Ehre und StärkeBlackmoore
Katherine Prachtmeer
Charakter

Katherine Prachtmeer

Die Lordadmiralin, die nach Daelins Tod Kul Tiras zusammenhielt, Jaina aus Trauer verurteilte und erst in Thros erkannte, dass Mutter und Tochter dieselbe Schuld trugen.

Die Frau an Daelins Seite

Katherine Prachtmeer herrschte nicht erst, als sie den Titel der Lordadmiralin trug. Als Ehefrau Daelins und Mutter von Derek, Jaina und Tandred hielt sie eine Familie zusammen, deren Leben vom Meer und von Kriegen bestimmt wurde. Sie unterstützte Jainas Wunsch, in Dalaran Magie zu studieren, und musste sich dafür gegen Daelins Vorstellungen durchsetzen. Schon damals liebte sie ihre Tochter nicht, indem sie sie in der Nähe hielt, sondern indem sie ihr einen eigenen Weg öffnete.

Der Zweite Krieg nahm Derek. Später zog Daelin nach Kalimdor, unfähig, Thralls Horde von jener zu unterscheiden, die Sturmwind zerstört und seinen Sohn getötet hatte. Jaina stellte sich gegen den Vater, ließ seine Niederlage zu und rettete damit den Frieden von Durotar. Für Katherine kam diese Entscheidung nicht als politische Abwägung an. Sie erhielt einen toten Ehemann und die Nachricht, ihre Tochter habe ihm nicht beigestanden.

Lordadmiralin eines verwundeten Reiches

Nach Daelins Tod übernahm Katherine Kul Tiras. Das Reich zog sich von der Allianz zurück. In Boralus blieb der Name Prachtmeer mächtig, doch die großen Häuser drifteten auseinander, Piraten wurden stärker, und die Flotte verschwand. Katherine musste Stärke zeigen, während Trauer und politische Unsicherheit ihre Ratgeberwahl verengten.

Lady Priscilla Aschenwind nutzte genau diese Schwäche. Als Jaina während des Vierten Krieges zurückkehrte und um den Beitritt Kul Tiras' zur Allianz bat, ließ Katherine sie als Verräterin festnehmen. Sie glaubte, Recht über die eigene Mutterliebe zu stellen. Tatsächlich sprach auch all die Wut, die sie seit Theramore nicht in Trauer verwandeln konnte.

Der Verrat im eigenen Haus

Während Jaina in Thros gefangen war, zerfiel Aschenwinds Fassade. Ihre Kompanie bewaffnete Piraten, untergrub die Häuser und bereitete die Übernahme von Boralus vor. Katherine erkannte, dass ihre vertraute Freundin das Reich nicht gestützt, sondern jeden Riss vertieft hatte. Die Lordadmiralin, die Fremde und die eigene Tochter des Verrats verdächtigt hatte, war von jener Frau getäuscht worden, die ihr am nächsten stand.

Katherine reiste nach Drustvar und schließlich nach Thros, um Jaina zu finden. Dort begegnete sie den Erinnerungen ihrer Tochter: Arthas, Daelin, Theramore und all den Toten, für die Jaina sich verantwortlich machte. Katherine sah, dass Jainas scheinbare Kälte nie Gleichgültigkeit gewesen war. Die Tochter trug dieselbe Familie als Schuld in sich, nur von der anderen Seite.

„Vergib dir selbst“

Die Versöhnung bestand nicht darin, Daelins Tod plötzlich richtig oder bedeutungslos zu nennen. Katherine bat Jaina, ihr, dem Vater und schließlich sich selbst zu vergeben. Damit löste sie den Knoten, den Politik allein nicht lösen konnte. Mutter und Tochter kehrten gemeinsam nach Boralus zurück.

Als Aschenwinds Flotte die Stadt bedrohte, übergab Katherine Jaina das alte Amulett des Hauses. Durch seine Verbindung fand Jaina die verschollene kul tiranische Flotte und führte sie heim. Nach dem Sieg trat Katherine als Lordadmiralin zurück und übergab den Titel an ihre Tochter. Sie verlor dadurch keine Würde. Sie machte sichtbar, dass Führung auch darin besteht, eine Macht weiterzureichen, wenn jemand anderes das zerrissene Reich wieder verbinden kann.

Katherine Prachtmeer ist weder bloß Jainas strenge Mutter noch die Herrscherin zwischen zwei berühmten Lordadmiralen. Sie bewahrte Kul Tiras durch Jahre der Isolation, irrte aus Trauer und fand die Kraft, ihren Irrtum öffentlich zu korrigieren. Ihre entscheidende Reise führte nicht über das Meer, sondern in die Erinnerung ihrer Tochter. Erst dort verstand sie, dass ein Reich leichter eine neue Flotte findet als eine Familie den Mut, denselben Verlust gemeinsam anzusehen.