Ehre und StärkeBlackmoore
Taelia Fordragon
Charakter

Taelia Fordragon

Bolvars Tochter, die fern von Lordaerons Untergang in Kul Tiras aufwuchs, den verschwiegenen Lichkönig als ihren Vater wiederfand und selbst Paladin wurde.

Das Kind, das fortgeschickt wurde

Taelia Fordragon stammt aus Lordaeron, doch ihre Erinnerungen gehören Kul Tiras. Als die Geißel über das nördliche Königreich hereinbrach und ihre Mutter starb, schickte Bolvar seine Tochter über das Meer. Er konnte Lordaeron nicht vor dem Untergang bewahren, aber er konnte versuchen, wenigstens Taelia aus seiner Reichweite zu bringen.

Daelin Prachtmeer vertraute das Kind Cyrus Kammfall an, einem erfahrenen Ritter und alten Gefährten. Cyrus wurde ihr Vormund, Lehrer und der Mensch, der blieb. Er brachte ihr Reiten, Kämpfen und Segeln bei, lehrte sie aber auch, Schlägern und Piraten nicht mit ehrfürchtigem Abstand zu begegnen. Taelia wuchs nicht als behütete Adlige auf. Sie wurde Knappin und Kadettin der Prachtmeerwache, entschlossen, ihren Platz durch Können zu verdienen.

Briefe von einem fernen Vater

Bolvar schrieb ihr und nannte sie seinen leuchtenden Stern. Dann hörten die Briefe auf. Taelia erfuhr nur, ihr Vater sei im Kampf gegen den Lichkönig gefallen. Für Azeroth wurde Bolvar am Tor des Zorns verbrannt, auf dem Gefrorenen Thron zum neuen Kerkermeister der Geißel und schließlich selbst zur schweigenden Gestalt mit der Krone. Für seine Tochter blieb er ein Ritter, dessen Tod andere ihr in wenigen Sätzen erklärten.

Während des Feldzugs in Kul Tiras kämpfte Taelia an der Seite der zurückkehrenden Allianz. Sie half, Tiragardes Straßen, Dörfer und Menschen gegen Piraten, Verräter und die Aschenwind-Kompanie zu verteidigen. Ihre Rolle war nicht die einer bloßen Begleiterin berühmter Namen. Durch sie begegnete die Allianz einem Kul Tiras jenseits des Hofes: stolz, praktisch und bereit, Autorität an ihren Taten zu messen.

Der Name Fordragon

Nach Jainas Versöhnung mit ihrer Mutter begegnete Taelia König Anduin Wrynn. Er hatte Bolvar gekannt und lud sie nach Sturmwind ein, um mehr über ihren Vater zu erfahren. Doch selbst Anduin erzählte ihr nicht die ganze Wahrheit. Zu viele Menschen hielten Bolvars Geheimnis für eine Last, vor der Taelia geschützt werden müsse. Wieder entschieden andere, welche Geschichte ihres eigenen Vaters sie tragen durfte.

Erst nachdem Sylvanas die Krone der Herrschaft zerbrochen hatte, erfuhr Taelia, dass Bolvar lebte und jahrelang der Lichkönig gewesen war. Ihre erste Reaktion war nicht ehrfürchtige Dankbarkeit für sein Opfer. Sie war wütend auf Anduin und alle, die geschwiegen hatten. Diese Wut gibt ihrer Geschichte Gewicht: Liebe bedeutet nicht, dass ein großes Opfer jedes private Schweigen entschuldigt.

Begegnung jenseits des Schleiers

Taelia reiste mit Calia Menethil nach Oribos und traf ihren Vater in den Schattenlanden. Bolvar wollte sie schützen, selbst dort noch, und zögerte, seinen Geist wieder dem Schlund zuzuwenden. Taelia bat ihn nicht als Untertanin des ehemaligen Lichkönigs, sondern als Tochter, die bereits zu lange mit einer halben Wahrheit gelebt hatte. Schließlich stand sie an seiner Seite, ohne so zu tun, als ließen sich verlorene Jahre in einem Gespräch zurückholen.

In den Schattenlanden trat Taelia offen mit den Kräften einer Paladin hervor. Darin liegt eine bewusste Fortsetzung und kein bloßes Erbe. Bolvar hatte versucht, Dunkelheit auf sich zu nehmen, damit andere frei blieben. Taelia wählt das Licht, nachdem sie erfahren hat, wie gefährlich selbst gut gemeinter Schutz wird, wenn ein Vater der eigenen Tochter die Wahrheit vorenthält. Ihr Glaube löscht die Schatten der Familie nicht aus; er bestimmt, wie sie ihnen begegnet.

Als Xal'ataths Verschlingende Schar den Sonnenbrunnen angriff, kämpfte Taelia in der Vorhut des Lichts auf Quel'Danas. Nach dem ersten Ansturm blieb sie mit anderen Lichtwirkern am Quell und half, den Leerensturm zurückzuhalten, während ihre Kräfte schwanden. Dort erhielt sie das Gebetbuch ihrer Großmutter Mara Fordragon. Das kleine Buch machte aus Herkunft keine Fessel. Es gab ihr eine Stimme der Familie zurück, die nicht von Krone, Geißel und Verschweigen bestimmt war, und verband ihre selbst gewählte Pflicht mit einer Geschichte, die sie endlich vollständig kennenlernen durfte.

Taelia Fordragon lebt zwischen großen Familiennamen, ohne von ihnen erklärt zu werden. Prachtmeer gab ihr Heimat, Fordragon gab ihr Verlust und Vermächtnis, doch ihren eigenen Weg baute sie in Kasernen, auf Greifenrücken und in Gesprächen, in denen sie sich weigerte, nur das dankbare Kind eines Helden zu sein. Sie liebt ihren Vater genug, um nicht vor seiner Legende zu verstummen.