Das Land um Antorus
Im Norden von Argus liegt die Antorische Ödnis. Anders als Eredath bewahrt sie kaum noch den Eindruck der alten Eredarkultur. Die Legion formte das Land nach ihren Bedürfnissen um. Gruben, Schmieden, Portale und Festungen verwandelten die Oberfläche in eine zusammenhängende Kriegsindustrie. Hier wurden Waffen hergestellt, Truppen gesammelt und gefangene Wesen für den nächsten Feldzug gebrochen.
Im Zentrum erhob sich Antorus, der Brennende Thron. Die Festung war nicht nur Sargeras' wichtigste Bastion. Tief in ihr lag die Weltseele von Argus, ein ungeborener Titan. Sargeras hatte diese Seele gefoltert und ihre Macht benutzt, um gefallene Dämonen immer wieder in den Kreislauf der Legion zurückzuführen. Deshalb schien das Dämonenheer unerschöpflich. Hinter jedem Sieg wartete die Rückkehr der Besiegten.
Der Vormarsch der Verbündeten
Nach den Kämpfen in Krokuun und Eredath erreichten Draenei, Krokul, die Armee des Lichts und die Streitkräfte Azeroths die Ödnis. Ihr Ziel war Antorus. Alleria Windläufer nutzte ihre neu gewonnene Verbindung zur Leere, Turalyon führte Soldaten des Lichts, und Illidan Sturmgrimm drängte auf einen direkten Angriff. Diese Verbündeten teilten den Feind, aber nicht immer dieselbe Vorstellung von Macht und Opfer.
Der Weg zur Festung führte durch die Infrastruktur der Legion. Teufelsmaschinen mussten zerstört, Gefangene befreit und Portale geschlossen werden. Jeder dieser Kämpfe entzog Antorus einen Teil seiner Versorgung. Für die Krokul war dieser Vormarsch eine Rückkehr in Land, das ihnen genommen worden war. Für Velen war er die letzte Etappe eines Krieges, den Kil'jaeden aus persönlicher Rache über Jahrtausende gegen sein Volk geführt hatte.
Antorus und die gefangenen Titanen
In Antorus warteten nicht nur Dämonen. Sargeras hatte die Seelen des titanischen Pantheons gefangen und versucht, ihren Willen zu brechen. Aggramar, einst ein großer Krieger des Pantheons, stand unter seiner Kontrolle. Die Macht, die junge Welten schützen sollte, war gegen jene gerichtet worden, die den Kreuzzug beenden wollten. Sein Fall zeigte, dass Sargeras nicht allein durch Vernichtung herrschte. Er zwang selbst seine ehemaligen Gefährten in seine Ordnung.
Am Ende wurde Argus selbst erweckt. Der gequälte Titan war kein freiwilliger Herrscher der Legion. Er war Opfer und zugleich letzte Waffe. Erst nach seinem Tod konnten die befreiten Titanen Sargeras festhalten. Als der dunkle Titan nach Azeroth griff, stieß er noch sein gewaltiges Schwert in Silithus. Der Feldzug beendete damit die unmittelbare Herrschaft der Legion, hinterließ Azeroth aber eine neue Wunde.
Das Ende eines Krieges, nicht seiner Folgen
Sargeras wurde gemeinsam mit Illidan am Sitz des Pantheons gebunden. Velen sah Argus ein letztes Mal, bevor die Verbindung zur Welt abriss. Der Sieg gab den Draenei keine unversehrte Heimat zurück. Krokuun blieb verwüstet, Eredath blieb eine schwebende Erinnerung und die Antorische Ödnis blieb das Denkmal einer Industrie, die ganze Welten in Brennstoff verwandelt hatte.
Dennoch veränderte der Fall von Antorus den Kosmos. Dämonen konnten nicht mehr über Argus in derselben Geschwindigkeit zurückkehren, die Brennende Legion verlor ihre zentrale Führung, und Sargeras' Kreuzzug kam zum Stillstand. Die Ödnis war somit der Ort, an dem die größte Heeresmacht der bekannten Welt an ihrer eigenen Quelle getroffen wurde. Der Preis dieses Sieges führte jedoch unmittelbar in die nächste Krise: Aus Sargeras' Schwert trat Azerit hervor, das Blut der verwundeten Weltseele Azeroths.