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Scharlachrotes Kloster
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Scharlachrotes Kloster

Aus einer Zuflucht Lordaerons wurde das Zentrum des Scharlachroten Kreuzzugs. Unter Balnazzars Einfluss verwandelte die Angst vor der Geißel Glauben in Fanatismus und jeden Fremden in einen möglichen Untoten.

Vom Kloster zur Zuflucht

Das Kloster im Norden von Tirisfal war einst ein Ort des Lichts und des Studiums. Als die Seuche Lordaeron verwüstete und die Geißel ganze Städte verschlang, suchten Überlebende hinter seinen Mauern Schutz. Priester, Soldaten und Flüchtlinge brachten nicht nur ihren Glauben mit, sondern auch die Erinnerung an Familien, die durch Untote verloren gegangen waren.

Aus dieser Gemeinschaft ging der Scharlachrote Kreuzzug hervor. Sein Ziel klang zunächst verständlich: Lordaeron sollte von der Geißel befreit und den Lebenden zurückgegeben werden. Doch die ständige Angst vor Verwandlung und Verrat ließ kaum noch Vertrauen zu.

Balnazzar trägt das Gesicht eines Helden

Der Nathrezim Balnazzar hatte Hochlord Saidan Dathrohan getötet und trug dessen Gestalt. In dieser Verkleidung lenkte er den Kreuzzug. Er musste die Scharlachroten nicht zur Abscheu vor Untoten überreden; diese Abscheu war bereits vorhanden. Er verstärkte sie, bis selbst gesunde Menschen als mögliche Träger der Seuche galten und jede Gnade als Schwäche erschien.

Der Kreuzzug zog sich in das Kloster zurück und machte aus Bibliothek, Waffenkammer und Kathedrale militärische Bezirke. Bücher dienten der Rechtfertigung, Waffen der Säuberung und Gebete der Bestätigung, dass jeder Gegner unrein sein müsse.

Mograine und Weißsträhne

In der Waffenkammer führte Herod die Soldaten des Ordens. In der Kathedrale standen Hochinquisitorin Sally Weißsträhne und der junge Kommandant Renault Mograine. Renault trug eine persönliche Schuld: Er hatte seinen Vater Alexandros, den Träger des Aschenbringers, in Stratholme verraten. Weißsträhne hielt ihn durch ihre Macht und ihre Überzeugung aufrecht, während beide das Kloster gegen jeden Eindringling verteidigten.

Ihr Kampf zeigte, wie eng Liebe, Schuld und Fanatismus im Kreuzzug verbunden waren. Weißsträhne konnte Gefallene ins Leben zurückrufen, doch diese Wunder führten nicht zu Mitgefühl. Sie stärkten eine Ordnung, die außerhalb der eigenen Mauern kaum noch unschuldige Menschen erkennen wollte.

Eine Hoffnung, die sich selbst verzehrt

Die Anführer des Klosters wurden besiegt, aber der Scharlachrote Kreuzzug überlebte in weiteren Bastionen. Seine Geschichte blieb eine Warnung vor einer Bewegung, die aus echter Trauer entstand und sich dennoch zu einem Werkzeug der Dämonen machen ließ. Balnazzar erfand den Hass nicht. Er gab ihm Uniformen, Befehle und ein heiliges Ziel.