung Dereks machte aus einem Gefangenen ein willenloses Werkzeug. Baine befreite ihn und brachte ihn zu Jaina. Damit stellte er sich offen gegen Sylvanas und riskierte sein Leben.

Die Rückkehr zu einer fremd gewordenen Familie

Jaina begegnete einem Bruder, der Jahrzehnte tot gewesen war und nun als Verlassener vor ihr stand. Derek trug Erinnerungen an seine Familie, aber auch den Körper und die Erfahrungen eines Untoten. Seine Rückkehr konnte den verlorenen jungen Admiral nicht wiederherstellen. Sie zwang die Prachtmeers vielmehr, ihn als den Menschen anzunehmen, der aus Tod, Gefangenschaft und Befreiung hervorgegangen war.

Derek suchte später Kontakt zu Calia Menethil und anderen Untoten, die sich nicht über Sylvanas definierten. Calia verstand, was es bedeutete, nach dem Tod in eine neue Existenz zurückzukehren und zwischen früherer Herkunft und gegenwärtiger Gemeinschaft zu stehen. Derek fand bei ihr einen Raum, in dem er weder als makelloser Sohn Kul Tiras' noch als Waffe der Verlassenen leben musste.

Ein Leben nach dem Instrumentalisierungsversuch

Dereks Geschichte verbindet den Zweiten und den Vierten Krieg. Sein erster Tod verschärfte Daelins Feindschaft gegenüber der Horde. Seine Wiedererweckung zeigte, wie Sylvanas dieselbe alte Wunde bewusst gegen Jaina einsetzen wollte. In beiden Fällen wurde Derek von anderen zu einem Symbol gemacht: zuerst zum gefallenen Sohn, später zum geplanten Attentäter.

Sein Überleben nach der Befreiung gibt ihm erstmals die Möglichkeit, selbst über diese Bedeutung zu entscheiden. Er kann seine Familie lieben, ohne wieder der Mann zu werden, der er vor dem Tod war. Er kann unter Untoten leben, ohne Sylvanas zu folgen. Gerade darin liegt die stille Bedeutung seiner Rückkehr: Eine Person, die zweimal zum Werkzeug eines Krieges gemacht wurde, erhält die Chance auf ein Leben, das nicht mehr von den Plänen anderer bestimmt ist.