Ein Kind des Krieges auf Draenor
Rehgar wurde auf Draenor in einen Krieg zwischen seinem Clan und Ogern hineingeboren. Er tötete früher, als es für den üblichen Übergang zum erwachsenen Orc vorgesehen war. Oger nahmen ihn gefangen und benutzten ihn als Übungsgegner für ihre Jugendlichen. Rehgar überlebte nicht nur, sondern tötete so viele seiner Gegner, dass seine Besitzer ihn in die Arena verkauften, um wenigstens noch Gewinn aus ihm zu ziehen.
Diese Jahre lehrten ihn eine harte Vorstellung von Freiheit. Wer sich nicht selbst behauptete, wurde zum Werkzeug eines anderen. Rehgar kämpfte später bei der Invasion Azeroths, geriet nach der Niederlage der Horde in Gefangenschaft und wurde erneut als Gladiator verkauft. Er entkam, kämpfte in illegalen Arenen und verdiente schließlich genug Geld, um selbst Kämpfer zu kaufen. Aus dem ehemaligen Gefangenen wurde ein Mann, der dasselbe System benutzte, das ihn geprägt hatte.
Die Arena und der namenlose Mensch
Rehgar erwarb den Orc Bloodeye Redfist und trainierte ihn. Nach dessen Tod stellte er ein Team aus Valeera Sanguinar und Broll Bärenfell zusammen. An der Küste Durotars fand er einen Menschen ohne Erinnerung, der einen Krokilisken erschlagen hatte. Rehgar gab ihm den Namen Croc-Bait und später Lo'Gosh. Der Fremde war in Wahrheit Varian Wrynn, König von Stormwind, dessen Persönlichkeit durch Magie gespalten worden war.
Rehgar führte Varian, Broll und Valeera durch die Arenen und gewann mit ihnen ein Vermögen. Er behandelte sie als Besitz und erkannte zugleich ihre Würde. Als Varian und Broll bei den Teichen der Visionen einen Ausweg fanden, verhinderte Rehgar ihre Flucht nicht mit aller Kraft. Gegenüber Hamuul Runentotem erklärte er, ein Mensch sei nur so lange Gefangener, wie er innerlich bereit sei, einer zu bleiben. Der Satz klingt weise, bleibt aber von der Tatsache belastet, dass Rehgar selbst an ihrer Gefangenschaft verdient hatte.
Varian erhält seinen Namen zurück
Varians Weg führte schließlich nach Theramore und Stormwind. Rehgar hatte aus einem verlorenen Menschen einen Gladiator gemacht; die Arena gab Varian jedoch auch jene Entschlossenheit zurück, die er für die Wiedergewinnung seiner Krone brauchte. Als Lo'Gosh stellte er sich Gefahren ohne höfische Sicherheiten. Valeera und Broll wurden zu engen Gefährten, nicht zu den Werkzeugen, als die Rehgar sie ursprünglich gekauft hatte.
Rehgars Rolle in dieser Geschichte ist deshalb nicht die eines heimlichen Wohltäters. Er war Teil eines grausamen Systems. Dennoch war er fähig, Menschen ziehen zu lassen und später eine andere Verantwortung zu übernehmen. Gerade diese Spannung macht ihn bedeutend: Ein Orc kann die Lehren Thralls annehmen und trotzdem lange an Gewohnheiten festhalten, die aus Krieg und Versklavung stammen.
Berater, Tirisfal und der Irdene Ring
Rehgar wurde Schamane und diente zeitweise als Berater Thralls. Als Cho'gall und die Schattenhammer eine neue Krise auslösten, vertrat er die Schamanen im erneuerten Rat von Tirisfal. Dieser Bund versuchte, Med'an genügend Macht zu geben, um eine Bedrohung aufzuhalten, die einzelne Magier nicht mehr bewältigen konnten. Rehgars Weg führte damit weit von den Arenen fort: Nun arbeitete er in einer Gemeinschaft, deren Stärke gerade aus der freiwilligen Verbindung verschiedener Traditionen entstand.
Während der Rückkehr der Brennenden Legion schloss er sich dem Irdenen Ring an. Schamanen aus verschiedenen Völkern suchten gemeinsam nach Wegen, die Elemente zu schützen und die Legion zurückzuschlagen. Rehgar brachte seine Erfahrung als Kämpfer ein, aber er stand nun im Dienst einer Ordnung, die nicht auf Besitz beruhte. Elemente lassen sich nicht wie Gladiatoren halten. Sie antworten auf Respekt, Gleichgewicht und gegenseitige Verpflichtung.
Ein widersprüchlicher Orc
Rehgar ist weder ein reiner Tyrann noch eine glatt erzählte Erlösungsfigur. Er kannte die Erniedrigung der Gefangenschaft und wurde trotzdem Sklavenhalter. Er half Varian indirekt, zu sich selbst zu finden, hatte ihn aber zuvor verkauft und kämpfen lassen. Später diente er Thrall und dem Irdenen Ring, ohne dass seine Vergangenheit dadurch ungeschehen wurde.
Seine Geschichte zeigt, wie tief die Kultur der Arena in einer vom Krieg geprägten Gesellschaft sitzen kann. Freiheit ist bei Rehgar zunächst das Recht des Stärkeren, sich nicht beherrschen zu lassen. Erst später wird daraus die Einsicht, dass Stärke auch darin liegen kann, Bündnisse einzugehen und anderen ihren eigenen Weg zu lassen. Dieser Wandel bleibt unvollkommen, aber gerade deshalb wirkt Rehgar wie ein Teil der wirklichen Geschichte der Horde und nicht wie ein Symbol ohne Widerspruch.